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Lot 1039 - A212 Decorative Arts - Donnerstag, 27. März 2025, 13.30 Uhr

IZNIK KERAMIK PLATTE MIT BLAUDEKOR

Türkei, osmanisches Reich, um 1560–70.
Bemalt in gräulichem Blau, mit einer Rosette im Zentrum mit radialem, stilisierten Blattdekor mit Spitzbögen in einer Doppellinienbordüre. In der Kehle sieben Blumenmotive und eine stilisierte "breaking waves" Bordüre auf der Fahne. Die Rückseite mit alternierenden Chinoiserie- und Blattmotiven. Gebohrtes Loch zur Hängung im Standring.
Ø 28 cm.

Provenienz:
Privatsammlung, Genf, seit den 1960/70er Jahren.

Die frühen Keramikproduktionen in der westanatolischen Stadt Iznik entwickelten sich seit dem 14. Jh. vor dem Hintergrund eines sich zusehends ausbreitenden osmanischen Weltreiches, mit vielfältigen kulturellen Einflüssen aus China, Persien und Europa.

Iznik Keramik mit blauem Dekor ist seit 1480 überliefert und gehört zu den seltensten und gefragtesten Exemplaren dieser Gattung. Mit Blick auf die chinesischen Porzellandekore der Yuan- und Ming Dynastie, entwickelten die osmanischen Künstler chinesisch anmutende Dekore, in neuer Interpretation. Deutlich wird dies nicht nur in der charakteristischen "breaking waves" Bordüre - eine Stilisierung der naturalistischen Variante von "brechenden Wellen" auf Porzellan der Yuan Dynastie (1260–1368), wie zu sehen in den Sammlungen des Topkapi Serayi in Istanbul, vgl. R. Krahl, Topkapi Saray 1986, S.513, Abb. 502.

Die osmanischen Herrscher konnten mit Erlangen grösseren Wohlstands durch ihre erfolgreichen Eroberungszüge, eigene Kunstsammlungen mit wertvollen chinesischen und islamischen Keramiken anlegen. Das Topkapi Serayi in Istanbul bewahrt bis heute die historischen Kunstsammlungen der osmanischem Sultane und gehört zu den bedeutendsten dieser Art ausserhalb Chinas.

Vgl. Literatur: J. Carswell, Keramik, in: Kunst und Kunsthandwerk unter den Osmanen (Y. Petsopoulos), München, 1982, S. 73-120; J. Carswell, Iznik Pottery, British Museum 1998 (2006), S.29-34; M. Queiroz Ribeiro, Iznik Pottery and Tiles in the Calouste Gulbenkian Collection, Lisbon 2009, Nr. 5; Sotheby's London, Islamic Art, 22.4.2015, Lot 251.

CHF 3 000 / 5 000 | (€ 3 090 / 5 150)

Verkauft für CHF 36 250 (inkl. Aufgeld)