Lot 3283 - A217 Impressionismus & Moderne - Freitag, 26. Juni 2026, 16.30 Uhr
HANS (JEAN) ARP
(Strassburg 1886–1966 Basel)
Coupe chimérique. 1947.
Bronze, poliert. 1/3. Guss um 1947.
H 80 cm.
Provenienz:
- Mr. und Mrs. George Henry Warren, New York.
- Auktion Christie's, New York, 11.5.1989, Los 355.
- Galerie Le Point, Monaco.
- Auktion Christie's, London, 1.7.1999, Los 634.
- Privatsammlung Schweiz, an obiger Auktion erworben und durch Erbschaft an die heutigen Besitzer.
Ausstellungen:
- New York 1958, Jean Arp. A retrospective, Museum of Modern Art, 8.10.–30.11.1958, Nr. 86.
Literatur:
- Carola Giedion-Welcker: Jean Arp, New York 1957, S. 59, Nr. 86 (mit Abb.).
- Stefanie Poley: Hans Arp. Die Formensprache im plastischen Werk, Stuttgart 1978, Abb. 31.
Bereits um 1930 beginnt Hans Arp, seine biomorphen Formen aus den Gemälden und Reliefs in die Plastik zu übertragen. Dabei arbeitet er bevorzugt mit Gips, da sich das Material leicht auftragen und wieder abtragen lässt, und so eine flexible Formgebung ermöglicht. Diese Gipsformen dienen ihm als Ausgangspunkt für seine späteren Bronzeabgüsse. Bis 1943 arbeitet Arp intensiv an seinem plastischen Œuvre, es entstehen mehrere Objekte pro Jahr. Als Sophie Taeuber-Arp 1943 unerwartet durch einen tragischen Unfall stirbt, stürzt Arp in eine tiefe Krise, die zu einer mehrjährigen Unterbrechung seiner skulpturalen Tätigkeit führt. Seine Trauer verarbeitet er in den folgenden vier Jahren in Arbeiten auf Papier und in Gedichten. Erst 1947 beginnt er wieder, sich mit neuer Energie der Plastik zu widmen.
Er knüpft an den Stil der Vorjahre an, bleibt den gerundeten, organischen Volumina treu, entwickelt seine Skulpturen jedoch weiter, indem sie eine inhaltliche Verdichtung erfahren. Er greift nun verstärkt auf Aspekte von Natur, Mythos und Transformation zurück und beschäftigt sich intensiv mit organischen Strukturen sowie mit dem Gedanken, Kunst als etwas "Naturhaftes" entstehen zu lassen.
Die zur Auktion kommende goldfarbene Bronze "Coupe chimérique" fällt genau in diese Zeit. Das zweiteilige Werk besteht aus einem schräg geschnittenen Gefäss oder einer Schale, die die untere Basis bildet. Darauf sitzt eine organische und zugleich undefinierte Form. Der titelgebende Begriff "chimérique" verweist dabei auf das Imaginäre und Hybridhafte und evoziert Assoziationen an ein mythologisches Mischwesen. Typisch für Arp zeigt das Werk biomorphe Formen, die nicht die Natur nachahmen, sondern quasi eigenständig gewachsen wirken.
Die zugrunde liegende Gipsform befindet sich heute in der Sammlung des Centre Pompidou in Paris. Bei dem vorliegenden Werk handelt es sich um die erste der drei Bronzen, die Arp nach diesem Modell anfertigen liess. Diese Fassung war bereits Teil mehrerer bedeutender Arp-Ausstellungen.
Er knüpft an den Stil der Vorjahre an, bleibt den gerundeten, organischen Volumina treu, entwickelt seine Skulpturen jedoch weiter, indem sie eine inhaltliche Verdichtung erfahren. Er greift nun verstärkt auf Aspekte von Natur, Mythos und Transformation zurück und beschäftigt sich intensiv mit organischen Strukturen sowie mit dem Gedanken, Kunst als etwas "Naturhaftes" entstehen zu lassen.
Die zur Auktion kommende goldfarbene Bronze "Coupe chimérique" fällt genau in diese Zeit. Das zweiteilige Werk besteht aus einem schräg geschnittenen Gefäss oder einer Schale, die die untere Basis bildet. Darauf sitzt eine organische und zugleich undefinierte Form. Der titelgebende Begriff "chimérique" verweist dabei auf das Imaginäre und Hybridhafte und evoziert Assoziationen an ein mythologisches Mischwesen. Typisch für Arp zeigt das Werk biomorphe Formen, die nicht die Natur nachahmen, sondern quasi eigenständig gewachsen wirken.
Die zugrunde liegende Gipsform befindet sich heute in der Sammlung des Centre Pompidou in Paris. Bei dem vorliegenden Werk handelt es sich um die erste der drei Bronzen, die Arp nach diesem Modell anfertigen liess. Diese Fassung war bereits Teil mehrerer bedeutender Arp-Ausstellungen.
CHF 130 000 / 200 000 | (€ 134 020 / 206 190)
Verkauft für CHF 212 500 (inkl. Aufgeld)