FREI GEBOREN
Vorschau auf die Auktion Bücher & Autografen vom 16. September 2026
Bisweilen schreibt die Geschichte erstaunliche Parallelen. Am 21. August 1789 beriet und verabschiedete das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten jene Verfassungszusätze, aus denen später die Bill of Rights hervorgehen sollte. Fast zeitgleich verabschiedete die französische Assemblée constituante Artikel für Artikel die «Déclaration des droits de l’Homme et du Citoyen».
Hinter dieser bemerkenswerten Gleichzeitigkeit stand ein gemeinsames geistiges Fundament: Sowohl das amerikanische Experiment einer demokratischen Staatsordnung – von der Unabhängigkeitserklärung von 1776 über die Verfassung von 1787 bis zur Bill of Rights – als auch die revolutionären Umwälzungen in Frankreich waren wesentlich von den Ideen der Aufklärung geprägt. Denker wie Locke, Montesquieu und Rousseau stellten überkommene Herrschaftsordnungen infrage und formulierten neue Vorstellungen von natürlichen Rechten, Volkssouveränität und dem Verhältnis des Einzelnen zum Staat.
DÉCLARATION DES DROITS
DE L'HOMME EN SOCIÉTÉ
[Versailles, 1789].
BEIGEBUNDEN: Extrait des Procès-Verbaux de
l’Assemblée Nationale. Articles de Constitution.
Schätzung: CHF 50 000/80 000
Die Bedeutung des hier angebotenen, ausserordentlich seltenen Erstdrucks lässt sich kaum überschätzen. Der unscheinbare Band enthält Ideen, die die politische und gesellschaftliche Ordnung des Ancien Régime erschütterten und weit über die Grenzen Frankreichs hinaus Wirkung entfalten sollten. Schon der erste Artikel bringt ihre revolutionäre Sprengkraft auf den Punkt: ‘Die Menschen werden frei und gleich an Rechten geboren und bleiben es.’ Die Souveränität, so verkündet die Erklärung, liegt ihrem Wesen nach bei der Nation; Freiheit, Eigentum, Sicherheit und Widerstand gegen Unterdrückung werden zu natürlichen und unveräusserlichen Rechten erklärt.
Von diesem Erstdruck haben sich nur sehr wenige Exemplare in öffentlichen Sammlungen erhalten. Dem hier angebotenen Band ist zudem ein ebenso seltener Erstdruck von Verfassungsartikeln der Nationalversammlung beigebunden. Welche Bedeutung der Erklärung bis heute zukommt, unterstreicht auch ihre Aufnahme in das UNESCO-Weltdokumentenerbe ‘Memory of the World’ im Jahr 2003.
PAUL
GAUGIN
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift und Couvert.
An den Künstler und Freund Daniel de Monfreid in Paris.
Schätzung: CHF 20 000/25 000
HERMANN
HESSE
Zwölf Gedichte.
Eigenhändiges Manuskript auf Papier.
Schätzung: CHF 12 000/18 000
MARIE, KÖNIGIN
VON RUMÄNIEN
Eigenhändiges Album mit
13 blattfüllenden Blumengouachen.
Schätzung: CHF 12 000/18 000


