Lot 1224* - A139 Mobilier, Porcelaine & Décoration - jeudi, 07. décembre 2006, 10h00
WEDDING CABINET, Louis XVI, in the style of J. BERGER (Jean Berger, 1803 Prez-vers-Noréaz 1884), Fribourg circa 1825/35. Cherry, walnut, burlwood and local fruitwoods in veneer and finely inlaid with flowers and leaves, also carved with rosettes. With shaped cornice and plinth. The front with arched double door, the interior with drawers and compartment with door before 2 drawers. With bronze mounts. The back panel replaced. With restorations and replacements. 152x51x206 cm. A fine cabinet in very good restored condition
Louis XVI, in der Art von J. BERGER (Jean Berger, 1803 Prez-vers-Noréaz 1884), Fribourg um 1825/35.
Kirsche, Nussbaum, -wurzelmaser und heimische Früchtehölzer gefriest und fein eingelegt mit Blumen und Blättern sowie beschnitzt mit Rosetten. Prismierter Korpus mit bogenförmig abschliessendem, gekehltem Kranz auf gekehlter Sockelleiste mit Volutenfüssen. Front mit bogenförmig ausgeschnittener Doppeltüre. Inwendig 2 übereinander liegende Schubladen neben Fach mit Türe vor 2 Schubladen. Messingbeschläge. Die Rückwand ersetzt, Restaurationen und Ergänzungen. 152x51x206 cm.
Sehr feiner Schrank in sehr gutem, restauriertem Erhaltungszustand. J. Berger wurde in Prez-vers-Noréaz, einem kleinen Dorf in der Nähe von Fribourg, als Sohn des Bauern Jacques, genannt "Le Sergent", geboren. Über Bergers Lehrjahre ist nur wenig bekannt, es ist jedoch davon auszugehen, dass er seine Tischlerlehre in einem nahe gelegenen Ort absolvierte, zumal in Prez quellenmässig keine Werkstatt eruierbar ist. Da Bergers Name auch nicht in den Registern der Pässe vorzufinden ist, darf ebenfalls vermutet werden, dass Jean Berger seine Lehre nicht Ausland absolvierte. Die Meisterwürde muss er bereits um 1820 erhalten haben; danach liess er sich in Prez nieder, führte eine eigene Werkstatt und eine "boutique", wobei er - wie alle "artisans ruraux" - gleichzeitig der Arbeit als Landwirt nachging. Zwischen 1830 und 1850 war seine produktivste Zeit als Ebenist; Berger schuf zahlreiche Schränke und andere Möbel und erhielt viele Aufträge aus den nahegelegenen Kirchen. 1851 wanderte das Ehepaar Berger nach Amerika aus, kehrte allerdings bereits nach einem Jahr zurück nach Prez. Jean Berger nahm die Arbeit als Tischlermeister wieder auf, fertigte aber bedeutend weniger Möbel als in den 1830er Jahren. Lit.: D. Buchs, Jean Berger - menusier-ébéniste, in: Cahiers du Musée gruérien, Bulle 1985; S. 3-7 (biogr. Angaben).
CHF 25 000 / 45 000 | (€ 25 770 / 46 390)
Vendu pour CHF 18 587 (frais inclus)