I am already registered - Login:


Don't have an account yet?

Click here to register



Lot 1043 - A155 Furniture, Porcelain & Decoration - Thursday, 02. December 2010, 10.00 AM

PAIR OF TRUMEAU MIRRORS,Louis XV, by J.F. FUNK I (Johann Friedrich Funk, 1706 Bern 1775), the paintings attributed to J.E. HANDMANN (Jakob Emanuel Handmann, Basel 1718-1781 Bern), Bern circa 1764/65. Pierced and exceptionally finely carved gilt wood. The oil paintings with fine portraits of ladies. On original oak mount. H 282 cm, W 92 cm. Provenance: Formerly Guemligen Castle.

Louis XV, von J.F. FUNK I (Johann Friedrich Funk, 1706 Bern 1775), die Gemälde J.E. HANDMANN (Jakob Emanuel Handmann, Basel 1718-1781 Bern) zuzuschreiben, Bern um 1764/65.
Holz durchbrochen und ausserordentlich fein beschnitzt mit Kartuschen, Blumen, Blättern, Ranken und Zierfries sowie vergoldet. Rechteckiger, gekehlter und profilierter Rahmen mit feinem Fronton und durchbrochenem Kartuschenaufsatz. Die Ölgemälde mit feinen Damenportraits in architektonischer Umrandung in Form eines Ovalfensters. Auf originaler Eichenmontierung. H 282 cm, B 92 cm.

Provenienz: Ehemals Schloss Gümligen. Das Gümliger Spiegelpaar des Johann Friedrich Funk I Das hier angebotene, hochbedeutende Spiegelpaar ist in die bedeutendste Schaffensperiode des Berner Ateliers zu situieren. Es ist aller Wahrscheinlichkeit nach anlässlich des Kaufs von Gümligen durch Emanuel Karl Viktor Stürler 1764 bei Funk bestellt worden. Zu jenem Zeitpunkt schuf J.F. Funk seine prächtigste Raumausstattung - jene des Wildtschen Hauses in Basel. Wenn auch von gleicher Komposition, so übertreffen die Gümliger Spiegel jene aus dem Basler Patrizierhaus in der reicheren Gestaltung des Fronton. Jakob Emanuel war das neunte von vierzehn Kindern des Landvogtes zu Waldenburg, Johann Jakob Handmann, und seiner Ehefrau Anna Maria Rispach. Zwischen 1735 und 1739 absolvierte Handmann eine Lehre als Stuckateur und Deckenmaler in Schaffhausen. Seine Studienreisen führten ihn nach Paris, Rom und Neapel. 1747 kam Handmann nach Basel, wo er sich niederliess und ein eigenes Atelier eröffnete. Die bedeutendste Schaffenszeit des Künstlers fällt in die 1760er Jahre - jene Zeit, als die hier angebotenen, ausserordentlich feinen Portraits entstanden. Durch die Vermittlung des estnischen Edelmannes und Obersts Carl Friedrich von Staal wurde Handmann 1773 Mitglied an der Accademia Clementina zu Bologna. J.F. Funk I entstammte einer berühmten Berner Kunsthandwerker-Familie und war der Bruder des Ebenisten Mathäus Funk. Anfang der 1720er Jahre wurde J.F. Funk von seinem Vater in eine Bildhauer-Lehre geschickt. Wo genau er die Ausbildung absolvierte, weiss man nicht, sicher ist nur, dass J.F. Funk während seiner Gesellenzeit u.a. in Genf tätig war - ein Vertrag aus dem Jahr 1730 belegt seine Arbeit am Landhaus Lullin und erwähnt ihn als "Jean Friedrich Founk sculpteur". Gegen Ende von 1731 etablierte er eine Werkstatt in Bern, wo er bald als wohlerfahrener Bildhauer bekannt war. Ein Jahr später erhielt er von der "Burgerkammer" die Erlaubnis, in Bern Wohnsitz zu nehmen, womit die Voraussetzungen erfüllt waren, Aufträge zu erhalten. Nach dem "Roten Löwen", dem Hauszeichen der Zunft zu Mittellöwen, folgte ein hochbedeutender Auftrag des Rates von Bern, nämlich die Schaffung eines neuen Thrones für das Haupt der Republik im Rathaus. In der Zeit zwischen 1740 und 1750 war J.F. Funk besonders produktiv; es gelang ihm, als Bildschnitzer und Spiegelhändler mit der württembergischen Spiegelfabrik in Stuttgart, einer fürstlichen Institution, so gute Kontakte zu knüpfen, dass er 1742 das Monopol für den Verkauf von Glas und Spiegelglas für die Gebiete der Alten Eidgenossenschaft erhielt. Von grosser künstlerischer Bedeutung für J.F. Funk und seine Werkstatt war der Aufenthalt des berühmten Bildhauers und Stukkateurs Johann August Nahl, der von 1746 bis 1755 in Bern tätig war. Sein Einfluss auf das Funk-Atelier ist unverkennbar. Die zahlreichen Werke, die im folgenden Vierteljahrhundert entstanden und weit über Bern hinaus bekannt und beliebt waren, bezeugen die grosse Bedeutung des Betriebes. Schloss Gümligen zählt zu den schönsten Berner Landschlösser des 18. Jahrhunderts und hat sich bis heute weitgehend in seinem ursprünglichen Zustand erhalten. In den Jahren 1736-1739 liess Beat Fischer, wohl unter Verwendung des spätgothischen Vorgängerbaus und vermutlich durch Architekt A. Stürler, das Gebäude zu seiner heutigen Grösse und Form aus- bzw. umbauen. Mit der zur gleichen Zeit geschaffenen Gartenanlage entstand so ein Musterbeispiel eines spätbarocken Berner Landsitzes. 1742 verkaufte B. Fischer das Schloss an S. Tillier, der kurz darauf Landvogt von Interlaken wurde. Später kam Gümligen, wie oben bereits erwähnt. durch ein Tauschgeschäft an E.K.V. Stürler. Während der Französischen Revolution lebte der spätere König Charles X im benachbarten Schloss Muri und seine Freundin, Madame de Polastron, sowie Madame de Polignac bewohnten Schloss Gümligen. 1918 ging das Anwesen an Ida von Tscharner-von Stürler. Zu einem Ort nationaler Bedeutung wurde Schloss Gümligen in den Jahren 1939 bis 1941, als General Guisan mit seinem Stab das Schloss bewohnte. Dort entwarf und erarbeitete er die Idee des sog. "Réduit" und die berühmte Rede zum Rapport auf dem Rütli, die er am 25. Juli 1940 hielt. Lit.: H. von Fischer, Die Kunsthandwerker-Familie Funk im 18. Jahrhundert, Bern 1961. Ibid., Fonck.à Berne, Bern 2001; S. 201 (Abb. 395).


CHF 50 000 / 90 000 | (€ 46 730 / 84 110)

Sold for CHF 72 000