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Lot 1330* - A168 Furniture & Sculptures - Thursday, 27. March 2014, 10.00 AM

CABINET "A CIGAR", Revival style in the Empire style, by C.G. DIEHL (Charles Guillaume Diehl, Steinback 1811-1885 Paris) and E. GUILLEMIN (Emile Guillemin, 1841 Paris 1907), Paris ca. 1865/70. Shaped mahogany. Front with large door over narrow drawer. Interior with 5 drawers "à l'anglaise", caned, for the cigars. Exceptionally rich bronze mounts and applications. 58x38,5x128,5 cm. Provenance: from a French collection. Expertise by the Cabinet Dillée, Guillaume Dillée / Simon Pierre Etienne, Paris 2014.

Historismus im Empire-Stil, von C.G. DIEHL (Charles Guillaume Diehl, Steinback 1811-1885 Paris) und E. GUILLEMIN (Emile Guillemin, 1841 Paris 1907), Paris um 1865/70.
Mahagoni profiliert. Rechteckiger Korpus mit giebelartigem Kranz auf wellig ausgeschnittener Zarge mit durch von Vase bekröntem Kreuzsteg verbundenen Vierkantbeinen auf markanten Kreiselfüssen. Front mit grosser Türe über schmaler Schublade. Inneneinteilung mit 5 Schüben "à l'anglaise" mit Joncgeflechtboden für die Zigarren. Ausserordentlich reiche, galvanisch bearbeitete Bronzebeschläge und -applikationen in Form von Apollorelief mit Streitwagen, Rosetten und Sabots. 58x38,5x128,5 cm.

Provenienz: Aus französischem Besitz. Expertisiert durch das Cabinet Dillée, Guillaume Dillée / Simon Pierre Etienne, Paris 2014. Ein nahezu identisches Cabinet à Cigar mit versilberten Bronzebeschlägen wurde bei Sotheby's London am 3.12.2013 (Katalognr. 256) verkauft. Weitere wurden bei Sotheby's Paris am 23.3.2006 (Katalognr. 26), bei Sotheby's London am 8.6.2005 (Katalognr. 75) und Christie's London am 29.10.1998 (Katalognr. 71) verkauft. In den späten 1860er Jahren gab Kaiser Napoléon III der Werkstatt von G. Diehl ein "cabinet à cigar" in Auftrag, das allerdings erst nach dem Sturz des Kaisers fertiggestellt worden war und heute Teil der Sammlungen des Seita-Museums in Paris ist und dem hier angebotenen Möbel sehr ähnlich ist. Dieses übernimmt die Formensprache der kleinen Kabinette und Sekretäre des 17. und 18. Jahrhunderts. Die Beschläge sind wohl dem Bildhauer E. Guillemin zuzuschreiben und finden sich in analoger Weise an Anrichten von G. Diehl, die heute in den Sammlungen des Musée d'Orsay in Paris (Inventarnr. OAO992) und des Museum of Art in Philadelphia (Inventarnr. 1996-65-1) sind. Die fantasievollen Tierdarstellungen wiederum finden sich an einem Coffret de cigares von G. Diehl, welcher sich heute im Carnegie Museum of Art von Pittsburgh befindet. C.G. Diehl entstammte einer Ebenistendynastie aus Steinback und liess sich anfangs der 1840er Jahre in Paris nieder, wo er bald darauf ein florierendes Atelier führte, das zeitweise 600 Arbeiter beschäftigte. Seine Spezialität waren Möbel mit ausserordentlich feiner Boulle-Marketerie, die aufgrund der pompösen Bronzebeschläge bedeutende Luxusmöbel der Napoléon-III-Epoche darstellten. Er stellte regelmässig an den wichtigsten europäischen Messen aus, wo er verschiedene Medaillen erhielt. Sein eigentliches Meisterwerk war der imposante "médailler de style mérovignien", den er an der "Exposition Universelle" 1887 präsentierte. Er erzielte damit einen dermassen grossen Erfolg, dass er für sich eine Zweitanfertigung in Auftrag gab. Der eine Schrank steht im Musée d'Orsay in Paris, der andere ziert eine bedeutende amerikanische Sammlung. Beide sind mit versilberten Bronzebeschlägen verziert, weisen Einlegearbeiten aus verschiedenen Edelhölzern auf und manifestieren durch die Ikonografie der historisierenden Elemente bereits die Formen- und Dekorationssprache des späten 19. Jahrhunderts. Lit.: D. Ledoux-Lebard, Le mobilier français du XIXe siècle, Paris 1989; S. 165-167 (biogr. Angaben). C. Payne, 19th Century European Furniture, Suffolk 1981; S. 35 (biogr. Angaben).


CHF 80 000 / 120 000 | (€ 74 770 / 112 150)

Sold for CHF 132 000