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Lot 3022 - A213 Schweizer Kunst - Freitag, 27. Juni 2025, 14.00 Uhr

FERDINAND HODLER

(Bern 1853–1918 Genf)
Der Salève im Herbst. Um 1891.
Öl auf Leinwand.
Unten rechts signiert: F. Hodler
70,5 × 50,5 cm.

Provenienz:
- Salon Burgy, Lausanne, 1911.
- Willy Russ-Young, Neuenburg, ab 1917.
- Galerie Moos, Genf, 1919.
- Galerie Bruno Meissner, Zürich, um 1985.
- Galerie Dr. Schenk, Zürich, um 1988.
- Erika Sigg-Zuber, Hergiswil
- Schweizer Privatsammlung, Depositum Kunstmuseum Luzern, 1993–2025.

Ausstellungen:
- Lausanne 1911, Exposition Ferdinand Hodler, Salon Burgy, Juli–September 1911.
- Zürich 1917, Ausstellung Ferdinand Hodler im Zürcher Kunsthaus, Kunsthaus Zürich, 14.6.–5.8.1917, Nr. 224, als "Salève mit Arve, im Herbst, um 1903".
- Basel 1919, Gedächtnisausstellung Ferdinand Hodler (zusammengestellt von der Galerie Moos in Genf), Kunsthalle Basel, 18.5.–22.6.1919, Nr. 50, als "Le Salève en automne, 1903".
- Genf 1919, Salon d'été. Exposition particulière Alexandre Soldenhoff, Galerie Moos, Juli–August 1919, Nr. 57, als "Le Salève en automne".
- Bern 1919, Ferd. Hodler. E. de Fiori. W. Lehmbruck. Herm. Haller. H. Hubacher. E. Morgenthaler, Kunsthalle Bern, 24.8.–21.9.1919, Nr. 21, als "Salève mit Arve, 1903".
- Genf 1919, Expositions. C. Felber - O. Glatz - E. Hermès - N. Marshall - H. B. Wieland - F. Le Gout-Gérard, Galerie Moos, November 1919, Nr. 15, als "Salève en automne, 1912".
- Bern 1920, Vor-Ausstellung der Schweizergruppe für die internationale Kunstausstellung Venedig 1920. F. Gos. Jean Lurçat. José Sanz Arizmendi. Alb. Jak. Welti. Ferdinand Hodler, Kunsthalle Bern, 15.2.–7.3.1920, Nr. 39, als "Le Salève en automne".
- Venedig 1920, XIIª Esposizione Internazionale d'Arte della città di Venezia 1920, Biennale di Venezia, 15.4.–31.10.1920, Nr. 21, als "Il Salève in autunno, 1903".
- Genf 1936, Ferdinand Hodler. Exposition organisée à l’occasion du XIVe Congrès international d’Histoire de l’Art, Galerie Moos, 8.9.–30.9.1936, Nr. 37, als "Le Salève en automne, 1903".
- Genf und Zürich 2003/04, Ferdinand Hodler. Le Paysage, Musée Rath; Kunsthaus Zürich, 2.9.2003–1.2.2004; 5.3.–6.6.2004, Nr. 10, als "Die Salève im Herbst, um 1891".
- Bern und Budapest 2008, Ferdinand Hodler. Eine symbolistische Vision, Kunstmuseum Bern; Museum der Bildenden Künste Budapest, 9.4.–10.8.2008; 7.9.–14.12.2008, Nr. 30.

