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ULRICH, JOHANN JAKOB

* 28.2.1798 Grossandelfingen (heute Andelfingen), † 17.3.1877 Zürich

Vitazeile Maler. Landschafts- und Marinebilder. Lehrer von Rudolf Koller Tätigkeitsbereiche Malerei Lexikonartikel Als Sohn des Landschreibers Johann Jakob Ulrich-Meyer, der später den Zürcher Verlag Zum Berichthaus gründete, verbrachte Johann Jakob Ulrich seine Kindheit in Weisslingen und Zürich. Erste künstlerische Impulse erhielt er von einem Jugendfreund, dem Maler Johann Caspar Schinz. 1816 begann er auf Wunsch seiner Eltern eine kaufmännische Lehre im Pariser Bankhaus Paturle, Lupin Co.; 1822 folgte der Eintritt in das Atelier des Landschaftsmalers Jean-Victor Bertin, wo gleichzeitig Camille Corot arbeitete. Freundschaft mit dem Marinemaler Théodore Gudin, auf dessen Anraten er im Herbst 1823 in das Atelier der Brüder Auguste Xavier, Robert Léopold und Gustave Leprince eintrat. Im folgenden Jahr reiste Ulrich mit Gudin nach Dieppe und anschliessend mit den Gebrüdern Leprince in die Schweiz. 1824 konnte Ulrich zum ersten Mal eine Landschaft (Vue de la côte de Dieppe, verschollen) im Pariser Salon, an dem er bis 1840 regelmässig teilnahm, ausstellen. Ab 1825 hatte er ein eigenes Atelier in Paris. 1827 ausgedehnte Reise nach Flandern, den Niederlanden und ins Rheinland. Spätestens 1828 begann seine Freundschaft mit dem Juristen und Sammler Frédéric Auguste Demetz, der Ulrichs Italienaufenthalt finanziell unterstützte. Ab Februar 1828 hielt sich Ulrich in Neapel und seiner Umgebung auf; im Frühjahr 1829 ging er nach Rom, wo er Léon Fleury und Jacques-Raymond Brascassat traf und sich mit Léopold und Aurèle Robert befreundete. Im Juli 1830 folgte eine Studienreise nach Sizilien. In Italien schuf Ulrich kleinformatige, atmosphärische Landschaften, die mit der damaligen Pleinairmalerei von Camille Corot und Karl Blechen vergleichbar sind. Im September 1830 reiste er über Zürich nach Paris zurück, wo er mit Brascassat von 1832 bis 1838 ein Atelier teilte. Damals entstanden weitere Fluss- und Küstenansichten. 1832 und 1835 auf Einladung eines Sammlers Aufenthalte in England. 1835 gewann er am Salon mit der Landschaft Une plaine de Brie (verschollen), die vom König angekauft wurde, eine Goldmedaille. 1837 liess sich Ulrich in Zürich nieder und heiratete Dorothea Susanne von Schwerzenbach, die aus einem alten Zürcher Geschlecht stammte. 1833 und ab 1838 beteiligte er sich an den Ausstellungen der Zürcher Künstlergesellschaft und ab 1840 an den Turnus-Ausstellungen. Von 1843 bis 1845 war Rudolf Koller sein Schüler. 1845–46 schuf Ulrich satirische Zeichnungen für die konservative Wochen-Zeitung in Zürich. Er malte nun vermehrt konventionell aufgebaute Landschaften, die zum Teil auf holländische Vorbilder des 17. Jahrhunderts zurückgingen. So entstand 1853 Der Lotzenbach bei Eigenthal (Kunsthaus Zürich), Ulrichs Hauptwerk, mit dem er sich 1855 an der Pariser Weltausstellung beteiligte. Im selben Jahr wurde er zum Professor für Landschaftszeichnen ans Eidgenössische Polytechnikum in Zürich berufen. 1856 Publikation des Stahlstichwerkes Die Schweiz in Bildern im Ulrich’schen Verlag Zum Berichthaus. Im selben Jahr starb die Gattin von Johann Jakob Ulrich, worauf er deren Schwester Bertha Elisa von Schwerzenbach heiratete. In der Folge entwickelte er eine äusserst lebhafte Reisetätigkeit, besuchte zahlreiche Orte in der Schweiz und in Deutschland, an der französischen und italienischen Riviera, reiste nach Belgien und nach Paris, während zugleich seine Werke quantitativ und im allgemeinen auch qualitativ abnahmen und nur noch selten mit seinen Reisen in Verbindung standen. Eine Augenkrankheit hinderte Ulrich in seinen letzten Jahren am Malen, und nach dem Tod seiner zweiten Frau zog er sich 1874 völlig aus dem öffentlichen Leben zurück.

