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Lot 1639 - A160 Sammlungen - Montag, 26. März 2012, 14.00 Uhr

23 'CONFECT TELLER MIT ALLERLEY BLUMEN', Wien, um 1819.

Jeder Teller bemalt mit einer Pflanze auf schwarzbraunem Fond im Tellerspiegel in einer goldgerahmten crèmefarben staffierten Fahne. Auf der Rückseite beschriftet in Schwarz mit dem jeweiligen botanischen Namen. Unterglasurblaue Marke Bienenkorb, Pressmarke und Jahresstempel, D 24,4 cm. 1 Teller mit einer Randbestossung, 1 mit 2 Randbestossungen, 1 komplett repariert, kleinere Bereibungen der Farben. (23)

Der Tradition des Hauses Habsburg gemäß, erlernte jeder Erzherzog ein Handwerk. Kaiser Franz II. (1768-1835) entwickelte eine Passion für die Botanik und widmete sich intensiv der Gartenkunst. Da er Blumen liebte, wurde die Wiener Porzellanmanufaktur beauftragt, zwei Serien mit Blumentellern anzufertigten. Die Teller mit dunklem und hellem Fond wurden als Dessertteller verwendet, wenn die kaiserliche Tafel mit dem Grand Vermeil Service gedeckt war. Der umfangreichste Bestand an botanisch dekorierten Porzellanen befindet sich heute in der ehemaligen Hoftafel- und Silberkammer in der Wiener Hofburg. Mehr als 200 Teller aus fünf unterschiedlichen Serien haben sich dort erhalten und sind, den Jahresstempeln nach im Zeitraum zwischen 1803 und 1820-1830 entstanden. Die Vorlagen lassen sich zum überwiegenden Teil auf kleinformatige Wasserfarbenmalereien zurückführen, die nie in irgendeiner Form vervielfältigt worden sind. Die Blätter befanden sich im Besitz der Porzellanmanufaktur in Wien und werden heute im Österreichischen Museum für angewandte Kunst aufbewahrt. Von diesen Wasserfarbenmalereien ist nur ein einziges Stück signiert und datiert (Joseph Wundsam den 22ten May 1819). Man kann davon ausgehen, dass die Wasserfarbenmalereien zu Beginn des 19. Jh. speziell für die Zwecke der Porzellanmanufaktur in Wien nach lebenden Pflanzen hergestellt wurden. Die persönliche Beziehng des Kaiserhauses zur Botanik wird durch einige Teller belegt, deren exotische Pflanzen Gattungsnamen nach Mitgliedern des Hauses Habsburg-Lothringen tragen. Bei der Tellerserie mit schwarzbraunem Tellerspiegel, crèmefarbener Fahne und Goldbändern exisitieren Jahresstempel seit 1819, der überwiegende Teil der bekannten Teller stammt aus dem Jahr 1821. Der Jahresstempel gibt jedoch lediglich Auskunft über das Entstehungsdatum der Weissware, die oft erst später bemalt wurde. Die erste Serie von 36 botanisch dekorierten Blumentellern ist im Inventar von 1819 eingetragen. Diese sogenannten 'braunen' Blumenteller wurden bis 1823 auf 96 Stück ergänzt, weitere Ergänzungen folgten bis 1829. Winfried Baer/H.Walter Lack, Pflanzen auf Porzellan, Ausstellungskatalog Schloss Charlottenburg, 1979, S. 103ff.

CHF 16 000 / 24 000 | (€ 16 490 / 24 740)

Verkauft für CHF 36 000 (inkl. Aufgeld)