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Lot 3066* - A176 Gemälde Alter Meister - Dienstag, 22. März 2016, 14.30 Uhr

JAKOB PHILIPP HACKERT

(Prenzlau 1737–1807 San Piero di Carreggio)
Blick auf den Sele und das Massiv der Monti Alburni. 1788.
Öl auf Leinwand.
Unten rechts signiert und datiert: Ph: Hackert. f a Naples 1788.
65,5 × 88,8 cm.

Gutachten:
Gutachten Dr. Claudia Nordhoff, 21.1.2014.

Provenienz:
Deutsche Privatsammlung.

Das hier angebotene Gemälde des Künstlers Jakob Philipp Hackert, aus dem Jahre 1786, zeigt eine geografisch nahezu exakte Landschaftsdarstellung der Persano Ebene mit Blick auf die Monti Alburni und kann als ein charakteristisches Beispiel des deutschen Malers des Klassizismus bezeichnet werden. Nachdem Jakob Philipp Hackert nach seiner Lehrzeit und dem darauf folgenden Aufenthalt in Rom, zu einem der berühmtesten Landschaftsmaler avancierte, trat er 1786 als erster Hofmaler in den Dienst des Bourbonen-Königs Ferdinand IV. von Neapel. Aufträge führte er in den unterschiedlichen Residenzen des Monarchen aus, wobei ihm jeweils drei Monate des Jahres für eigene Studien zur Verfügung standen. In dieser Zeit muss gemäss Dr. Claudia Nordhoff das hier angebotene Werk entstanden sein. Aufgrund einer Vielzahl an beruflichen Verpflichtungen blieb Hackert im Jahre 1786 jedoch keine Zeit für grössere Ausflüge, weshalb er bei dem hier besprochenen Gemälde auf eine Darstellung einer Landschaft zurückgriff, die er bereits 1782 auf einer Wanderung besucht und auch zeichnerisch dokumentiert hatte. Dies lässt sich auch in der von Johann Wolfgang von Goethe verfassten Hackert Biografie nachlesen (siehe Goethe, Johann Wolfgang von: Werke, Bd. 46 (Winkelmann/Philipp Hackert), Weimar 1891, S. 229). Einzelne Etappen dokumentierte Jakob Philipp Hackert durch eine Vielzahl an Zeichnungen, von denen eine als Vorzeichnung für dieses Gemälde diente. Mit der Monti Picentini und dem Dorf Ebboli im Rücken wird der Blick über den Fluss Sele auf das Bergmassiv der Monti Alburni, ein sich über 40 Kilometer erstreckendes Kastengebirge, eröffnet. Eine Komposition, die durch abwechselnde Licht- und Schattenpartien, vielfältige Formen und einen in die Ferne schweifenden Morgenhimmel spannend umgesetzt wurde. Dieses exakte Landschaftsdokument wurde gemäss Dr. Claudia Nordhoff mit grosser Wahrscheinlichkeit als Auftragsarbeit auf Wunsch eines "Grand-Tour-Reisenden" geschaffen. Dies begründet sie unter anderem aufgrund der Tatsache, dass Hackert dieses Gemälde mit keiner eindeutigen Ortsbezeichnung versehen hat und sich somit der Auftraggeber anhand der vorhandenen Vorzeichnungen für diese Landschaftsdarstellung entschieden haben könnte.

CHF 60 000 / 80 000 | (€ 61 860 / 82 470)

Verkauft für CHF 48 500 (inkl. Aufgeld)