Literatur:
- Johannes Widmer: Hodler-Ausstellung in Lausanne, in: Neue Zürcher Zeitung, 18.7.1911, Nr. 197, Zweites Abendblatt, S.1.
- Carl Albert Loosli: Ferdinand Hodler. Leben, Werk und Nachlass, Bern 1924, Bd. II, S. 156, als "Salève im Herbst, 1890".
- Carl Albert Loosli: Ferdinand Hodler. Leben, Werk und Nachlass. Das Werk Ferdinand Hodler's von 1870 bis 1889, Bern 1922, Bd. II, S. 156, "Salève im Herbst, 1890".
- Ewald Bender: Die Kunst Ferdinand Hodlers. Gesamtdarstellung. Das Frühwerk bis 1895, Zürich 1923, Bd. I, S. 165, 167 (mit Abb.-Nr. 217 und 323).
- Carl Albert Loosli: Generalkatalog in: Ferdinand Hodler. Leben, Werk und Nachlass, Suter 1921–1924, Nr. 1719, als "Salève im Herbst, 1890".
- Paul Müller: Die Kunst Ferdinand Hodlers. Gesamtdarstellung. Landschaftskatalog, Zürich 1941, Bd. II, Nr. 222, als "Der Salève im Herbst, um 1890/91"; Nr. 289, als "Salève mit Arve, Herbst, um 1903".
- Ernst Mühlestein und Georg Schmidt: Ferdinand Hodler 1853-1918. Sein Leben und sein Werk, Erlenbach-Zürich 1942, S. 255 f., Nr. 448, als "Salève im Herbst, 1890/91".
- Hans A. Lüthy: Et tu verras enfin mourir, à l'infini, le bel Océan de Lumière aux flots chantants. Zu Trachsels Traumlandschaften, in: Ausst.-Kat. Genf, Solothurn und Freiburg i. Br. 1985, Albert Trachsel 1863-1929, Solothurn 1984, S. 39, Abb. 28, als "Salève im Herbst".
- Ausst.-Kat. Ferdinand Hodler. Le Paysage, Genf und Zürich 2003/04, S. 27; S. 152, als "Der Salève im Herbst" (mit Abb).
- Christian Klemm: Das Licht in der Kunst Ferdinand Hodlers, in: Ferdinand Hodler. Eine symbolistische Vision, Ostfildern 2008, S. 327, als "Der Salève im Herbst, um 1891".
- Oskar Bätschmann und Paul Müller: Ferdinand Hodler. Catalogue raisonné der Gemälde, Hrsg. Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft, Bd. I-1, Die Landschaften, Zürich 2008, S. 202 f., Nr. 209 (mit Abb.).

Dieses wichtige Gemälde markiert einen bedeutenden Übergang in Ferdinand Hodlers Œuvre. In seinem expressiven Kolorit und der intensiven Lichtwirkung unterscheidet es sich deutlich von den in tonigen Farben gehaltenen Landschaften der Frühzeit. Entscheidende Impulse zu dieser freieren und für die damalige Zeit besonders kühnen Farbgebung dürften ihm die Werke zeitgenössischer französischer Künstler gegeben haben, die Hodler im Mai 1891 anlässlich der Ausstellung seines berühmten Werkes "die Nacht" auf der Exposition Nationale des Beaux-Arts in Paris gesehen hatte.

Was Hodler nun interessiert, ist die Einwirkung des Lichts auf die Gegenstände und ihre farblichen Veränderungen. Dabei bevorzugte er für seine in dieser Zeit entstandenen Salève-Ansichten die Komplementärfarben Gelb und Violett und, wie in diesem Gemälde, Blau und Rot. Durch die satten Tonwerte, die er sowohl für das Wasser der Arve wie auch für die Gestaltung des massiven Felsens des Salève verwendete, tritt die traditionelle Luftperspektive in den Hintergrund zugunsten einer starken Bildkomposition. Die leichte Reflektion des in Herbstfarben leuchtenden Berges im vorbeifliessenden Wasser dient ihm zudem als neues Mittel zur Umsetzung eines Kompositionsprinzips, das später sein Werk vollends bestimmen wird.

Monika Brunner weist zudem darauf hin, dass die Gegenüberstellung der Elemente Erde und Wasser, die sich im schweren Felsblock des Salève und im Flusslauf der Arve manifestieren, auf die Gleichzeitigkeit unterschiedlicher Zeitdimensionen verweist: während die geologischen Formationen einen lang andauernden Prozess festhalten, bringt das Wasser die Flüchtigkeit des Augenblicks zum Ausdruck.

CHF 800 000 / 1 400 000 | (€ 824 740 / 1 443 300)

Verkauft für CHF 2 094 500 (inkl. Aufgeld)
Angaben ohne Gewähr.