Lot 1134 - A138 Möbel, Porzellan & Dekoration - Mittwoch, 20. September 2006, 10.00 Uhr
DAMENBUREAU,
Louis XV, sign. MIGEON (Pierre II Migeon, 1701 Paris 1758), Paris um 1745.
Veilchenholz gefriest sowie ausserordentlich fein eingelegt mit Rautenmuster, Diamantspitz und "en papillon". Allseitig geschweifter, rechteckiger Korpus mit jochförmigem Abschluss und vorstehenden vorderen Eckstollen auf wellig ausgeschnittener Zarge mit hohen, geschweiften Beinen. In der Mitte leicht eingezogene Front mit Zentralschublade über der Beinaussparung, flankiert von je 1 Türe unter Schublade, dazwischen 1 blinde Zentralschublade. Inwendig 2 Schubladen bzw. 1 herausnehmbare Kassette. Schräge, innen mit schwarzem Leder bezogene Schreibplatte. Inneneinteilung mit 6 Schubladen auf 2 Reihen, darüber grosses Abschlussfach. Geheimfach. Feine, vergoldete Bronzebeschläge und -sabots. Zum Freistellen. 85x55x(offen 85)x99 cm.
Provenienz: - Aus Züricher Besitz. - Auktion Sotheby's Zürich am 1.12.1998 (Katalognr. 302). - Schweizer Nachlass. Hochbedeutendes und ausserordentlich elegantes Damenbureau, das sowohl durch die exquisite Furnierung als auch durch die "gewagte", allseitig bombierte Formgebung besticht. Ein vergleichbares Möbel aus der Sammlung Gismondi, Paris, ist abgebildet in: P. Kjellberg, Le mobilier français du XVIIIe siècle, Paris 1989; S. 577. Die Signatur Migeon galt als höchstes Gütezeichen seiner Zeit und war Ausdruck einer ganz bestimmten Formgebung und Eleganz. Pierre II Migeon bevorzugte leichte Schweifungen, verbunden mit monochromer Marketerie. Meist verwendete er Veilchenholz, dem er Rosenholz beifügte und für die gesamte Fläche des Möbels benutzte. Die Schlichtheit seiner Stücke deutet auf "recherches décoratives des plus séduisantes" hin, mit feinem Spiel der Maserungen in entgegengesetztem Lauf. Eines der typischen Motive von Migeons Einlegearbeiten war "en papillon", das eine grosse Anzahl seiner Werke schmückt - Kommoden, Encoignuren, Beistellmöbel, Sekretäre und Bureau-Plats. P. II Migeon übernahm 1730 die Werkstatt seines Vaters in der Rue de Charenton in Paris. Die bedeutendsten Aufträge erhielt er von Madame de Pompadour, die den "style Louis XV" am französischen Hof lancierte. Als "marchand-mercier" er bedeutende Ebenisten wie M. Criaerd, J. Dubois, P. Saunier und C. Topino. Lit.: P. Kjellberg, Le mobilier français du XVIIIe siècle, Paris 1989; S. 570-578 (biogr. Angaben). J. Nicolay, L'art et la manière des maîtres ébénistes français au XVIIIe siècle, Paris 1976; I, S. 315/316 (biogr. Angaben).
CHF 25 000 / 45 000 | (€ 25 770 / 46 390)
Verkauft für CHF 32 400 (inkl. Aufgeld)