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Lot 1267* - A155 Furniture, Porcelain & Decoration - Thursday, 02. December 2010, 10.00 AM

CABINET WITH PAINTED FRONT,Louis XV style, by F. LINKE (Francois Linke, 1855-1946), Paris circa 1900. Tulipwood in veneer and with fine "Vernis Martin" cartouche. The front with leather-lined pullout shelf. The interior with large central door between compartment and drawer, flanked on each side by 2 drawers. Covered with green silk. Exceptionally fine, matte and polished gilt bronze mounts and applications. 85x45x200 cm.

Louis XV-Stil, von F. LINKE (François Linke, 1855-1946), Paris um 1900.
Rosenholz gefriest und mit feiner "Vernis Martin"-Kartusche mit Liebespaar in idealisierter Parklandschaft. Violinförmiger Korpus mit markantem Amoraufsatz auf wellig ausgeschnittener Zarge mit geschweiften, durch Zwischentablar verbundenen Beinen und Rückwand. Front mit gebauchter Türe über lederbezogenem Auszugstablar und Schublade. Mit grüner Seide bezogene Inneneinteilung 7 unterschiedlich grossen Schubladen. Ausserordentlich feine, matt- und glanzvergoldete Bronzebeschläge und -applikationen in Form von Amor, Soldatenbüsten, Blumen, Blättern und Zierfries. 85x45x200 cm.

Provenienz: Aus einer europäischen Sammlung. Hochbedeutendes Möbel von perfekter Qualität und Eleganz, die innovative Formensprache des F. Linke in exemplarischer Weise offenbarend. F. Linke wurde in Pankraz (Böhmen) als zweites von elf Kindern eines Steinmetzes geboren und gilt als der bedeutendste Pariser Kunsttischler des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. 1868 begann er im Alter von 13 Jahren eine vierjährige Lehre als Möbeltischler, danach arbeitete er bis 1874 als Gehilfe in Prag und zweieinhalb Jahre in Wien, wo er in einer Werkstatt tätig war, die der Innung angehörte. Durch die Wiener Innung erhielt Linke die Einschreibung als Geselle. 1875 kehrte er nach Böhmen zurück, wurde vom Militärdienst freigestellt, wanderte nach Dresden, über Weimar nach Hessen bis nach Mainz. Ende des Jahres verliess Linke Deutschland und reiste nach Paris, wo er sich vermutlich in der Werkstatt des aus Deutschland stammenden Ebenisten Joseph Emmanuel Zwiener anstellen liess. Ab 1877 arbeitete Linke wieder bei seinem alten Lehrmeister Franz Neumann in Reichenberg und fertigte dort im Alter von nur 22 Jahren sein Meisterstück. Gegen Ende des Jahres kehrte Linke nach Paris zurück; seine Räumlichkeiten befanden sich im traditionsreichen Ebenisten-Viertel Faubourg Saint-Antoine und an der vornehmen Place Vendôme. Linkes Haupt-Inspirationsquellen waren königliche Möbel aus der Regierungszeit von Louis XV und Louis XVI. Lit.: D. Ledoux-Lebard, Le mobilier français du XIXe siècle, Paris 1989; S. 439ff. (biogr. Angaben). C. Payne, 19th Century European Furniture, Suffolk 1981; S. 39/40 (biogr. Angaben). Ibid, François Linke, 1855-1946, The Belle Epoque of french furniture; Suffolk 2003.


CHF 60 000 / 100 000 | (€ 56 070 / 93 460)

Sold for CHF 102 000