Lot 1039 - A218 Sammlung Dr. Peter Ducret - Donnerstag, 17. September 2026, 14.00 Uhr
MELONENTERRINE
Lunéville, um 1750–60.
Fayence mit Scharffeuerfarbendekor. Naturalistische Form auf einer geschweiften Unterschale mit manganfarbenem floralem Dekor. Gemarkt CB 2’’P in Mangan.
L 19 cm, 23 cm.
Ast restauriert, Melone mit Haarriss, Ausbruch im Innendeckel.
Provenienz:
- Sammlung Peter Ducret, Kilchberg, von obigem Ende der 90er Jahre erworben.
Lunéville - Die Manufaktur Chambrette (1720/23–86)
Lunéville kommt als bedeutendes politisches und kulturelles Zentrum im Herzogtum Lothringen eine besondere Bedeutung inmitten der aufkeimenden französischen Manufakturen im frühen 18. Jh zu.
Die Heirat mit Maria Theresia von Österreich zwang Franz von Lothringen, auf das Herzogtum zu verzichten. Dieses wurde in der Folge vom französischen König Ludwig XV 1737 lebenslang dem gestürzten polnischen König Stanislaus I Leszczynski (1677–1766) zugesprochen. Unter seiner Regentschaft entwickelte sich das Herzogtum zu einem blühenden Zentrum für Architektur, Malerei und das lothringische Kunsthandwerk.
Vor diesem Hintergrund gründete der Steinguthändler Jacques Chambrette 1720–23 eine der bedeutendsten Fayencemanufakturen mit zunächst traditionellen blauen Scharffeuerdekoren, im Stil der Régence-Zeit.
Mit der Einführung des feinen Steinguts "Terre de Pipe" 1748, kommt Jacques Chambrette dem Ideal des Porzellans ein Stück näher.
Der chinesische Einfluss prägte den frühen Dekorstil der Manufaktur von 1740 bis 1760. Die beliebten manganfarbenen Dekore in Scharffeuerfarben wurden in grosser Zahl produziert und mit einem neuen vom König erteilten Patent 1749 über die Grenzen hinaus auch in das Gebiet der heutigen Schweiz verbreitet.
Bereits ab 1750–55 begann die Manufaktur mit Muffelfarben zu experimentieren, die eine weit grössere Farbenvielfalt erlaubten. Indianische Blumen und Insektenmalerei mit dem charakteristischen, dunklen Purpur, gehören zu den frühen Aufglasur-Dekoren.
Um den hohen französischen Zöllen für den Export aus dem Herzogtum Lothringen nach Frankreich zu entgehen, gründete man 1758 eine weitere Manufaktur, St. Clément.
Nach dem Tod Jacques Chambrettes 1758, führt sein Sohn Gabriel Chambrette die Manufaktur bis 1786 weiter.
Lunéville kommt als bedeutendes politisches und kulturelles Zentrum im Herzogtum Lothringen eine besondere Bedeutung inmitten der aufkeimenden französischen Manufakturen im frühen 18. Jh zu.
Die Heirat mit Maria Theresia von Österreich zwang Franz von Lothringen, auf das Herzogtum zu verzichten. Dieses wurde in der Folge vom französischen König Ludwig XV 1737 lebenslang dem gestürzten polnischen König Stanislaus I Leszczynski (1677–1766) zugesprochen. Unter seiner Regentschaft entwickelte sich das Herzogtum zu einem blühenden Zentrum für Architektur, Malerei und das lothringische Kunsthandwerk.
Vor diesem Hintergrund gründete der Steinguthändler Jacques Chambrette 1720–23 eine der bedeutendsten Fayencemanufakturen mit zunächst traditionellen blauen Scharffeuerdekoren, im Stil der Régence-Zeit.
Mit der Einführung des feinen Steinguts "Terre de Pipe" 1748, kommt Jacques Chambrette dem Ideal des Porzellans ein Stück näher.
Der chinesische Einfluss prägte den frühen Dekorstil der Manufaktur von 1740 bis 1760. Die beliebten manganfarbenen Dekore in Scharffeuerfarben wurden in grosser Zahl produziert und mit einem neuen vom König erteilten Patent 1749 über die Grenzen hinaus auch in das Gebiet der heutigen Schweiz verbreitet.
Bereits ab 1750–55 begann die Manufaktur mit Muffelfarben zu experimentieren, die eine weit grössere Farbenvielfalt erlaubten. Indianische Blumen und Insektenmalerei mit dem charakteristischen, dunklen Purpur, gehören zu den frühen Aufglasur-Dekoren.
Um den hohen französischen Zöllen für den Export aus dem Herzogtum Lothringen nach Frankreich zu entgehen, gründete man 1758 eine weitere Manufaktur, St. Clément.
Nach dem Tod Jacques Chambrettes 1758, führt sein Sohn Gabriel Chambrette die Manufaktur bis 1786 weiter.
CHF 1 000 / 1 500 | (€ 1 030 / 1 550)
Verkauft für CHF 2 125 (inkl. Aufgeld)