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Lot 3509 - A213 Post-War & Contemporary - Donnerstag, 26. Juni 2025, 15.00 Uhr

UGO RONDINONE

(Brunnen 1962–lebt und arbeitet u.a. in New York City)
SIEBZEHNTERMÄRZZWEITAUSENDUNDFÜNF. 2005.
Acryl auf Leinwand.
Verso auf dem Galerieetikett signiert: Ugo Rondinone, sowie mit der betitelten originalen Acrylglasplakette: SIEBZEHNTERMÄRZZWEITAUSENDUNDFÜNF.
Durchmesser 80 cm.

Provenienz:
- Künstlerstudio.
- Galerie Eva Presenhuber, Zürich (verso mit dem Etikett).
- Privatsammlung Schweiz, in obiger Galerie erworben.

Dieses Werk ist im Studio von Ugo Rondinone, Zürich, unter der Nummer RONDI31147 registriert. Wir danken der Galerie Eva Presenhuber für die freundliche Unterstützung.

Der Schweizer Künstler Ugo Rondinone gehört zu den prägenden Stimmen einer konzeptuell verankerten Gegenwartskunst, die ästhetische Erfahrung untrennbar mit gesellschaftlicher Reflexion verbindet. In seinem vielfältigen Werk – das von Skulptur, Malerei und Installation bis zu Licht- und Klangarbeiten reicht – entfaltet sich eine künstlerische Praxis, die ebenso visuell eindringlich wie poetisch aufgeladen ist. Themen wie Vergänglichkeit, Isolation, Körperlichkeit, aber auch Resilienz und Natur bilden den thematischen Kern seiner Serien, die nie nur formal, sondern immer auch existenziell und politisch gelesen werden können.

Nicht selten bewegen sich Rondinones Kunstwerke in einem dichten Spannungsfeld zwischen meditativer Stille und expressiver Farbigkeit, was sich besonders eindrucksvoll in seinen Soloausstellungen zeigt: Zuletzt präsentiert er im vergangenen Herbst 2024 im Kunstmuseum Luzern in der Retrospektive "Cry Me a River" sein vielfältiges Schaffen aus insgesamt 30 Jahren künstlerischer Tätigkeit.
Das Aushängeschild der Ausstellung, die halbrunde regenbogenfarbige Neonlichtinstallation "Cry Me a River", erinnert dabei ebenso an das Werk "SIEBZEHNTERMÄRZZWEITAUSENDUNDFÜNF" (Los 3509), wie die Zürcher Lichtinstallation "love invents us".
Rondinones Kreisbilder sind allerdings nicht nur optische Felder intensiver Farberfahrung. In ihrer Konzentration auf das Zentrum, auf Wiederholung und Rhythmus, verweisen sie auf Praktiken kontemplativer Selbstversenkung, zugleich aber auch auf kollektive Symbole wie die Regenbogenflagge. Sie oszillieren zwischen persönlicher Innenwelt und gesellschaftlicher Identitätsverhandlung. Die Arbeit "Get up girl, a SUN is running the world" (Los 3506) hingegen setzt einen pointiert feministischen Akzent. Mit sprachlicher Prägnanz und grafischer Klarheit verweist sie auf Fragen von Geschlechtergerechtigkeit und Emanzipation – ohne Pathos, aber mit deutlicher Haltung. Einen ruhigeren und stärker meditativ-kontemplativen Charakter weist die Arbeit "30. Mai 2008" (Los 3508) auf. Sie könnte einen Blick in die unendlichen Weiten des Sternenhimmels und Weltraumes suggerieren und eröffnet den Raum zur Reflexion über den eigenen Platz in der Welt.

Alle drei Werke zeigen exemplarisch, wie Rondinones Kunst zwischen Minimalismus und Emotion, zwischen Reflexion und sinnlicher Überwältigung changiert. Seine Arbeiten eröffnen keine eindeutigen Deutungen, sondern Räume: für subjektive Projektionen, für politische Lesarten und für stille Formen der Aufmerksamkeit. Sie sind Gegenbilder zu einer überhitzten Gegenwart – und zugleich deren leiser Kommentar.

CHF 50 000 / 80 000 | (€ 51 550 / 82 470)

Verkauft für CHF 62 500 (inkl. Aufgeld)