Lot 3410* - A195 PostWar & Contemporary - Samstag, 05. Dezember 2020, 14.30 Uhr

OTTO PIENE

(Laasphe 1928–2014 Berlin)
Rasterbild 2. 1957.
Öl auf Leinwand.
Verso signiert, datiert und mit Richtungspfeil: Piene 57.
50 × 70 cm.

Provenienz:
- Sammlung Walter Heseler.
- Tajan Auktion, 7. Dezember 2005, Los 33.
- Durch Erbschaft an den heutigen Besitzer, seitdem Privatsammlung Schweiz.

Ausstellung: Düsseldorf 1996, Otto Piene. Retrospektive 1952-1996. Kunstmuseum Düsseldorf 25. Mai-11. August, Nr. 11 (mit Farbabb.).

Ende September 1957 veranstalten Otto Piene und Heinz Mack ihre vierte gemeinsame Abendausstellung, die die Gründung der ZERO Gruppe vorwegnimmt. Erstmals auf dieser Ausstellung zeigt Piene seine sogenannten Rasterbilder, die sich durch eine senkrechte, waagerechte oder kreisförmige Struktur auszeichnen. Für die Rastersiebe perforiert Piene Karton- oder Metallplatten nach seinen Vorstellungen, schabt die dickflüssige Ölfarbe hindurch und übergiesst diese dann mit Lösung- oder Malmittel. Auf diese Weise entstehen trotz der Gleichartigkeit der Punkte und der monochromen Farbgebung durch die Dreidimensionalität unterschiedliche Farbverteilungen. Die Gemälde werden laut Piene „lichtschlüpfig“.

Um das für die ZERO-Künstler so wichtige Spiel mit dem Licht zu erreichen, greift Piene ergänzend zu der plastischen Struktur, die er durch den Entstehungsprozess schafft, auf leuchtende Farben wie Silber, Weiss und in unserem Werk eine Mischung aus Geld und Gold zurück. So wird „[…] mit dem dynamischen Vibrieren des Lichts die Öffnung des Bildes über seine Grenzen hinaus erfahrbar […]. Innerhalb dieses Farbspektrums – und mittels variabler Rasterstrukturen – entfalten die frühen Gemälde unterschiedliche Lichtwerte.“ (zit. Robbe, Martin: Die Sonne kommt näher. Otto Piene. Frühwerk, Siegen 2003, S. 8)

CHF 100 000 / 150 000

€ 93 460 / 140 190

Verkauft für CHF 256 500 (inkl. Aufgeld)
Angaben ohne Gewähr