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Lot 3016* - A218 Gemälde Alter Meister - Freitag, 18. September 2026, 14.00 Uhr

PETER GERTNER

(um 1495/1500 Nürnberg nach 1541)
Das Haupt Johannes des Täufers.
Öl auf Holz.
18,9 × 44,3 cm.

Provenienz:
- Sammlung E. D., Wien, 1908 (als Werkstatt des Lucas Cranach, Mitte des XVI. Jhs.).
- Privatsammlung, Grossbritannien.
- Auktion Bonhams, London, 15.4.2021, Los 74.
- Aussereuropäische Sammlung.

Literatur:
- Österreichische Kunsttopographie II, die Denkmale der Stadt Wien (11.–21. Bezirk), bearb. von Hans Tietze, Wien 1908, S. 379, Nr. 2, Abb. 473.
- Kurt Löcher: Peter Gertner ein Nürnberger Meister als Hofmaler des Pfalzgrafen Ottheinrich in Neuburg an der Donau, in: "Neuburger Kollektaneenblatt", Jahrbuch 141/1993, S. 114–15, Abb. 70.

Dieses Haupt Johannes des Täufers bildete einst den unteren Bereich einer Darstellung mit Salome, dessen oberer Teil bereits in diesen Räumen 2006 verkauft wurde (Koller Auktionen A138, Los 3009). Die vollständige Komposition befand sich noch 1908 in einer Privatsammlung in Wien. Wann genau die Trennung der zwei Holztafeln stattgefunden hat, ist ungewiss, aber keine Seltenheit, wie die jüngst wieder vereinte Darstellung zu selbem Thema von Lucas Cranach d. Ä. (1472–1553) im Herzoglichen Museum Gotha belegt.

Peter Gertner war ab 1521 in Nürnberg als Maler tätig und erhielt das Nürnberger Bürgerrecht. Er spezialisierte sich auf Porträtmalerei. Über seine Anfänge ist wenig bekannt. Vermutlich lernte er bei dem Dürer Schüler Wolf Traut (1486–1520). Von 1523–27 stand er im Dienst des Markgrafen Kasimir von Brandenburg-Kulmbach (1481–1527) und des Ansbacher Hofes. Ab 1530 war er für den Pfalzgrafen Ottheinrich in Neuburg an der Donau tätig, wo er sich vor allem mit der Porträtdarstellung der Pfälzer Wittelsbacher beschäftigte und eine Ahnengalerie erstellte.

Die Darstellung des Hauptes Johannes des Täufers lässt unverkennbar den Einfluss Lucas Cranachs d. Ä. erahnen, dessen Stil Gertner wohl in Nürnberg über den Maler Hans Brosamer (1495–1554) kennengelernt haben dürfte, der sich dort zwischen 1519–1529 aufhielt.

Wir danken Dr. Michael Hofbauer für die wissenschaftliche Unterstützung bei der Katalogisierung dieses Gemäldes.

CHF 7 000 / 10 000 | (€ 7 220 / 10 310)

Verkauft für CHF 6 250 (inkl. Aufgeld)