Lot 1177* - A182 Decorative Arts - Donnerstag, 21. September 2017, 10.00 Uhr
1 PAAR GIRANDOLEN "A L'EGYPTIENNE",
Directoire, WERNER & MIETH (Firma von Gotthold Werner und Gottfried Mieth, gegr. 1792) zuzuschreiben, Berlin um 1795.
Bronze matt- und glanzvergoldet sowie "Gris St. Anne"-Platte. Stehende Aegypterinnenfigur mit faltenreichem Gewand, auf dem Kopf 1 Vase mit schlangenbeschmückter Zentralfackel und 2 markant geschweiften Lichtarmen mit breiten Tropftellern und vasenförmigen Tüllen tragend, auf Säulenpostament mit perlstabbeschmückter Sockelplatte. Feine Beschläge und Applikationen.
H 47,5 cm.
Provenienz: Aus deutschem Besitz.
Der Einfluss ägyptischer Motive auf das Kunsthandwerk und die Architektur in Europa lässt sich in verschiedenen Epochen nachweisen. Das Sphingenmotiv zum Beispiel, ein sehr typisches Symbol der "Ägyptomanie", wurde in der französischen Kunstgeschichte bereits während der Regierungszeit von Louis XIV verwendet, wie z. B. bei den Marmorfiguren von Baillon für den Garten von Versailles. Durch die Schrift von Quatremère de Quincy 1775, "Quel fut l'état de l'architecture chez les égyptiens et qu'est-ce que les grecs paraissent leur avoir emprunté?" gelangten viele neue Impulse in das europäische Kunsthandwerk. Es gibt zwei Strömungen dieser ägyptisierenden Formensprache: Die eine ist von pittoreskem Charakter und übernimmt die Einflüsse, wie für das späte 18. Jahrhundert üblich, auf schematisch-dekorative Weise. Die zweite richtet sich nach den originalen Vorbildern, die durch eine Vielzahl von Dokumenten, Berichten, Zeichnungen und Skizzen von Napoleons Feldzug durch Ägypten nach Europa gebracht wurden.
1792 wurde die Manufaktur Werner & Mieth gegründet und erhielt bereits zwei Jahre später den Titel "manufacture privilégiée de la Cour". Dies war Basis für den immensen Erfolg der Firma, welche nicht nur die königlichen Paläste, sondern auch für nahezu alle bedeutenden Adligen Berlins tätig war. Im Jahre 1797 waren rund 30 Handwerker angestellt - für Arbeiten mit Gold, Silber, vergoldeter Bronze, Glas, Kristall und Messing; die Manufaktur stellte bedeutende Leuchter für die Schlösser Sans-Souci in Potsdam, Montbijou und Charlottenburg, wo Friedrich II. 12 grosse Deckenleuchter in Auftrag gab, her. In den frühen Jahren des 19. Jahrhunderts belieferte Werner & Mieth die wichtigsten Adelsresidenzen in ganz Europa. 1822 wurde die Manufaktur in Werner & Neffen umbenannt.
Der Einfluss ägyptischer Motive auf das Kunsthandwerk und die Architektur in Europa lässt sich in verschiedenen Epochen nachweisen. Das Sphingenmotiv zum Beispiel, ein sehr typisches Symbol der "Ägyptomanie", wurde in der französischen Kunstgeschichte bereits während der Regierungszeit von Louis XIV verwendet, wie z. B. bei den Marmorfiguren von Baillon für den Garten von Versailles. Durch die Schrift von Quatremère de Quincy 1775, "Quel fut l'état de l'architecture chez les égyptiens et qu'est-ce que les grecs paraissent leur avoir emprunté?" gelangten viele neue Impulse in das europäische Kunsthandwerk. Es gibt zwei Strömungen dieser ägyptisierenden Formensprache: Die eine ist von pittoreskem Charakter und übernimmt die Einflüsse, wie für das späte 18. Jahrhundert üblich, auf schematisch-dekorative Weise. Die zweite richtet sich nach den originalen Vorbildern, die durch eine Vielzahl von Dokumenten, Berichten, Zeichnungen und Skizzen von Napoleons Feldzug durch Ägypten nach Europa gebracht wurden.
1792 wurde die Manufaktur Werner & Mieth gegründet und erhielt bereits zwei Jahre später den Titel "manufacture privilégiée de la Cour". Dies war Basis für den immensen Erfolg der Firma, welche nicht nur die königlichen Paläste, sondern auch für nahezu alle bedeutenden Adligen Berlins tätig war. Im Jahre 1797 waren rund 30 Handwerker angestellt - für Arbeiten mit Gold, Silber, vergoldeter Bronze, Glas, Kristall und Messing; die Manufaktur stellte bedeutende Leuchter für die Schlösser Sans-Souci in Potsdam, Montbijou und Charlottenburg, wo Friedrich II. 12 grosse Deckenleuchter in Auftrag gab, her. In den frühen Jahren des 19. Jahrhunderts belieferte Werner & Mieth die wichtigsten Adelsresidenzen in ganz Europa. 1822 wurde die Manufaktur in Werner & Neffen umbenannt.
CHF 12 000 / 20 000 | (€ 12 370 / 20 620)
Verkauft für CHF 17 300 (inkl. Aufgeld)