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KollerView 1-26

Brueghels Blick ins Leben


Vorschau auf die Auktion Gemälde Alter Meister vom 27. März 2026

Im Jahr 1622 malte Pieter Brueghel d. J. eine Allegorie des Herbstes. Das Gemälde war sehr wahrscheinlich Teil einer Vier Jahreszeiten Folge und wurde vermutlich zuletzt 1935 auf dem Auktionsmarkt angeboten. Seither verblieb das mittelformatige Bild in Schweizer Privatbesitz und seit vier Generationen in derselben Familie. Die symbolisch aufgeladene Darstellung verbindet sich mit einer anschaulichen Darstellung des ländlichen Alltags. Im Vordergrund steht eine Metzgete mit Schweineschlachtung, während Kinder das Geschehen neugierig verfolgen und mit einem zum Ballon aufgeblasenen Schweinsmagen spielen. Im Mittel und Hintergrund weitet sich der Blick zu einer Flusslandschaft mit Weinbergen. Die mit einem Augenzwinkern eingestreuten Randepisoden unterstreichen den erzählerischen Reichtum und die lebensnahe Beobachtungsgabe des Künstlers. Das Brueghel Gemälde ist vom Künstler signiert und auf das Jahr 1622 datiert.

Pieter
Brueghel d. J.

(1564–1638)
Allegorie des Herbstes. 1622.
Öl auf Holz. 41,1 × 56 cm. Signiert.
Schätzung: CHF 300 000/500 000

Ebenfalls datiert – hier auf das Jahr 1562 – und mit dem Monogramm «JB» versehen, ist ein frühes Ölgemälde von Joachim Beuckelaer. Es zeigt eine dramatische Episode aus dem Alten Testament: das Urteil des Salomon. Zwei Frauen streiten vor dem König um ein Kind, das jede von ihnen als das eigene beansprucht. Salomon wird als Richter aufgesucht und entlarvt durch seine berühmte Weisheitsprobe die falsche Mutter.

Joachim
Beuckelaer

(1533–1574/75)
Das Urteil des Salomon. 1562.
Öl auf Holz. 63,5 × 91,1 cm. Signiert.
Schätzung: CHF 30 000/50 000

Joachim
Beuckelaer

(1533–1574/75)
Das Urteil des Salomon. 1562.
Öl auf Holz. 63,5 × 91,1 cm. Signiert.
Schätzung: CHF 30 000/50 000

Beuckelaer entfaltet die Szene in einer ebenso farbenreichen, wie detailfreudigen Komposition. Die unterschiedliche emotionale Haltung der Beteiligten ist fein abgestuft wiedergegeben und steigert die dramatische Wirkung des Geschehens. Das Gemälde wurde kürzlich in einer Schweizer Privatsammlung wiederentdeckt. Es stammt aus jener Schaffensphase, in der sich der Künstler von seinem Umfeld löste und eine eigene, unverwechselbare Bildsprache entwickelte.

JAN
LIEVENS

(1607–1674)
Stimmungsvolle Landschaft
mit Kirche im Hintergrund.
Öl auf Holz. 24 × 34,7 cm.
Schätzung: CHF 60 000/80 000

Jan Lievens, der als junger Künstler seine Werkstatt in Leiden mit dem fast gleichaltrigen Rembrandt teilte und der sich später an der Kunst von Peter Paul Rubens orientierte, malte eine stimmungsvolle Landschaft mit Kirche. Das Bild zählte einst zur Kunstsammlung des britischen Politikers Charles Cecil Cope Jenkinson (1784–1851). Eine Besonderheit des auf Holz ausgeführten Gemäldes ist die rückseitige Brandmarke des Antwerpener Tafelmachers Guilliam Gabron.

Florenz
um 1410–1415

Madonna mit Kind
und Heiligen. Tempera und Goldgrund
auf Holz. 82,1 × 48,7 cm.
Schätzung: CHF 80 000/120 000

Florenz
um 1410–1415

Madonna mit Kind und Heiligen.
Tempera und Goldgrund
auf Holz. 82,1 × 48,7 cm.
Schätzung: CHF 80 000/120 000

Die detailreiche Darstellung der Madonna mit Kind sowie der Heiligen Dorothea, Katharina von Alexandrien, Jakobus dem Jüngeren und Antonius Abbas stammt aus dem Florenz der Jahre 1410/15. Das Bild wird dem Umkreis von Gherardo Starnina und Lorenzo Monaco zugeordnet.

Karoline Weser, Koller Auctions

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KAROLINE WESER

Abteilungsleiterin
Gemälde Alter Meister & des 19. Jh.

weser@kollerauktionen.com
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