Lot 1005 - A218 Sammlung Dr. Peter Ducret - Donnerstag, 17. September 2026, 14.00 Uhr
STREUER
Strasbourg, Periode Paul Hannong, 1754–62.
Fayence mit Muffelfarbendekor. Balusterform auf oktogonalem Fuss, der obere, abschraubbare Teil mit Öffnungen in Form von stilisierten Blumen. Bemalt in polychromen Muffelfarben mit "Fleurs-Fines" Blumenbouquets sowie einzelnen Blumen und Blättchen. Ligierte PH Marke und IO in Blau auf Unterseite, Deckelinnenseite mit IO in Blau. Mit vier Sammlungsetiketten: Collection G. Papillon, Collection Henri Gautier, Collection Georges Bernheim (Nr. 14), Sammlung Peter Ducret (Nr. 110).
H 20 cm.
Deckel restauriert.
Provenienz:
- Sammlung Prof. Henri Gautier, Auktion Drouot Paris, 3.-4.5.1929, Lot 184.
- Sammlung Georges Bernheim, Auktion Drouot Paris, 9.10.1974, Lot 91.
- Sammlung Peter Ducret, Kilchberg, an obiger Auktion erworben.
Literatur:
Der klassische Zuckerstreuer aus Vermeil oder Silber – ein Gefäss auf eingezogenem Fuss mit aufgeschraubtem, durchbrochenem Dom – diente als Formvorlage für andere Materialien, bspw. Fayence und Zinn, wie dies im Historischen Museum in Basel zu sehen ist (Inv.-Nr. 1988.211. und 1895.66.)
Nicht nur die Ausführung in den unterschiedlichsten Materialien, sondern auch das lange Festhalten der Strasbourger Manufaktur an dem Modell zeugt von der grossen Beliebtheit dieser Form.
Ausführungen mit Schraubverschluss sind nur in der Manufaktur Strasbourg belegt und wurde in zwei Grössen hergestellt. Erste Stücke wurden in Scharffeuertechnik kreiert, s. Historisches Museum Basel 1986, S. 64, Nr. 60, datiert 1735 (–54) und in Palais Rohan Strasbourg 1975, S. 34, Nr. 47 mit der Marke IHK, datiert 1735–40. Diese beiden Exemplare sind mit blauem Lambrequindekor, wobei auch solche mit indianischen Blumen vorkommen (s. Auktion Pescheteau-Badin, Paris, 11.6.2024, Lot 276).
Bastian publiziert unseren Streuer neben einem nahezu identischen Exemplar aus dem Musée des Arts Décoratifs in Saumur. Der Vergleich dient als Indiz dafür, dass für die Gestaltung der Blumensträusse eine Schablone verwendet wurde (Bastian 2003, S. 135, Abb. 410/411).
Auch unter Joseph Hannong wird der Streuer hergestellt: Zwei Exemplare in Schloss Höchstädt (Inv.-Nr. HöS.K0140.01-02), datiert um 1762–70 mit JH Marke. Ein weiterer in Pietsch 2009, S. 96, Nr. 87, datiert um 1765 mit JH Marke.
Nicht nur die Ausführung in den unterschiedlichsten Materialien, sondern auch das lange Festhalten der Strasbourger Manufaktur an dem Modell zeugt von der grossen Beliebtheit dieser Form.
Ausführungen mit Schraubverschluss sind nur in der Manufaktur Strasbourg belegt und wurde in zwei Grössen hergestellt. Erste Stücke wurden in Scharffeuertechnik kreiert, s. Historisches Museum Basel 1986, S. 64, Nr. 60, datiert 1735 (–54) und in Palais Rohan Strasbourg 1975, S. 34, Nr. 47 mit der Marke IHK, datiert 1735–40. Diese beiden Exemplare sind mit blauem Lambrequindekor, wobei auch solche mit indianischen Blumen vorkommen (s. Auktion Pescheteau-Badin, Paris, 11.6.2024, Lot 276).
Bastian publiziert unseren Streuer neben einem nahezu identischen Exemplar aus dem Musée des Arts Décoratifs in Saumur. Der Vergleich dient als Indiz dafür, dass für die Gestaltung der Blumensträusse eine Schablone verwendet wurde (Bastian 2003, S. 135, Abb. 410/411).
Auch unter Joseph Hannong wird der Streuer hergestellt: Zwei Exemplare in Schloss Höchstädt (Inv.-Nr. HöS.K0140.01-02), datiert um 1762–70 mit JH Marke. Ein weiterer in Pietsch 2009, S. 96, Nr. 87, datiert um 1765 mit JH Marke.
CHF 800 / 1 200 | (€ 820 / 1 240)
Verkauft für CHF 1 500 (inkl. Aufgeld)