Lot 3221 - A217 Impressionismus & Moderne - Freitag, 26. Juni 2026, 16.30 Uhr
CLAUDE MONET
(Paris 1840–1926 Giverny)
Waterloo Bridge. 1900/01.
Pastell auf Papier.
Unten links signiert: Claude Monet.
31,7 × 48,3 cm.
Provenienz:
- Lucas Lichtenhahn, Basel, 1949 direkt von Obigem erworben.
- Privatsammlung Schweiz, am 14.8.1956 von Obigem erworben und durch Erbschaft an die heutigen Besitzer.
Ausstellung:
Literatur:
- Wildenstein Plattner Institute: Claude Monet. The Revised Catalogue Raisonné. The Pastels, Nr. CMIUDV P97 (Onlinewerkverzeichnis: https://digitalprojects.wpi.art/monet/artworks/detail?a=75612-waterloo-bridge).
Claude Monet besucht London erstmals über den Winter 1870/71, um dem in Frankreich vorherrschenden Deutsch-Französischen Krieg zu entfliehen. Die Stadt gefällt ihm auf Anhieb, doch es sollte noch rund 30 Jahre dauern, bis Monets Weg wieder zurück nach London führt. Am 15. September 1899 kommt Monet mit seiner Frau und seiner Stieftochter in der britischen Hauptstadt an. Die Reise dient einerseits dem Besuch seines Sohnes Michel, der zu einem Sprachkurs in London weilt, andererseits der Umsetzung eines seit geraumer Zeit gehegten Plans: der Schaffung einer Bildserie der royalen Stadt. Auch in den beiden darauffolgenden Jahren kehrt Monet wieder nach London zurück, um an seinen berühmten "Vues de Londres" zu arbeiten.
Bei jedem dieser Aufenthalte logiert Monet im fünften Stock des eleganten Hotels Savoy, das sich am Ufer der Themse zwischen der Waterloo Bridge und der Charing Cross Bridge befindet und Sicht auf die Houses of Parliament bietet. Inspiriert durch diese privilegierte Lage, richtet sich Monet in seiner Hotelsuite ein ganzes Zimmer als Atelier ein. Die Londoner Serie wird zu seiner umfangreichsten überhaupt und umfasst über 100 Gemälde. Der Grossteil dieser Werke konzentriert sich auf die oben genannten drei Hauptmotive. Für die beiden Brücken-Sujets malt Monet direkt von seinem Hotelzimmer aus, entweder im dortigen Atelier oder "en plein air" auf dem Balkon. Seinen eigenen Rhythmus findet Monet, indem er die gleiche Sicht oft zur selben Tageszeit malt: die Waterloo Bridge gegen Osten am Morgen, die Charing Cross Bridge gegen Süden am späten Morgen und Nachmittag und die Houses of Parliament, für die er das Hotel verlässt, am späten Nachmittag.
Sowohl in der Malerei als auch im Pastell widmet sich Monet am intensivsten der Waterloo Bridge. Vor allem während seines Aufenthaltes 1900, aber auch am Ende des Jahres 1901, konzentriert er sich fast ausschliesslich auf dieses Motiv. Insgesamt 40 Gemälde und 16 Pastelle entstehen von der 1817 eröffneten Brücke, die das wohlhabende Stadtzentrum mit den industriell geprägten Fabriken und Werften am Südufer verbindet und Monet ein dynamisches Kompositionsmotiv, erfüllt vom pulsierenden Leben der Metropole bietet.
"Waterloo Bridge" ist ein wunderbares Beispiel der flüchtigen Pastellarbeiten, die Monet anfertigt, um bestimmte Lichtstimmungen direkt einzufangen. Durch das stetig wechselnde Licht ist es Monet unmöglich, länger als ein paar Minuten an einer Leinwand zu arbeiten, weshalb er die Londoner Gemälde oft erst zu Hause in Giverny fertigstellt. Die Pastelle hingegen sind direkte Momentaufnahmen einer bestimmten Stimmung, die Monet so festhalten will, um sie später auf ein Gemälde zu übertragen. Bei den Ansichten konzentriert er sich stark auf die Architektur der Brücke in Kombination mit der Lichtstimmung über dem Fluss. Die tiefen, dunklen Bögen, die massiven Steinpfeiler, die Fabrikschornsteine und Lagerhäuser, die hinter der Brücke hervortreten, scheinen den Künstler besonders zu faszinieren. Doch der eigentliche Protagonist im Bild ist der Nebel.
Zum Kunsthändler René Gimpel sagte Monet einmal: "Ich liebe London! Aber ich liebe es nur im Winter, ohne den Nebel wäre London keine schöne Stadt. Erst der Nebel verleiht ihr ihre grossartige Weite. Ihre gleichmässigen, massiven Blöcke werden in diesem geheimnisvollen Schleier grandios." (Monet, zitiert nach Gimpel, Tagebuch eines Kunsthändlers, 1966).
Auch in diesem Pastell ist diese Stimmung sehr schön zu erkennen: Die unterschiedlichen Blau- und Weisstöne verschmelzen zu einer pudrigen Einheit und vermitteln die feuchte, dichte Atmosphäre eines nebligen Morgens. Der blaue Schleier umhüllt die Brücke, die in die Luft ragenden Gebäude dahinter und sogar das Boot im Vordergrund, das gemütlich über die Themse gleitet. Monet erweist sich als Meister solcher Effekte und vermag es wie kaum ein anderer, diese besondere impressionistische Essenz einzufangen.