Johann Jakob Ulrich war eine weltoffene, weitgereiste Künstlerpersönlichkeit, der die zu Beginn seiner Karriere in ihn gesetzten Erwartungen nie ganz zu erfüllen vermochte. Er gehörte international gesehen zur Generation von Camille Corot, Carl Rottmann, Karl Blechen, Richard Parkes Bonington und Johann Christian Clausen Dahl; deshalb überrascht es nicht, dass seine frühen Werke von der zeitbedingten spätromantischen Naturauffassung geprägt sind. Seine Motive waren meist atmosphärische Naturausschnitte, Küsten-, Fluss- und Waldlandschaften, denen er auf seinen zahlreichen Reisen begegnete und die er dem französischem Farbempfinden getreu gestaltete, zum Beispiel Neapel. Palazzo Donn’Anna (1828–1830). Daneben lassen sich in seinen Luft- und Wasserstudien auch Einflüsse von Richard Parkes Bonington und John Constable ausmachen (Wolkenstudie, 1830–35). Mit diesen Leistungen stellt Ulrich in der Geschichte der Schweizer Landschaftsmalerei eine Ausnahme dar. Nach seiner Rückkehr nach Zürich von 1837 aber wurden seine Werke schwächer, zuweilen sogar sentimental und konventionell (Morgen am Meeresstrand, 1846, Kunstmuseum St. Gallen). Kompositionen nach Studien seiner Frühzeit und idealisierende Darstellungen der schweizerischen Landschaft, die in Ausschnitt, Auftrag und ihrer farblichen Gestaltung weit von seiner frühen Originalität entfernt sind, bestimmten seine späte Produktion. Es mag das künstlerische Vakuum der Stadt Zürich gewesen sein oder aber an Ulrichs eigener Persönlichkeit gelegen haben, dass er seinen vielversprechenden, fortschrittlichen Leistungen der Frühzeit keine ebenbürtigen Werke der Reife folgen lassen konnte. Deshalb war Ulrich nur bedingt ein Vermittler moderner Strömungen in seiner Heimat und verkörpert – wie es Hans A. Lüthy formulierte – ein charakteristisches Dilemma des schweizerischen Kunstschaffens im 19. Jahrhundert. Werke: Öffentliche Kunstsammlung Basel, Kunstmuseum; Kunstmuseum St. Gallen; Zürich, Graphische Sammlung der ETH; Kunsthaus Zürich.


SIKART Lexikon zur Kunst in der Schweiz

Marc Fehlmann, 1998, aktualisiert 2015 https://www.sikart.ch/kuenstlerinnen.aspx?id=4022959


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Lotto 3001* - Z21 Arte svizzera - venerdì 08 dicembre 2006, 15h30

ULRICH, JOHANN JAKOB (Andelfingen 1798 - 1877 Zurich) Fishermen at the woodland stream. 1881. Oil on canvas. Signed and dated lower left: J. Ulrich 1881. 53 x 70 cm.

(Andelfingen 1798–1877 Zürich)
Fischer am Waldbach. 1881.
Öl auf Leinwand.
Unten links signiert und datiert: J. Ulrich 1881.
53 x 70 cm.

CHF 10 000 / 15 000 | (€ 10 310 / 15 460)

Venduto per CHF 12 000 (incl. premio dell'acquirente)
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Lotto 3239 - A178 Dipinti del XIX secolo - venerdì 23 settembre 2016, 16h30

JOHANN JAKOB ULRICH

(Andelfingen 1798–1877 Zurich)
Marine. 1827.
Oil on canvas.
Signed and dated lower right: J. Ulrich 1827.
35 x 54.5 cm

CHF 2 000 / 3 000 | (€ 2 060 / 3 090)

Venduto per CHF 8 750 (incl. premio dell'acquirente)
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Lotto 6583 - W252 Dipinti (Ovest) - mercoledì 29 marzo 2017, 15h30

ULRICH, JOHANN JAKOB the Younger

(Andelfingen 1798–1877 Zurich)
Study of a tree trunk with two children. Circa 1835.
Oil on paper laid on panel.
23.3 x 43 cm.

CHF 700 / 900 | (€ 720 / 930)

Venduto per CHF 813 (incl. premio dell'acquirente)
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Lotto 6582 - W252 Dipinti (Ovest) - mercoledì 29 marzo 2017, 15h30

ULRICH, JOHANN JAKOB the Younger

(Andelfingen 1798–1877 Zurich)
Coastal landscape.
Oil on paper laid on board.
30 x 44 cm.

CHF 600 / 800 | (€ 620 / 820)

Venduto per CHF 563 (incl. premio dell'acquirente)
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