Lot 5573* - ibid157 Antiker Schmuck aus der Sammlung Kofler-Truniger - online only - Dienstag, 31. März 2026, 13.00 Uhr
BEDEUTENDER OHRRING WOHL MIT DER DARSTELLUNG EINES KAISERINNENKOPFES
Frühbyzantinisch, ca. 5.–7. Jh. n. Chr.
Goldblech teils durchbrochen gearbeitet in halbrunder Körbchenform. Filigranes Golddraht- und Granulationsdekor in Form von Rosetten und Sternblüten sowie reiche Goldperlbordüre. Unten mittig eine getriebene Darstellung eines Frauenkopfs mit kaiserlicher Frisur. Vier gefasste Almandine sowie ein blaues Medaillon (wohl Glaspaste). Einfacher Rundbügel.
H 6,3 cm, B 5,5 cm. Total 16 gr.
Provenienz:
- Sammlung Ernst und Marthe Kofler-Truniger (1903–1990 & 1918–1999), Luzern vor 1964 (Inv.-Nr. K731U).
- Schweizer Privatbesitz, Luzern, ca. 1974 von obigem erworben.
- durch Erbschaft in gleichem Schweizer Familienbesitz, Luzern.
Ausstellungen:
Literatur:
Gem. Karteikarte zieht Prof. Marvin Chauncey Ross (1904–1977) einen Vergleich zu einem Ohrring im Princeton Art Museum (Inv.-Nr. y1954-149), welches in Form, Gebrauch des Dekors und in den Schmuckeinlagen unserem nahe kommt. Er zitiert des Weiteren einige Beispiele von frühbyzantinischen Schmuckstücken mit kaiserlichen Darstellungen (z. Bsp. im Benaki Museum Athen, in der Walters Art Gallery, etc.), wobei seines Erachtens das vorliegende Stück eines der frühesten byzantinischen Beispiele für die Darstellung eines kaiserlichen Kopfs für diesen Ohrring-Typus ist. Ausschlaggebend für die Annahme, dass es sich um eine kaiserliche Darstellung handle, ist der dafür typische Haarschmuck. Für die umfangreiche Vergleichsliteratur sei auf den Kofler-Truniger Ausstellungskatalog des Kunsthauses Zürich (1964) verwiesen.
Zustandsbericht:
- Bügelspitze verbogen und abgebrochen<br>- Dellen und teils verbogene Elemente, kleine Fehlstellen<br>- Rückseitig ein Ausbruch, eine Restaurierungsspur CHF 1 500 / 2 000 | (€ 1 550 / 2 060)
Verkauft für CHF 1 250 (inkl. Aufgeld)