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Lot 3414 - A215 Post-War & Contemporary - Donnerstag, 27. November 2025, 14.00 Uhr

JOHN MCCRACKEN

(Berkeley 1934–2011 New York City)
Tech Beat. 1999.
Polyesterharz, Fiberglas und Sperrholz.
Verso signiert, betitelt und datiert: Tech Beat 1999 John McCracken.
198 × 121 × 15 cm.

Provenienz:
- Hauser & Wirth, Zürich (verso mit dem Etikett).
- Privatsammlung Schweiz, in obiger Galerie 1999 erworben.

Ausstellung:
Zürich 1999, John McCracken, Galerie Hauser & Wirth, 28.8.–23.10.1999.

Als hätte man ein Stück aus dem Ozean oder Himmel geschnitten – ganz so wirkt John McCrackens Werk "Tech Beat".

Seit den 1960er-Jahren setzt sich der Künstler in seinen "Plank"-Arbeiten mit der Verhandlung von Fläche und Raum auseinander: Seine bunten, oft nur an die White-Cube-Wände der Galerien oder Museen angelehnten Planken sind dabei weder Wandarbeit noch Skulptur, sondern stehen im wahrsten Sinne des Wortes irgendwo dazwischen. Die hochglänzende Oberfläche, in der sich die umgebenden Räume spiegeln, befeuert die aufkommenden Fragen nach dem eigentlichen Ort dieser Objekte: Während sie zwar ganz offensichtlich aus fester Materie bestehen und eine deutliche Präsenz im Raum haben, wirken sie teils dennoch fast transparent und durchdringbar – wie Öffnungen in eine andere Dimension.

"Tech Beat" führt dieses Phänomen als eine der späten und an der Schwelle zur Loslösung von der Wandfläche stehenden "Planks" par excellence vor. Durch die auf Spiegelglanz polierte Oberfläche der in verschiedensten Blautönen changierenden Front dieser faszinierenden Arbeit entsteht der Eindruck, als blicke man durch ein Portal in die Unendlichkeit.

Während die beinahe hypnotische Wirkung des blau schimmernden Rechtecks den Blick der Betrachtenden einfängt und in eine Art suggerierte Tiefe im Inneren des Werkes zieht, markiert der Künstler die Arbeit über die klare Begrenzung der spiegelnden Fläche mit tiefen mattweissen Seitenkanten zugleich sehr nüchtern und deutlich als plastisches Objekt, das im Hier und Jetzt verankert ist. McCrackens Materialien – Holz, Polyesterharz, Fiberglas und Acryl – sind industriell, doch in seiner Hand verwandeln sie sich in skulpturale, transluzent wirkende Objekte mit einer ganz eigenen, fast spirituell anmutenden Energie.

1995 erklärte der Künstler in einem Interview mit Thomas Kellein:
"I see the plank as existing between two worlds, […] the floor representing the physical world of standing objects, trees, cars, buildings, [and] human bodies, […] and the wall representing the world of the imagination, illusionist painting space, [and] human mental space."

"Tech Beat" repräsentiert dies in Reinform: Oszillierend zwischen klarer materieller Präsenz und der Suggestion eines rein immateriell existierenden Raumes ist das Werk in beiden Konzepten verankert – ein ausgewogenes Zusammenspiel von Licht, Farbe und Raum, das das Immaterielle im Materiellen sichtbar werden lässt.

CHF 80 000 / 140 000 | (€ 82 470 / 144 330)

Verkauft für CHF 100 000 (inkl. Aufgeld)
Angaben ohne Gewähr.