Die meisten der 16 Londoner-Pastelle wurden verkauft oder vom Künstler direkt verschenkt. Einige befinden sich heute in bedeutenden Museen, zum Beispiel im Kunst Museum Winterthur (Besitz Hahnloser/Jaeggli Stiftung), in der National Gallery of Art in Washingtin oder im Musée d’Orsay in Paris. Nur wenige blieben im Besitz der Familie des Künstlers, darunter auch das vorliegende Werk, das direkt aus der Sammlung Michel Monets in die Schweiz gelangte und nun erstmals auf dem Markt angeboten wird.
Bei jedem dieser Aufenthalte logiert Monet im fünften Stock des eleganten Hotels Savoy, das sich am Ufer der Themse zwischen der Waterloo Bridge und der Charing Cross Bridge befindet und Sicht auf die Houses of Parliament bietet. Inspiriert durch diese privilegierte Lage, richtet sich Monet in seiner Hotelsuite ein ganzes Zimmer als Atelier ein. Die Londoner Serie wird zu seiner umfangreichsten überhaupt und umfasst über 100 Gemälde. Der Grossteil dieser Werke konzentriert sich auf die oben genannten drei Hauptmotive. Für die beiden Brücken-Sujets malt Monet direkt von seinem Hotelzimmer aus, entweder im dortigen Atelier oder "en plein air" auf dem Balkon. Seinen eigenen Rhythmus findet Monet, indem er die gleiche Sicht oft zur selben Tageszeit malt: die Waterloo Bridge gegen Osten am Morgen, die Charing Cross Bridge gegen Süden am späten Morgen und Nachmittag und die Houses of Parliament, für die er das Hotel verlässt, am späten Nachmittag.
Sowohl in der Malerei als auch im Pastell widmet sich Monet am intensivsten der Waterloo Bridge. Vor allem während seines Aufenthaltes 1900, aber auch am Ende des Jahres 1901, konzentriert er sich fast ausschliesslich auf dieses Motiv. Insgesamt 40 Gemälde und 16 Pastelle entstehen von der 1817 eröffneten Brücke, die das wohlhabende Stadtzentrum mit den industriell geprägten Fabriken und Werften am Südufer verbindet und Monet ein dynamisches Kompositionsmotiv, erfüllt vom pulsierenden Leben der Metropole bietet.
"Waterloo Bridge" ist ein wunderbares Beispiel der flüchtigen Pastellarbeiten, die Monet anfertigt, um bestimmte Lichtstimmungen direkt einzufangen. Durch das stetig wechselnde Licht ist es Monet unmöglich, länger als ein paar Minuten an einer Leinwand zu arbeiten, weshalb er die Londoner Gemälde oft erst zu Hause in Giverny fertigstellt. Die Pastelle hingegen sind direkte Momentaufnahmen einer bestimmten Stimmung, die Monet so festhalten will, um sie später auf ein Gemälde zu übertragen. Bei den Ansichten konzentriert er sich stark auf die Architektur der Brücke in Kombination mit der Lichtstimmung über dem Fluss. Die tiefen, dunklen Bögen, die massiven Steinpfeiler, die Fabrikschornsteine und Lagerhäuser, die hinter der Brücke hervortreten, scheinen den Künstler besonders zu faszinieren. Doch der eigentliche Protagonist im Bild ist der Nebel.
Zum Kunsthändler René Gimpel sagte Monet einmal: "Ich liebe London! Aber ich liebe es nur im Winter, ohne den Nebel wäre London keine schöne Stadt. Erst der Nebel verleiht ihr ihre grossartige Weite. Ihre gleichmässigen, massiven Blöcke werden in diesem geheimnisvollen Schleier grandios." (Monet, zitiert nach Gimpel, Tagebuch eines Kunsthändlers, 1966).
Auch in diesem Pastell ist diese Stimmung sehr schön zu erkennen: Die unterschiedlichen Blau- und Weisstöne verschmelzen zu einer pudrigen Einheit und vermitteln die feuchte, dichte Atmosphäre eines nebligen Morgens. Der blaue Schleier umhüllt die Brücke, die in die Luft ragenden Gebäude dahinter und sogar das Boot im Vordergrund, das gemütlich über die Themse gleitet. Monet erweist sich als Meister solcher Effekte und vermag es wie kaum ein anderer, diese besondere impressionistische Essenz einzufangen.
Die meisten der 16 Londoner-Pastelle wurden verkauft oder vom Künstler direkt verschenkt. Einige befinden sich heute in bedeutenden Museen, zum Beispiel im Kunst Museum Winterthur (Besitz Hahnloser/Jaeggli Stiftung), in der National Gallery of Art in Washingtin oder im Musée d’Orsay in Paris. Nur wenige blieben im Besitz der Familie des Künstlers, darunter auch das vorliegende Werk, das direkt aus der Sammlung Michel Monets in die Schweiz gelangte und nun erstmals auf dem Markt angeboten wird.
CHF 350 000 / 450 000 | (€ 360 820 / 463 920)
Verkauft für CHF 1 061 200 (inkl. Aufgeld)