Lot 3446 - A213 Post-War & Contemporary - Donnerstag, 26. Juni 2025, 15.00 Uhr
FERNANDO BOTERO
(Medellín 1932–2023 Monaco)
Monalisa. 1959.
Kohle, Pastell- und Wachskreide auf Kraftpapier, fest aufgelegt auf Holz.
Oben links und unten rechts signiert, betitelt und datiert: "monalisa" Botero 13-6-59 "MONALISA" Botero 13-6-59.
144 × 122 cm.
Provenienz:
- Privatsammlung Schweiz, in obiger Galerie 1975 erworben.
- Privatsammlung Schweiz, durch Erbschaft erhalten.
Wir danken der Galería Duque Arango für die Bestätigung der Authentizität des Werks, Medellín, 13.2.2025.
Mit dieser grossformatigen Zeichnung aus dem Jahr 1959 nähert sich Fernando Botero einem der berühmtesten Bildmotive der westlichen Kunstgeschichte: Leonardo da Vincis "Mona Lisa". Doch statt blosser Replik oder ironischer Verfremdung präsentiert Botero eine radikale, persönliche Interpretation – eine Mona Lisa als Kind, mit kindlich-runden Proportionen, übergrossem Gesicht und zugleich einem Gesichtsausdruck, der die Anmut des Originals aufgreift: der leicht seitliche Blick, das berühmte Lächeln, die in sich ruhende Präsenz.
In dieser Arbeit zeigt sich bereits die charakteristische Formensprache, für die Botero später berühmt wird: die Monumentalisierung des Körpers, das Spiel mit Volumen und Massstab. Die streng frontale Figur trägt ein gestreiftes Kleid, ihre Hände umschliessen eine dunkle Blume – ein zartes, fast poetisches Motiv inmitten der formalen Überzeichnung. Die rosa Akzente und die leuchtend blauen Streifen in der Kleidung geben dem Werk eine lebendige Farbigkeit und verweisen auf die chromatische Experimentierfreude des jungen Botero.
"Mona Lisa" gehört zu einer kleinen Serie von Werken, in denen sich Botero intensiv mit dem Bild der "Gioconda" auseinandersetzt. In dieser Phase, noch vor dem endgültigen Durchbruch seines "Boterismus", dient ihm das Motiv als Projektionsfläche für seine formalen und malerischen Experimente. Bereits 1961 wird das verwandte Gemälde "Mona Lisa, Aged 12" (Abb. 1) vom Museum of Modern Art in New York angekauft – ein Meilenstein in der internationalen Rezeption des kolumbianischen Künstlers.
Mit subtilem Witz und formaler Strenge verbindet Botero in diesem Werk kunsthistorische Referenz und persönliche Handschrift. Die Zeichnung steht exemplarisch für seinen frühen Zugang zur westlichen Kunsttradition, die er sich während seines Aufenthalts in Europa 1953/54 aneignet. Seine Auseinandersetzung mit den Alten Meistern – von Leonardo da Vinci über Velázquez bis Piero della Francesca – verbindet er mit einem modernen, beinahe popkulturellen Blick auf Ikonen der Kunstgeschichte.
So verweist Boteros Mona Lisa nicht nur auf Leonardo, sondern auch auf die Strategien der Moderne: von Duchamps ironischer "L.H.O.O.Q." bis zu Warhols serieller Ikonenverwertung. Botero kommentiert – mit lateinamerikanischer Eigenständigkeit – die Kommerzialisierung der Kunstbilder und deren Status als kulturelles Allgemeingut.
Diese seltene und frühe Zeichnung dokumentiert eine künstlerische Schlüsselmomentaufnahme: Die Entstehung einer unverwechselbaren Formensprache – und eines Werks, das sich mit feiner Ironie und malerischer Qualität in die lange Rezeptionsgeschichte der Mona Lisa einreiht.
In dieser Arbeit zeigt sich bereits die charakteristische Formensprache, für die Botero später berühmt wird: die Monumentalisierung des Körpers, das Spiel mit Volumen und Massstab. Die streng frontale Figur trägt ein gestreiftes Kleid, ihre Hände umschliessen eine dunkle Blume – ein zartes, fast poetisches Motiv inmitten der formalen Überzeichnung. Die rosa Akzente und die leuchtend blauen Streifen in der Kleidung geben dem Werk eine lebendige Farbigkeit und verweisen auf die chromatische Experimentierfreude des jungen Botero.
"Mona Lisa" gehört zu einer kleinen Serie von Werken, in denen sich Botero intensiv mit dem Bild der "Gioconda" auseinandersetzt. In dieser Phase, noch vor dem endgültigen Durchbruch seines "Boterismus", dient ihm das Motiv als Projektionsfläche für seine formalen und malerischen Experimente. Bereits 1961 wird das verwandte Gemälde "Mona Lisa, Aged 12" (Abb. 1) vom Museum of Modern Art in New York angekauft – ein Meilenstein in der internationalen Rezeption des kolumbianischen Künstlers.
Mit subtilem Witz und formaler Strenge verbindet Botero in diesem Werk kunsthistorische Referenz und persönliche Handschrift. Die Zeichnung steht exemplarisch für seinen frühen Zugang zur westlichen Kunsttradition, die er sich während seines Aufenthalts in Europa 1953/54 aneignet. Seine Auseinandersetzung mit den Alten Meistern – von Leonardo da Vinci über Velázquez bis Piero della Francesca – verbindet er mit einem modernen, beinahe popkulturellen Blick auf Ikonen der Kunstgeschichte.
So verweist Boteros Mona Lisa nicht nur auf Leonardo, sondern auch auf die Strategien der Moderne: von Duchamps ironischer "L.H.O.O.Q." bis zu Warhols serieller Ikonenverwertung. Botero kommentiert – mit lateinamerikanischer Eigenständigkeit – die Kommerzialisierung der Kunstbilder und deren Status als kulturelles Allgemeingut.
Diese seltene und frühe Zeichnung dokumentiert eine künstlerische Schlüsselmomentaufnahme: Die Entstehung einer unverwechselbaren Formensprache – und eines Werks, das sich mit feiner Ironie und malerischer Qualität in die lange Rezeptionsgeschichte der Mona Lisa einreiht.
CHF 250 000 / 350 000 | (€ 257 730 / 360 820)
Verkauft für CHF 573 200 (inkl. Aufgeld)
Angaben ohne Gewähr.