Lot 1029 - A212 Decorative Arts - Donnerstag, 27. März 2025, 13.30 Uhr
EMAILLIERTES WEIHRAUCHSCHIFFCHEN, SOG. "NAVETTE À ENCENS"
Limoges, 13. Jh.
Kupfer graviert und mit Resten von Vergoldung sowie Emaille-Champlevé mit Rankendekor auf türkisblauem Grund. Zwei applizierte, teilvergoldete Heiligen-Medaillons (wohl Evangelisten darstellend) aus Kupfer, ebenfalls emailliert in Blau und Rot. In vergoldetem Kupfer gefasste, violette Edelstein-Cabochons. Ovales, schiffförmiges Gefäss, die obere Abdeckung an den Enden gerundet und in Vogelköpfen endend, halbseitig aufklappbar. Die Wandungen graviert mit geometrischen Friesen. Auf kurzem Trompetenfuss (wohl ergänzt).
19 × 9 × 7 cm.
Vergoldung stark berieben, Emaille mit Fehlstellen. Ein Deckelende stark verbogen. Applizierter Dekor spätere Zufügung. 1 Cabochon mit Riss.
Diese Weihrauchschiffchen waren Teil der liturgischen Kirchenausstattung und dienten zur Aufbewahrung des Weihrauchs. Ein vergleichbares Exemplar befindet sich in der Sammlung der Fondation Gandur pour l'Art in Genf (Inv.-Nr. FGA-AD-Obj-0085), das ehemals aus der Sammlung Ruiz in Madrid stammte und später bei Koller mit der Sammlung Brummer 1979 versteigert wurde (Galerie Koller, Zürich, 17.10.1979, Lot 234). Das dortige Schiffchen weist wie unseres ein Rankendekor auf, die spitzseitigen Deckelenden sind dort als Schlangenköpfe geformt. Die Deckel des Exemplars aus der Gandur Sammlung weisen zwei durchbrochene kuppelförmige Aufsätze auf. Die beiden Evangelisten bei unserem Exemplar verdecken zwei Durchbohrungen. Es kann vermutet werden, dass das hier angebotenen Schiffchen ursprünglich mit einem vergleichbaren Dekor versehen war.
Ein weiteres, bis auf die später beigefügten Dekorationen sehr ähnliches Weihrauchschiffchen war Bestand der Keir Collection, welche 1997 von Sotheby’s in New York versteigert wurde (Sotheby’s New York. The Keir Collection of Medieval Works of Art. 20.11.1997. Lot 89).
Diese Weihrauchschiffchen waren Teil der liturgischen Kirchenausstattung und dienten zur Aufbewahrung des Weihrauchs. Ein vergleichbares Exemplar befindet sich in der Sammlung der Fondation Gandur pour l'Art in Genf (Inv.-Nr. FGA-AD-Obj-0085), das ehemals aus der Sammlung Ruiz in Madrid stammte und später bei Koller mit der Sammlung Brummer 1979 versteigert wurde (Galerie Koller, Zürich, 17.10.1979, Lot 234). Das dortige Schiffchen weist wie unseres ein Rankendekor auf, die spitzseitigen Deckelenden sind dort als Schlangenköpfe geformt. Die Deckel des Exemplars aus der Gandur Sammlung weisen zwei durchbrochene kuppelförmige Aufsätze auf. Die beiden Evangelisten bei unserem Exemplar verdecken zwei Durchbohrungen. Es kann vermutet werden, dass das hier angebotenen Schiffchen ursprünglich mit einem vergleichbaren Dekor versehen war.
Ein weiteres, bis auf die später beigefügten Dekorationen sehr ähnliches Weihrauchschiffchen war Bestand der Keir Collection, welche 1997 von Sotheby’s in New York versteigert wurde (Sotheby’s New York. The Keir Collection of Medieval Works of Art. 20.11.1997. Lot 89).
CHF 8 000 / 12 000 | (€ 8 250 / 12 370)
Verkauft für CHF 11 250 (inkl. Aufgeld)