Lot 3440 - A213 Post-War & Contemporary - Donnerstag, 26. Juni 2025, 15.00 Uhr
PIERO DORAZIO
(Rom 1927–2005 Perugia)
Meta I. 1971.
Öl auf Leinwand.
Verso signiert, betitelt und datiert: PIERO DORAZIO - 1971 "META" I.
50 × 251 cm.
Gutachten:
Provenienz:
- Privatsammlung Schweiz.
- Privatsammlung Schweiz, durch Erbschaft erhalten.
"Farbe ist Energie, die das Leben durchdringt" – mit diesem Credo schafft Piero Dorazio ein Œuvre, das durch seine leuchtenden Farbkompositionen und rhythmischen Strukturen massgeblich die Entwicklung der abstrakten Kunst in Italien und Europa prägt.
Eine bedeutende Zäsur in seinem künstlerischen Schaffen ist der einjährige Aufenthalt in den Vereinigten Staaten in den Jahren 1953/54. Während dieser Zeit kommt Dorazio in unmittelbaren Kontakt mit der innovativen amerikanischen Kunstszene, insbesondere den Abstrakten Expressionisten um Mark Rothko, Barnett Newman und Robert Motherwell und setzt sich auch intensiv mit den Werken und Schriften Wassily Kandinskys auseinander. Kandinskys revolutionärer Ansatz zur abstrakten Kunst, seine Farbtheorie sowie seine Überzeugung von der spirituellen Kraft der Kunst beeinflussen Dorazios künstlerische Entwicklung massgeblich. Besonders Kandinskys Vorstellung, dass Kunst nicht nur ästhetisch ansprechend sein soll, sondern auch "den Verstand und das Herz berührt", spiegelt sich in Dorazios Herangehensweise an die Abstraktion wider. Dorazio versteht die abstrakte Kunst als ein politisches und gesellschaftliches Statement: Für ihn ist die Abstraktion die geeignetste Form, um universelle menschliche Erfahrungen auszudrücken und sich zugleich von den ideologischen Altlasten des italienischen Futurismus zu distanzieren. Seine künstlerische Praxis zielt darauf ab, durch den Einsatz von Farbe und Licht eine unmittelbare Verbindung zur menschlichen Erfahrung herzustellen. Während seines künstlerischen Schaffens experimentiert Dorazio mit unterschiedlichen Spielarten der Abstraktion. In frühen Werken wie "Radar (Vertigo)" (Los 3444), aus dem Jahr 1955, sind die vertikalen, leuchtenden Linien und Farbfelder noch deutlich vom Einfluss der Abstrakten Expressionisten geprägt. Während die Farbfeldmalerei auf die meditative Wirkung und die emotionale Tiefe durch reine Farbflächen setzt, nutzt Dorazio die Komplexität von Linien und Farbinteraktionen, um eine lebendige, pulsierende Raum- und Zeitwahrnehmung zu erzeugen. In den 1970er-Jahren erreicht Dorazio die volle Wirkung seines Stils, exemplarisch in Werken wie "Meta I" von 1971 (Los 3440). Das Bild präsentiert sich als dichtes Geflecht aus überlagerten Farbbändern, die eine lebendige, harmonische Struktur bilden. Es erinnert an eine musikalische Partitur aus Farben, die den Betrachter einlädt, die Energie und den Rhythmus der Malerei zu erleben. Ein weiteres Werk aus seiner späten Schaffensphase ist "Cronotopico" aus dem Jahr 1989 (Los 3442). Es spiegelt Dorazios anhaltende Erforschung von Raum und Zeit wider sowie seine verstärkte Hinwendung zu Naturphänomenen. Der Titel – eine Kombination aus "Chronos" (Zeit) und "Topos" (Ort) – unterstreicht die ästhetische Auseinandersetzung mit den Dimensionen von Zeitlichkeit und Raum. Das Öl auf Leinwand zeichnet sich durch eine dynamisch-vibrierende Komposition aus Farbflächen, Linien und Formen aus.
Eine bedeutende Zäsur in seinem künstlerischen Schaffen ist der einjährige Aufenthalt in den Vereinigten Staaten in den Jahren 1953/54. Während dieser Zeit kommt Dorazio in unmittelbaren Kontakt mit der innovativen amerikanischen Kunstszene, insbesondere den Abstrakten Expressionisten um Mark Rothko, Barnett Newman und Robert Motherwell und setzt sich auch intensiv mit den Werken und Schriften Wassily Kandinskys auseinander. Kandinskys revolutionärer Ansatz zur abstrakten Kunst, seine Farbtheorie sowie seine Überzeugung von der spirituellen Kraft der Kunst beeinflussen Dorazios künstlerische Entwicklung massgeblich. Besonders Kandinskys Vorstellung, dass Kunst nicht nur ästhetisch ansprechend sein soll, sondern auch "den Verstand und das Herz berührt", spiegelt sich in Dorazios Herangehensweise an die Abstraktion wider. Dorazio versteht die abstrakte Kunst als ein politisches und gesellschaftliches Statement: Für ihn ist die Abstraktion die geeignetste Form, um universelle menschliche Erfahrungen auszudrücken und sich zugleich von den ideologischen Altlasten des italienischen Futurismus zu distanzieren. Seine künstlerische Praxis zielt darauf ab, durch den Einsatz von Farbe und Licht eine unmittelbare Verbindung zur menschlichen Erfahrung herzustellen. Während seines künstlerischen Schaffens experimentiert Dorazio mit unterschiedlichen Spielarten der Abstraktion. In frühen Werken wie "Radar (Vertigo)" (Los 3444), aus dem Jahr 1955, sind die vertikalen, leuchtenden Linien und Farbfelder noch deutlich vom Einfluss der Abstrakten Expressionisten geprägt. Während die Farbfeldmalerei auf die meditative Wirkung und die emotionale Tiefe durch reine Farbflächen setzt, nutzt Dorazio die Komplexität von Linien und Farbinteraktionen, um eine lebendige, pulsierende Raum- und Zeitwahrnehmung zu erzeugen. In den 1970er-Jahren erreicht Dorazio die volle Wirkung seines Stils, exemplarisch in Werken wie "Meta I" von 1971 (Los 3440). Das Bild präsentiert sich als dichtes Geflecht aus überlagerten Farbbändern, die eine lebendige, harmonische Struktur bilden. Es erinnert an eine musikalische Partitur aus Farben, die den Betrachter einlädt, die Energie und den Rhythmus der Malerei zu erleben. Ein weiteres Werk aus seiner späten Schaffensphase ist "Cronotopico" aus dem Jahr 1989 (Los 3442). Es spiegelt Dorazios anhaltende Erforschung von Raum und Zeit wider sowie seine verstärkte Hinwendung zu Naturphänomenen. Der Titel – eine Kombination aus "Chronos" (Zeit) und "Topos" (Ort) – unterstreicht die ästhetische Auseinandersetzung mit den Dimensionen von Zeitlichkeit und Raum. Das Öl auf Leinwand zeichnet sich durch eine dynamisch-vibrierende Komposition aus Farbflächen, Linien und Formen aus.
CHF 50 000 / 70 000 | (€ 51 550 / 72 160)
Verkauft für CHF 62 500 (inkl. Aufgeld)