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LANDOLT, SALOMON

* 10.12.1741 Zürich, † 26.11.1818 Andelfingen

Vitazeile Berufssoldat, Staatsmann und Maler. Gouache. Schlachtenbild, Landschaftsdarstellung Tätigkeitsbereiche Ölmalerei, Zeichnung, Gouache Lexikonartikel Salomon Landolt wurde als erstes von acht Kindern des späteren Ratsherrn und Obervogts Johannes Landolt und der Margaretha Hirzel in eine Familie geboren, deren Mitglieder politische und militärische Ämter, letztere auch häufig in fremden Diensten, bekleideten. Zusammen mit dem späteren Theologen Johann Jakob Hess (1741–1828) und Johann Heinrich Füssli genoss der junge Landolt 1753–54 in Zürich Privatunterricht in Latein, Geografie, Geschichte und Religion. Anschliessend erhielt er bis 1764 auf der Zürcher Obervogtei Wellenberg im Thurgau eine militärische Ausbildung und parallel dazu bei Johann Jakob Wirz Unterricht im Porträtzeichnen. 1764 in Metz an der Ecole d’Artillerie, wo er den französischen Schlachtenmaler Jean-Baptiste Le Paon (1736–1785) kennen lernte; mit diesem zog er nach Paris. Über Lyon und Maastricht zurück nach Zürich, wo Landolt 1767 in die Mathematisch-Militärische Gesellschaft eintrat und im folgenden Jahr deren Sekretär wurde. 1770 erhielt Landolt den Auftrag, zwei Jägerkompanien auszuheben und auszubilden. 1773 Reise in die Niederlande zur Inspektion von Zeughäusern, Kirchen und Kunstsammlungen. Ab 1774 Freundschaft mit Salomon Gessner, der ihm eine Reise nach Berlin vermittelte, um das Militärwesen Friedrichs II. zu studieren; gleichzeitig lernte Landolt verschiedene Künstler kennen, unter ihnen Bernhard Rode (1725–1797) und Daniel Chodowiecki (1726–1801). 1777 und 1803–1814 Mitglied des Grossen Rats in Zürich; 1778 Beitritt zur Freimaurerloge und Ernennung zum Oberstleutnant. 1780 Wahl zum Landvogt von Greifensee – diese Episode bearbeitete Gottfried Keller literarisch – und 1786 Wohnsitznahme in der Engimatt an der Sihl nahe der Stadt Zürich. 1787 trat Landolt als Mitbegründer der Donnstagsgesellschaft (ab 1803 Künstler-Gesellschaft) auf, der verschiedene befreundete Landschaftsmaler, Kupferstecher und Kunsthändler angehörten. 1794 Wahl zum Landvogt von Eglisau; nach Beginn der Helvetischen Verfassung 1798 seiner politischen Funktionen enthoben, widmete sich Landolt vermehrt seinen künstlerischen Tätigkeiten wie Malen, Unterrichten und Teilnahme an Ausstellungen. 1812 wurde er auf eigenen Wunsch aus dem aktiven Militärdienst entlassen. Während eines längeren Besuchs auf Schloss Andelfingen starb Landolt und wurde auf dem dortigen Friedhof begraben.

Das Werk Salomon Landolts ist geprägt von Darstellungen militärischer Scharmützel und atmosphärischer Landschaften: Den bewegten Kampfszenen stehen statisch ruhige Naturschilderungen gegenüber, sowohl in einem Gemälde vereint als auch getrennt in separaten Bildern. Landolts bevorzugte Technik war die Gouache; Ölbilder sind nur zwei bekannt. Als Autodidakt brachte sich Landolt durch Experimentieren bei, wie bei ungefirnisster Gouachemalerei trotzdem eine leuchtende Oberfläche zu erzielen war und wie deren Haltbarkeit verlängert werden konnte. Das überlieferte Alterswerk beschränkt sich auf ein gutes halbes Hundert Blätter; aus der frühen und mittleren Schaffenszeit sind keine Werke bekannt. Landolts naiv anmutende Personen- wie auch Tierdarstellungen verschmelzen ganz in dem sie umgebenden Umfeld, das koloristische Brillanz mit romantisch anmutenden Szenerien vereint. Dadurch erhält die etwas ungelenke Zeichnung den Charakter «grimmiger Artistik» und einer Transparenz, die als zeitgleiche künstlerische Phänomene sowohl an Johann Heinrich Füsslis Figurenstil und William Turners virulente Farbfanfaren als auch an Adrian Zinggs und damit an holländische, monderhellte Landschaften erinnern. Illumination und ikonografische Eigenheiten wie Kapelle, Grab, figürliche Rückansichten sind zudem vergleichbar mit Caspar David Friedrichs religiös gefärbten Stimmungen. Werke: Aargauer Kunsthaus Aarau; Museen Maur, Burg Maur; Kunstmuseum Winterthur; Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung.


SIKART Lexikon zur Kunst in der Schweiz

Thomas Freivogel, 2008 https://www.sikart.ch/kuenstlerinnen.aspx?id=4022923


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Lot 3020 - Z26 Swiss Art - Friday 19 June 2009, 02.00 PM

SALOMON LANDOLT

(Zürich 1741-1818 Andelfingen)
Reitergruppe in Landschaft.
Öl auf Holz.
24 x 17 cm.

CHF 2 000 / 3 000 | (€ 1 870 / 2 800)

Sold for CHF 2 640

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