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Lot 3228 - A216 Gemälde des 19. Jahrhunderts - Freitag, 27. März 2026, 16.00 Uhr

EDUARD GRÜTZNER

(Grosskarlowitz 1846–1925 München)
Klosterbruder mit Vesperkorb. 1907.
Öl auf Leinwand.
Unten rechts signiert und datiert: EGrützner. 1907.
40,3 × 30,5 cm.

Provenienz:
- Auktion Germann, Zürich, 5.6.2002, Los 74.
- Schweizer Privatbesitz.

Der beliebte "Mönchmaler" Eduard von Grützner liefert uns mit dem hier angebotenen Gemälde ein Paradestück seiner Kunst. Mit äusserst feinem Pinselstrich zeigt er einen feisten Klosterbruder, der mit Korb und Säcken, die mit allerlei Lebensmitteln prall gefüllt sind, bepackt ist. Es handelt sich bei ihm um einen Bettelmönch, der nach erfolgreichem Streifzug zufrieden das ergatterte Essen für seine Mitmönche heimbringt. Solche "Klosterbienen" malte Grützner einige Male in unterschiedlichen Variationen (siehe László Balogh: Eduard von Grützner. Ein Münchner Genremaler der Gründerzeit, München 1991, S. 210, Nr. 420 ff.).

Besonders charmant bei Grützners Malerei ist die Liebe des Künstlers zum Detail. Beispielsweise lässt sich der Stock unseres Klosterbruders mit seinem eigentümlich geschnitzten Griff auch in anderen Gemälden wiederfinden. Grützner, der selbst passionierter Antiquitätensammler war, stattete die Protagonisten in seinen Gemälden oft mit Requisiten aus, die er selbst besass. So kann durchaus angenommen werden, dass der Spazierstock in unserem Gemälde tatsächlich existierte und ein Privatgegenstand des Malers war.

Unser Gemälde war bereits zu Lebzeiten Grützners äusserst gefragt, so wurde das Werk als Postkartenmotiv verlegt, was die Beliebtheit des Malers und die Bedeutung des Gemäldes im Gesamtwerk Grützners zusätzlich unterstreicht.

CHF 4 000 / 6 000 | (€ 4 120 / 6 190)

Verkauft für CHF 7 500 (inkl. Aufgeld)