Lot 1163* - A157 Möbel, Porzellan & Dekoration - Donnerstag, 23. Juni 2011, 10.00 Uhr
GROSSE PENDULE "ALLEGORIE DE LA MUSIQUE",
Louis XVI, das Zifferblatt sign. HENRY VOISIN A PARIS (Antoine-Henry Voisin, Meister 1755), die Bronzen wohl von R. OSMOND (Robert Osmond, Meister 1749), das Ressort von P. RICHARD, dat. 1781, Paris um 1780/90.
Matt- und glanzvergoldete Bronze. Kannelierter, das grosse, runde Uhrgehäuse tragender Säulenschaft, flankiert von flöte- bzw. lautespielenden Frauen in faltenreichen Gewändern, auf Bastionssockel mit gequetschten Kugelfüssen. Emailzifferblatt mit arabischen Minuten- und römischen Stundenzahlen. Feines Spindelwerk mit 1/2-Stundenschlag auf Glocke. 46x22x52 cm.
Provenienz: Aus einer europäischen Sammlung. A.H. Voisin stammte aus einer berühmten Uhrmacher-Dynastie, führte die Werkstatt seines Vaters fort und entwickelte sie - auch als "marchand-mercier" - zu einem florierenden Unternehmen. Als "boîtes" verwendete er Gehäuse von J.J. de Saint-Germain, B. Lieutaud, A. Foullet, F. Vion und R. Osmond, dessen Vorliebe für Säulenuhren mit Figuren man hier erkennen kann. R. Osmond, der Vater der zwei Generationen umfassenden Familie von "maître-fondeurs", war ein bedeutender Vertreter seiner Zunft. Ab 1746 war er als Giessereimeister für Ton tätig und wurde 1756 zum Oberhaupt der "fondeurs" ernannt. Er war unter anderem auch mit Caffiéri befreundet und einer der ersten Kunsthandwerker, die den klassischen Stil übernahmen. Sein Neffe, Jean-Baptiste Osmond, "maître fondeur" 1764, arbeitete mit ihm zusammen und übernahm nach Roberts Tod 1789 das Atelier. Zum illustren Kundenkreis der Osmonds zählte die avantgardistische Elite der französischen Gesellschaft, sie belieferten aber auch Uhrmacher wie Lepaute, Hilgers, Frédéric Duval und Berthoud. Lit.: J.D. Augarde, Les ouvriers du temps, Genf 1996; S. 406 (biogr. Angaben zu A.H. Voisin). Ibid., S. 130f. (biogr. Angaben zu R. Osmond).
CHF 15 000 / 25 000 | (€ 15 460 / 25 770)
Verkauft für CHF 18 000 (inkl. Aufgeld)