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KollerView 1-26

Vom Wert der Worte


Vorschau auf die Auktion für Bücher & Autographen vom 25. März 2026

Franz Kafka erlebte den Erfolg seiner Werke nicht mehr, und ein Literaturpreis blieb ihm zu Lebzeiten verwehrt. Doch 1915 stellte Carl Sternheim, Träger des Fontane-Preises, sein Preisgeld öffentlich dem Talent aus Prag zur Verfügung. So verschaffte er dem scheuen Schriftsteller zumindest etwas Aufmerksamkeit. Ein bisher unbekannter Dankesbrief Kafkas an Sternheim ist nun Teil unserer Auktion für Bücher und Autographen. Darin schlägt der scheue Verfasser einen recht artigen und etwas verschämten Ton an: «Dass diese Entscheidung gerade von Ihnen kommt, ehrt mich besonders, sie ist mir wichtiger, als Sie denken können.»

Franz
Kafka

(1883–1924)
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift.
Prag, 20. Oktober [19]15. 8°.
Schätzung: CHF 30 000/40 000

Rainer Maria
Rilke

(1875–1926)
Der Panther. Eigenhändiges Gedichtmanuskript.
Mit Widmungsblatt, datiert 1907
Schätzung: CHF 14 000/20 000

Albert
Einstein

(1879–1955)
Eigenhändiger Brief an seinen Sohn
Hans Albert Einstein.
Schätzung: CHF 5 000/8 000

Das Angebot umfasst viele weitere Autographen und Bücher aus unterschiedlichsten Bereichen. Im Rilke-Jahr darf auch dieser Prager Dichter nicht fehlen. Ein eigenhändiges Manuskript seines berühmten Gedichts «Der Panther» widmete und schenkte er 1907 einer Unbekannten. Manchmal wird Literatur selbst zur Währung.

Weniger demütig schreibt Albert Einstein 1936 in einem Gratulationsbrief an seinen ältesten Sohn Hans Albert, der in Zürich promovierte: «Ich freue mich riesig, dass Deine Arbeit nun fertig geworden ist. Mit dem Drucker, der Dein Geschreibsel lesen muss, habe ich aber wirklich Mitleid.» Doch Einstein zeigt sich zugleich grosszügig: «Was das Institut an den Druckkosten nicht zahlt, das zahle ich. Ich habe genug Geld dafür in Zürich, das gar nicht besser verwendet werden könnte.»

Hortense de
Beauharnais

(1783–1837)
Album aus ihrem Besitz mit 69 Aquarellen
und Pinselzeichnungen.
Schätzung: CHF 14 000/18 000

Die Briefe und Dokumente in unserem Katalog zeigen immer wieder, wie sehr Talente auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind – sei es, um zu überleben oder sich zu entfalten. Wie entspannt das Leben hingegen sein kann, wenn man im Exil, aber im eigenen Schloss residiert, verdeutlicht ein Album aus dem Besitz von Napoleons Stieftochter und Schwägerin Hortense de Beauharnais. Ihr Künstleralbum, das aus ihrem Nachlass stammt, lenkt den Blick auf ihr beschauliches Leben in Arenenberg am Bodensee, das sie den Künsten widmete.

DR. ANDREAS TERWEY, Koller Auktionen

KONTAKT FÜR
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EINLIEFERUNGEN:


DR. ANDREAS TERWEY

Abteilungsleiter
Bücher & Autographen

terwey@kollerauktionen.ch
+41 44 445 63 44