Sie haben noch kein Login?

Klicken Sie hier um sich zu registrieren »


Wenn Sie bereits registriert sind - Login:




Lot 3257 - A211 Impressionismus & Moderne - Freitag, 29. November 2024, 17.00 Uhr

RENÉ MAGRITTE

(Lessines 1898–1967 Brüssel)
Moralité du sommeil. Um 1941.
Gouache auf Papier.
Oben rechts signiert: magritte.
Verso mit der Bestätigung der Authentizität durch die Frau des Künstlers.
33 × 24,1 cm.

Provenienz:
- Gilbert Sénécaut, Antwerpen.
- Renée Lachowsky, Brüssel.
- Christian Fayt, Knokke-Heist.
- Mr. und Mrs. Wim Poppe, Belgien, 1978.
- Schweizer Privatbesitz.
- Auktion Sotheby's, London, 7.12.1983, Los 389.
- Waddington Galleries, London (verso mit Etikett), an obiger Auktion erworben.
- Privatsammlung Monte Carlo, 1984, in obiger Galerie erworben.
- Waddington Galleries, London.
- Schweizer Privatsammlung, am 15.6.1990 in obiger Galerie erworben.

Ausstellung:
London 1984, Works on Paper, Waddington Galleries, 2.–26.5.1984, S. 45, Nr. 21 (mit Abb. S. 23).

Literatur:
David Sylvester: René Magritte. Catalogue raisonné, Antwerpen 1994, Bd. IV, S. 46, Nr. 1164 (mit Abb.).

Die ausdrucksstarke Gouache von René Magritte ist zwar nicht datiert, lässt sich aber anhand verschiedener Bezüge ziemlich gut eingrenzen auf Anfang der Vierzigerjahre:
Die Idee des hohlen Körpers hinter Gitter geht auf die Werke "Le thérapeute" zurück, welche der Künstler 1936 zunächst in Gouache und 1937 in Öl anfertigt. Eine Frau mit langen wallenden Haaren, eingerahmt durch einen blauen Vorhang sowie die angedeutete Landschaft im Hintergrund, finden wir in dem Gemälde "La connaissance naturelle" von Anfang 1941 wieder. Und eine der Zeichnungen, die Magritte zu Paul Éluards Gedicht "Moralité du sommeil" illustriert, stellt exakt dieselbe Figur dar. Dieses gemeinsame Werk wird 1941 in Brüssel erstmals publiziert. Der Dichterfreund, einer der wichtigsten Exponenten des literarischen Surrealismus, war massgeblich beteiligt an der Organisation der 1938 durchgeführten "Exposition Internationale du Surréalisme" in der Galerie Beaux-Arts in Paris, an der das Gemälde "Le thérapeute" ausgestellt war.

Der Körper der Frau in "Moralité du sommeil" ist nicht nur leer, sondern auch dunkel, ja sogar schwarz und vergittert. Das lässt viel Raum für surreale Interpretationen. Die Figur ist gefangen in ihren irrationalen, düsteren, schweren und unbewussten Gedanken. Gleichzeitig hat dieses Eingeschlossen-Sein aber auch die Komponente der Begrenzung, des Schutzes. Das Schwarz kann sich nicht endlos ausbreiten, was wiederum in dem doppelten Vorhang, dem der blonden Haare und dem blauen aus Stoff bestärkt wird. Draussen wartet die reale, hellere und weniger bedrohliche Welt, was in den sanften Hügelzügen angedeutet wird.

Den tieferen Sinn einmal beiseitegeschoben, kann sich das Auge auch einfach erfreuen an dem wunderbar kräftigen Farbauftrag mit dem spannenden Kontrast zwischen Gelb, Blau und Schwarz oder an dem gekonnt eingesetzten Licht- und Schattenspiel, welches von links nach rechts Vorhang und Haare immer dunkler werden lässt.

CHF 400 000 / 700 000 | (€ 412 370 / 721 650)

Verkauft für CHF 890 400 (inkl. Aufgeld)