Lot 3465* - A189 PostWar & Contemporary - Samstag, 29. Juni 2019, 14.00 Uhr

PHILIPPE DECRAUZAT

(Lausanne 1974 - lebt und arbeitet in Lausanne)
Loos. 2008.
Öl auf Leinwand (2-teilig).
Je 132 x 30 cm.

Provenienz:
- Galerie Francesca Pia, Zürich.
- Bei obiger Galerie 2008 erworben, seitdem Firmensammlung Schweiz.

Der Schweizer Künstler Philippe Decrauzat beschäftigt sich in seinem medial vielfältigen Oeuvre mit Aspekten der menschlichen, optischen Wahrnehmung und der Bewegung. Er gehört zu einer Generation von Westschweizer Künstlern, die eine Tradition der Avantgarde der 1960er und 1970er Jahre, wie die des Minimalismus und der Op Art, und die Erarbeitung der visuellen Wahrnehmung weiterschreiben und entwickeln möchten. Decrauzat knüpft an die Schule der konzeptuell-abstrakten raumfüllenden, durch minimale Eingriffe geschaffenen Werke, wie die von John Armleder, oder an den monochromen, geometrisch erarbeiteten Werken eines Olivier Mosset an und schafft es, seine eigene Bildersprache zu entwickeln. Dennoch, was seine Arbeiten auszeichnet, ist ihr Anspruch auf eine gewisse kritische Distanz zu den bereits bekannten Stilen.

Philippe Decrauzat wird 1974 in Lausanne geboren und studiert an der École Cantonale d’Art de Lausanne Bildende Visuelle Kunst, wo er heute selbst Professor ist. Seit Mitte der 1990er Jahre bis heute gelingt es ihm, zahlreiche Künstlerpreise zu gewinnen, unter anderem zwei Mal den Baseler Kiefer Hablitzel Preis, den Pariser Preis der „Cité Internationale des Arts“, den Swiss Art Award, den Georg und Josi Guggenheim Preis und den Prix Gustave Buchet, um nur einige zu nennen. Decrauzat kann heute ebenfalls auf eine breit gefächerte internationale Ausstellungstätigkeit zurückblicken. Im Jahr 1998 gründet er den Off-Space-Ausstellungsraum „Circuit“ in Lausanne. Er spielt für die Westschweiz sowie für die gesamte Schweizer Kunstszene eine wichtige Schlüsselfigur.

Der Künstler bedient sich verschiedener Inspirationsquellen und Medien für seine Gemälde, grossdimensionale Wandgemälde, Experimentarfilme, Architektur- und Lichtinstallationen. Die Beziehung zum Raum ist bei Decrauzats Arbeiten, und vor allem bei seinen Film- und Wandarbeiten, sehr wichtig. „Ich arbeite häufig mit Film, also interessiert mich besonders die Idee von Projektion, eine Distanz zu erkennen, einen Raum zwischen zwei Punkten.“ Philippe Decrauzat, 2006

Seine Werke stellen das Verhältnis zwischen Realität, Illusion und Dimension in Frage. Das von uns angebotene Werk „Loos“ von 2008 spricht ebenfalls wunderbar für Decrauzats Oeuvre. Dieses Gemälde respektiert zunächst das typische rechteckige Format einer klassischen Leinwand, jedoch ist diese durch eine Blitzform gespaltet. Die Tiefe der Leinwand lässt das Schwarz der Ölfarbe in Kontrast zur weissen Wand hervorstehen, und es entsteht ein Schattenwurf, der den Anschein gibt, dass sich das Werk vom Rest der Wand löst und in den Raum tritt. Seine Arbeiten beruhen auf exakten Berechnungen und perfektem Farbauftrag. Seine chromatisch reduzierten Werke, wie das unsere, entwickeln umso komplexere geometrische Formenspiele:

„Mich interessiert diese direkte Beziehung, die die Op Art zum Betrachter entstehen lässt, durch die Art und Weise, wie sie den Blick beeinflusst. Ich versuche jedoch nicht, die ideologischen Herausforderungen zu thematisieren, die mit der Geschichte der Abstraktion einhergehen. Mehr noch als die Op Art haben mich Praktiken beeinflusst, die den Status des Bildes hinterfragen, das heisst, Werkzeuge, wie sie von der Konzeptkunst und der Pop Art verwendet werden.“ Philippe Decrauzat, 2006

CHF 7 000 / 9 000

€ 6 540 / 8 410

Verkauft für CHF 9 375 (inkl. Aufgeld)
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