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Lot 1006 - A176 Möbel, Porzellan & Dekoration - Mittwoch, 23. März 2016, 10.00 Uhr

TAPISSERIE-FRAGMENT "AUX FEUILLES DE CHOUX",

Frühbarock, flämisch, Ende 16. Jh.
Feine Darstellung von "Feuilles de choux", exotischen Vögeln und Insekten, eine grosse Wappenkartusche unter Trauben umrahmend. Blumen- und Blätterbordüre, 1 davon ersetzt.
H 170 cm. B 275 cm.

Provenienz:
- J. Mikaeloff, Lyon.
- Privatbesitz, Schweiz.

Eine genaue Identifizierung des Ateliers dieses seltenen Tapisseriefragments ist nicht möglich, zumal sie keine Marke besitzt und verschiedene bedeutende Ateliers in Frage kommen können.

Die Darstellung von grossen Akanthusblättern entstand in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, aller Wahrscheinlichkeit nach als Weiterentwicklung der sog. "millefleurs"-Tapisserien. Im Unterschied zu diesen, die durch die Blumen eine sehr ruhige, ja besinnliche Ausstrahlung besassen, imponieren sie durch die Lebendigkeit und Fantasie. Zudem - und das ist eine neue kunsthistorische Entwicklung - wirken diese seltenen Wandbehänge erstaunlich dreidimensional und bestechen durch die Vielfalt der Darstellungen exotischer Vögel.

Die belgische Stadt Oudenaarde (französisch Audenarde) an der Schelde in Ostflandern war im 16. Jahrhundert ein Zentrum der Tapisserie-Wirker. Die in Flandern residierenden habsburgischen Statthalter protegierten die Brüsseler Wirker und verfügten die Kennzeichnung der Tapisserien unter Anführung des Stadtnamens (Tapisseriemarke).

Lit.: C. Adelson, European Tapestry in the Minneapolis Institute of Art, Minneapolis 1994; S. 116 und 212 (Nr. 10). I. de Meûter / M. Vanwelden, Oudenaardse wandtapijten von de 16de tot de 18de eeuw, Tielt 1999; S. 126-129.

CHF 3 000 / 5 000 | (€ 3 000 / 5 000)

Verkauft für CHF 26 900 (inkl. Aufgeld)
Angaben ohne Gewähr