Lot 1011* - A214 Works of Art & Decorative Arts - Donnerstag, 18. September 2025, 13.30 Uhr
ANHÄNGER - ehem. Slg. Kofler-Truniger
Fatimidisch, ca. 12. Jh. n. Chr.
Zwei perforierte Goldplatten in Dreieckform. Eine Seite in Goldfiligrandrähten gearbeitet in Form von drei Voluten, die andere Seite mit durchbrochenem Fischschuppen-Muster. Unterer Abschluss mit fünf grösseren Goldperlen.
H 3,2 cm, L 2,9 cm. Total 5,2 gr.
Minime Fehlstellen und Ausbrüche. Teils verbogene Teile.
Provenienz:
- Schweizer Privatbesitz, Luzern, ca. 1974 von obigem erworben.
- durch Erbschaft in gleichem Schweizer Familienbesitz, Luzern.
Ausstellungen:
Literatur:
Vgl. für ein aus dem gleichen Konvolut stammender Ohrring aus der Sammlung Kofler-Truniger bei Auktion Christie's (1.5.2025, Lot 21).
Fatimidischer Schmuck besticht durch aussergewöhnlich feine Arbeiten in Goldfiligran und Golddraht, die häufig mit aufgesetzten Granulation-Kügelchen versehen und teils durch farbige Emaille-Cloisonné ergänzt sind. Besonders eindrucksvoll ist die kunstvolle Verarbeitung der gewundenen Drähte und winzigen Goldkügelchen, die eine erstaunliche Detailgenauigkeit zeigen. Bevorzugte Formen sind der Halbmond oder Pylonen, welche eine zusätzliche Dreidimensionalität erzeugen. In der Zeit der Fatimiden (909–1171) trugen sowohl Männer als auch Frauen kostbaren Schmuck, der vermutlich nicht nur dekorativen Zwecken diente, sondern auch symbolische oder schützende Funktionen erfüllte.
Zahlreiche Gestaltungselemente fatimidischer Goldschmiedekunst fanden in späteren islamischen Kulturen eine weitere Verwendung. Bereits im 10. Jahrhundert gelangten Zellenschmelztechniken und filigrane Goldarbeiten aus dem fatimidischen Raum in das umayyadische Spanien (711–1031) und prägten nachweislich auch den Schmuck der Nasridenzeit (1232–1492). Zeitgleich entwickelten die Seldschuken im Iran (ca. 1040–1157) ähnliche Schmuckformen mit Goldfiligran, Granulation sowie Vogel- und Arabeskenmotiven. Der luxuriöse Stil dieser Schmuckstücke erfreute sich im Mittelalter offenbar grosser Beliebtheit über kulturelle Grenzen hinweg.
Fatimidischer Schmuck besticht durch aussergewöhnlich feine Arbeiten in Goldfiligran und Golddraht, die häufig mit aufgesetzten Granulation-Kügelchen versehen und teils durch farbige Emaille-Cloisonné ergänzt sind. Besonders eindrucksvoll ist die kunstvolle Verarbeitung der gewundenen Drähte und winzigen Goldkügelchen, die eine erstaunliche Detailgenauigkeit zeigen. Bevorzugte Formen sind der Halbmond oder Pylonen, welche eine zusätzliche Dreidimensionalität erzeugen. In der Zeit der Fatimiden (909–1171) trugen sowohl Männer als auch Frauen kostbaren Schmuck, der vermutlich nicht nur dekorativen Zwecken diente, sondern auch symbolische oder schützende Funktionen erfüllte.
Zahlreiche Gestaltungselemente fatimidischer Goldschmiedekunst fanden in späteren islamischen Kulturen eine weitere Verwendung. Bereits im 10. Jahrhundert gelangten Zellenschmelztechniken und filigrane Goldarbeiten aus dem fatimidischen Raum in das umayyadische Spanien (711–1031) und prägten nachweislich auch den Schmuck der Nasridenzeit (1232–1492). Zeitgleich entwickelten die Seldschuken im Iran (ca. 1040–1157) ähnliche Schmuckformen mit Goldfiligran, Granulation sowie Vogel- und Arabeskenmotiven. Der luxuriöse Stil dieser Schmuckstücke erfreute sich im Mittelalter offenbar grosser Beliebtheit über kulturelle Grenzen hinweg.
CHF 5 000 / 8 000 | (€ 5 150 / 8 250)
Verkauft für CHF 5 750 (inkl. Aufgeld)