Lot 3440 - A211 Post-War & Contemporary - Donnerstag, 28. November 2024, 16.00 Uhr
CHRISTO (VLADIMIROV JAVACHEFF)
(Gabrowo 1935–2020 New York)
Valley Curtain (Project for Colorado/Rifle). 1971.
Collage. Blei- und Farbstift, Deckweiss, Wachskreide, Stoff, Foto, Karte, Heftklammern und Klebeband auf Karton.
Unten links signiert und datiert: Christo 1971.
70,7 × 55,7 cm.
Provenienz:
"Do you know that I don’t have any artworks that exist? They all go away when they’re finished. Only the preparatory drawings and collages are left, giving my works an almost legendary character." Christo
Diese Arbeit dient der Vorbereitung von Christos "Valley Curtain" Projekt, das am 10. August 1972 nach über zwei Jahren der Planungsphase realisiert wird. Christo und Jeanne-Claude lassen einen riesigen orangefarbenen Vorhang zwischen zwei Berghänge mitten in Colorado spannen, was den Auftakt zahlreicher weiterer Projekte des Duos in Amerika bildet. Ein erster Aufbauversuch für die technisch anspruchsvolle Installation scheitert im Oktober 1971, als ein starker Wind den Stoff zerstört. Trotz dieses Rückschlags unternimmt das Künstlerpaar einen weiteren Anlauf: Am 10. August 1972 montieren zahlreiche Ingenieure, Arbeiter und Freiwillige das 18.600 Quadratmeter grosse Nylongewebe an einem 400 Meter langen, in den Bergen verankerten Stahlkabel. Das spektakuläre Landschaftsprojekt wird umfangreich dokumentiert und fotografiert, muss jedoch nach nur 28 Stunden wegen eines erneuten Sturms bereits wieder abgebaut werden.
Die Beharrlichkeit, mit der Christo und Jeanne-Claude dieses Projekt vorantreiben – von der langen Planungsphase über intensive Verhandlungen mit Behörden und Umweltschützern bis zur Finanzierung durch den Verkauf von Entwürfen, Zeichnungen, Collagen, Modellen und Lithografien von Christo – verdeutlicht ein zentrales Prinzip ihres Schaffens: Sie streben danach, scheinbar Unmögliches zu überwinden und Utopien zu verwirklichen.
Das vorliegende Werk zeigt bereits ein fortgeschrittenes Planungsstadium des Projekts. Christo veranschaulicht den Vorhang einerseits durch ein orangefarbenes Stück Stoff, das er mit Klammern auf einen Karton fixiert, andererseits malt er ihn in leuchtendem Orange auf eine Schwarz-Weiss-Fotografie, die den Rifle Gap, ein beeindruckendes Tal in Colorado, zeigt. Die steil aufsteigenden Felswände, ebenfalls mit Klammern auf der Komposition befestigt, stellt er mit kräftigen Schraffuren mit Bleistift, Farbstift, Deckweiss und Wachskreide dar. Die detaillierten technischen Angaben auf dem Arrangement erinnern an Architekturzeichnungen und verdeutlichen den visionären Charakter dieser Arbeit in Bezug auf die konkrete Realisierung des Projekts. Planung, Umsetzung und Dokumentation sind folglich drei Schritte des Kunstprojekts, die sich anhand der Zeichnung manifestieren und sie zu einem wichtigen Bestandteil eines wunderschönen Projekts des Künstlerduos machen.
Foto 2: © Shunk-Kender.
Diese Arbeit dient der Vorbereitung von Christos "Valley Curtain" Projekt, das am 10. August 1972 nach über zwei Jahren der Planungsphase realisiert wird. Christo und Jeanne-Claude lassen einen riesigen orangefarbenen Vorhang zwischen zwei Berghänge mitten in Colorado spannen, was den Auftakt zahlreicher weiterer Projekte des Duos in Amerika bildet. Ein erster Aufbauversuch für die technisch anspruchsvolle Installation scheitert im Oktober 1971, als ein starker Wind den Stoff zerstört. Trotz dieses Rückschlags unternimmt das Künstlerpaar einen weiteren Anlauf: Am 10. August 1972 montieren zahlreiche Ingenieure, Arbeiter und Freiwillige das 18.600 Quadratmeter grosse Nylongewebe an einem 400 Meter langen, in den Bergen verankerten Stahlkabel. Das spektakuläre Landschaftsprojekt wird umfangreich dokumentiert und fotografiert, muss jedoch nach nur 28 Stunden wegen eines erneuten Sturms bereits wieder abgebaut werden.
Die Beharrlichkeit, mit der Christo und Jeanne-Claude dieses Projekt vorantreiben – von der langen Planungsphase über intensive Verhandlungen mit Behörden und Umweltschützern bis zur Finanzierung durch den Verkauf von Entwürfen, Zeichnungen, Collagen, Modellen und Lithografien von Christo – verdeutlicht ein zentrales Prinzip ihres Schaffens: Sie streben danach, scheinbar Unmögliches zu überwinden und Utopien zu verwirklichen.
Das vorliegende Werk zeigt bereits ein fortgeschrittenes Planungsstadium des Projekts. Christo veranschaulicht den Vorhang einerseits durch ein orangefarbenes Stück Stoff, das er mit Klammern auf einen Karton fixiert, andererseits malt er ihn in leuchtendem Orange auf eine Schwarz-Weiss-Fotografie, die den Rifle Gap, ein beeindruckendes Tal in Colorado, zeigt. Die steil aufsteigenden Felswände, ebenfalls mit Klammern auf der Komposition befestigt, stellt er mit kräftigen Schraffuren mit Bleistift, Farbstift, Deckweiss und Wachskreide dar. Die detaillierten technischen Angaben auf dem Arrangement erinnern an Architekturzeichnungen und verdeutlichen den visionären Charakter dieser Arbeit in Bezug auf die konkrete Realisierung des Projekts. Planung, Umsetzung und Dokumentation sind folglich drei Schritte des Kunstprojekts, die sich anhand der Zeichnung manifestieren und sie zu einem wichtigen Bestandteil eines wunderschönen Projekts des Künstlerduos machen.
Foto 2: © Shunk-Kender.
CHF 20 000 / 30 000 | (€ 20 620 / 30 930)
Verkauft für CHF 58 750 (inkl. Aufgeld)