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Lot 3059 - A217 Schweizer Kunst - Freitag, 26. Juni 2026, 14.00 Uhr

GIOVANNI GIACOMETTI

(Stampa 1868–1933 Glion)
Mattino d'estate a Maloggia. 1927.
Öl auf Leinwand.
Unten links monogrammiert: G.G.
Rückseitig signiert, bezeichnet und datiert: Giovni Giacometti Maloja 1927.
100 × 108 cm.

Provenienz:
- Galerie Aktuaryus, Zürich.
- Schweizer Privatbesitz.

Ausstellungen:
- Zürich 1930, Ausstellung Schweizer Malerei, Kunsthaus Zürich, 29.6.–31.8.1930, Nr. 84, als "Morgenstimmung am See".
- Zürich 1931, Giovanni Giacometti (Gemälde). Hugo Siegwart (Plastik), Galerie Aktuaryus, 8.–30.11.1931, Nr. 1, als "Morgen".
- Bern und Chur 2009/10, Giovanni Giacometti. Farbe im Licht, Kunstmuseum Bern, 30.10.2009–21.2.2010; Bündner Kunstmuseum, 27.3.–24.5.2010, Nr. 105, als "Mattino d'estate a Maloggia".

Literatur:
- Ulrich Christoffel: "Zürcher Kunstchronik. Giovanni Giacometti", in: Neue Zürcher Zeitung, Nr. 2145, 12.11.1931.
- Renato Stampa: "Per il centenario della nascità di Giovanni Giacometti", in: Quaderni Grigionitaliani, Poschiavo 1968, Jg. 37, Nr. 2, April 1968, S. 37 (mit Abb.).
- Paul Müller und Viola Radlach: Giovanni Giacometti. Werkkatalog der Gemälde, Zürich 1997, Bd. II-2, S. 510, Nr. 1927.21 (mit Abb.).
- Ausst.-Kat. Giovanni Giacometti. Farbe im Licht, Bern und Chur 2009/10, S. 175, Nr. 105 (mit Abb.).

Giovanni Giacomettis eindrucksvolle Darstellung einer sommerlichen Morgenszene in Maloja zählt zu den besonders herausragenden Landschaftswerken seines reifen Spätwerks. In dieser Schaffensphase öffnet der Künstler den Bildraum zunehmend, erweitert die Weite der Komposition und verleiht dem Himmel eine neue, bedeutende Präsenz. Auch hier bestimmt das einfallende Morgenlicht die gesamte Szenerie und durchdringt das Bild mit einer einzigartigen Strahlkraft. Die symmetrisch-radiale Lichtführung verweist zugleich auf die frühen, symbolistisch geprägten Schaffensjahre des Künstlers und verbindet diese mit der freien, lichtdurchwirkten Malerei seines Spätwerks.

Der strahlenförmig inszenierte Lichtkranz gehört zu den charakteristischen Stilmitteln Giacomettis und begegnet im späten Œuvre immer wieder als Ausdruck seiner Auseinandersetzung mit Licht und Farbe. Die Sonne taucht die Landschaft in leuchtende Nuancen: Der violette Schatten der Viehherde kontrastiert wirkungsvoll mit der in warmem Orange aufglühenden Strasse. Gerade diese kühne, zugleich fein austarierte Farbdramaturgie macht Giacomettis unverwechselbare malerische Handschrift aus.

Im Vordergrund belebt die Viehherde die Komposition und schafft eine unmittelbare Nähe zum Geschehen. Der Betrachter wird gleichsam in die Szene hineingezogen und erlebt den erwachenden Tag aus nächster Nähe.

In der klaren Morgenluft scheint sich die ferne Bergkette beinahe aufzulösen; Licht und Atmosphäre lassen sie sanft in den Hintergrund treten. Diese intensive, leuchtende Farbigkeit ist kennzeichnend für Giacomettis späte Sommerlandschaften und steht in bewusstem Kontrast zu den gedämpfteren, stilleren Tönen seiner Winterbilder.

Das vorliegende Werk veranschaulicht Giacomettis zentrales künstlerisches Anliegen: das Erfassen des Wesens des farbigen Lichts und dessen Übersetzung in reine Malerei. Zur Ausstellung im Kunsthaus Zürich im Jahr 1931 fand Christoffel dafür treffende Worte: „…Es scheint, dass die Persönlichkeit des Künstlers in dieser Verherrlichung des aufstrahlenden Morgens ihre glückliche Erfüllung gefunden habe.“ (Christoffel, 1931).

Ein atmosphärisch dichtes, farbintensives und museal anmutendes Gemälde, das die Meisterschaft Giovanni Giacomettis auf besonders eindrucksvolle Weise vor Augen führt.

CHF 200 000 / 300 000 | (€ 206 190 / 309 280)

Verkauft für CHF 500 000 (inkl. Aufgeld)