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Louis Soutter. Perles Vives.

ABSTRAKTION UND FIGURATION


AB DEN 1960ER-JAHREN ENTWICKELTE DER TSCHECHOSLOWAKISCHE KÜNSTLER MIKULÁŠ MEDEK EINE KRAFTVOLLE BILDSPRACHE ZWISCHEN ABSTRAKTION, INFORMEL UND SYMBOLISCH AUFGELADENER MALEREI.

Ab den 1960er-Jahren entwickelte der tschechoslowakische Künstler Mikuláš Medek eine kraftvolle Bildsprache zwischen Abstraktion, Informel und symbolisch aufgeladener Malerei, die von spiritueller Suche und gesellschaftlichen Veränderungen geprägt war. Aus dieser Schaffensphase, die in einem kurzen Moment kultureller Öffnung in der ČSSR möglich wurde, stammen zwei grossformatige Arbeiten von 1963 und 1973 aus unserer Auktion.

Mikuláš Medek. Žíznivý anděl. 1973.

MIKULAŠ
MEDEK

Žíznivý anděl. 1973.
Öl und Emaille auf Leinwand.
170 × 120 cm.
Schätzung:
CHF 250 000 / 350 000


Der Künstler nutzte diesen Freiraum, um sich vom offiziellen Kunstverständnis der sozialistischen Ära zu emanzipieren. Charakteristisch ist eine Oberflächentechnik, die reliefartige Strukturen, Ritzungen und dichte Farbschichten erzeugt und haptisch anmutende Bildräume schafft. Medeks vorliegende Kompositionen erinnern an organische Formen, Apparaturen oder Körperfragmente als codierte Systeme von starker visueller Präsenz. Sie zählen zu den Schlüsselwerken eines jung verstorbenen Künstlers, der sich kompromisslos jeder Form der Vereinnahmung entzog.

JEAN
DUBUFFET

Site avec deux personnages (F 146). 1982.
Öl auf Papier auf Leinwand. 62 × 98 cm.
Schätzung:
CHF 150 000 / 250 000
Jean Dubuffet. Site avec deux personnages (F 146). 1982.

Mit Jean Dubuffet ist eine weitere Ausnahmeerscheinung der Kunst des 20. Jahrhunderts vertreten. Seine 1982 entstandene Art-Brut- Komposition kann als radikale Absage an akademische und etablierte Kunstkonventionen gelesen werden. Er schuf rohe und zugleich poetische Werke voller Ironie, Subversion und unkonventioneller Schönheit. Oft arbeitete er mit Materialien wie Teer, Sand, Erde oder Asche und wandte sich damit bewusst von der kultivierten Materialästhetik der klassischen Moderne ab.

Louis Soutter. Perles Vives. 1937-42.

LOUIS
SOUTTER

Perles vives. 1937–42.
Tusche auf Papier. 32 × 50 cm.
Schätzung:
CHF 80 000 / 140 000


Jean Dubuffet interessierte sich auch für die Kunst von gesellschaftlichen Randfiguren und Aussenseitern. Deren Werke empfand er als direkten, unverstellten und authentischen Ausdruck menschlicher Kreativität. Sein besonderes Interesse galt den Arbeiten des Schweizers Louis Soutter, dessen Tuschzeichnung «Perles vives» wir in derselben Auktion anbieten können. Dubuffet und Soutter sind sich zeitlebens nie begegnet; was sie verband, war die Suche nach einem ursprünglichen künstlerischen Ausdruck.

WEITERE HIGHLIGHTS

Mikulas Medek. Sensitivni manifestace IV. 1963.


MIKULÁŠ
MEDEK

Sensitivni manifestace IV. 1963.
Öl und Emaille auf Leinwand. 170,5 × 120 cm.
Schätzung:
CHF 250 000 / 350 000
Victor Vasarely. Rodal. 1977.


VICTOR
VASARELY

RODAL. 1977.
Acryl auf Leinwand. 120 × 120 cm.
Schätzung:
CHF 60 000 / 80 000
Hans Hofmann. Ohne Titel. 1946.


HANS
HOFMANN

Ohne Titel. 1946.
Öl auf Leinwand. 76,5 × 64 cm.
Schätzung:
CHF 50 000 / 70 000
Olga de Amaral. Azul. 1973


OLGA
DE AMARAL

AZUL. 1973.
Wolle und Rosshaar. 108 × 111 cm.
Schätzung:
CHF 60 000 / 80 000
Clarisse Doge, Koller Auktionen

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CLARISSE DOGE

Co-Abteilungsleiterin
Post-War & Contemporary

doge@kollerauktionen.ch
+41 44 445 63 40
Jara Koller, Koller Auktionen

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JARA KOLLER

Co-Abteilungsleiterin
Post-War & Contemporary

jara.koller@kollerauktionen.ch
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