Sie haben noch kein Login?

Klicken Sie hier um sich zu registrieren »


Wenn Sie bereits registriert sind - Login:




Lot 1161* - A146 Möbel, Porzellan & Dekoration - Donnerstag, 18. September 2008, 10.00 Uhr

1 PAAR PRUNK-GIRANDOLEN,

Louis XV, wohl von J.A. MEISSONNIER (Juste Aurèle Meissonnier, Turin 1693-1750 Paris), Frankreich um 1740.
Bronze matt- und glanzvergoldet. Balusterförmiger, mit Blättern beschmückter Schaft mit 3 eingedrehten Lichtarmen mit blütenförmiger Tülle und Tropfteller, auf geschweiftem Rundfuss. H 44 cm.

Provenienz: Aus einer französischen Sammlung. Feines Paar von bestechender Qualität. Ein nahezu identisches Girandolenpaar ist Bestand der Sammlungen des Münchner Residenzmuseums (Inventarnr. B III, 10-14) und abgebildet in: H. Ottomeyer / P. Pröschel, Vergoldete Bronzen - Die Bronzearbeiten des Spätbarock und Klassizismus, München 1986; I, S. 105 (Abb. 2.1.9). J.A. Meissonnier war als Ornamentzeichner, Maler, Bildhauer, Architekt, Dekorateur und Goldschmied in Paris tätig. In der Tradition der Borromini-Schule aufgewachsen, reiste er bereits als sehr junger Mann nach Frankreich, wo er sich rasch einen bedeutenden Ruf als Goldschmied erwarb. 1724 erhielt er das Brevet als "orfèvre du Roi", 1726 als "dessinateur de la chambre et du cabinet du Roi". Meissonnier gab der von Lepautre und Daniel Marot begründeten dekorativen Kunstrichtung eine neue, fantastisch-bizarre, kapriziöse Wendung und schuf zwischen 1720 und 1750 jenen extremen Rocaille-Stil, dessen originellste Formen in der Ornamentik Verwendung fanden. Das Werk dieses Meisters umfasst Vorlagen für alle möglichen Dinge des täglichen Gebrauches - Leuchter, Schreibzeuge, Weinkühler, Lichtscheren, Degen, Stockgriffe u.v.m. - bis zu ganzen Wand- und Zimmerdekorationen und stellt ein wahres kunstgewerbliches Arsenal dar. Er entwarf Möbel und Saloneinrichtungen für den Pariser Hof, den König von Portugal, die Königin von Spanien, die Fürstin Czartoryski und den polnischen Kron-Grossmarschall Bielinski. Meissoniers Arbeiten sind fast nur noch als Nachstiche erhalten geblieben. Lit.: Thieme/Becker, Leipzig 1999; 23/24, S. 347 (biogr. Angaben).

CHF 30 000 / 50 000 | (€ 30 930 / 51 550)

Verkauft für CHF 38 400 (inkl. Aufgeld)