Lot 1350 - A139 Möbel, Porzellan & Dekoration - Donnerstag, 07. Dezember 2006, 10.00 Uhr
2 ÄHNLICHE SALONTISCHE MIT LACK-PLATEAUX,
der Coromandellack 18./19. Jh, die Gestelle später.
Holz bambusartig geschnitzt und vergoldet. Das Plateau mit feiner Figurenstaffage in idealisierter Park- und Pagodenlandschaft bzw. Reiher und exotische Vögel in idealisierter Parklandschaft. Rechteckiges Blatt auf gerader Zarge mit durch Kreuzsteg verbundenen Bambusbeinen. 110x100x41 cm bzw. 100x70x47 cm.
Provenienz: Privatsammlung, Schweiz. Als Coromandel-Lack bezeichnet man geschnittene bzw. geschnitzte und auf verschiedenen Ebenen mit Farbe bezogene Lackschichten; sie sind eine späte Sonderform des Schnitzlackes. Sein Ursprung ist vermutlich auf die seit der Shang-Zeit hergestellten hölzernen Gegenstände zurückzuführen, deren flacher Schnitzdekor mit rotem bzw. schwarzem Lack übermalt war. Der wissenschaftliche Begriff des Coromandel-Lackes hat sich erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts durchgesetzt und hat seinen Ursprung in der 1750 erstmals dokumentierten französischen Bezeichnung "vernis de Coromandel", die auf die südostindische Coromandel-Küste zurückzuführen ist. Dort besassen die Franzosen bis zu ihrer Verdrängung durch die Engländer 1761 Handelsniederlassungen, die als Umschlagplätze für fernöstliche Ware diente. In der englischen Literatur des 17. und 18. Jahrhunderts findet sich der Coromandel-Lack unter dem Namen "Batam work", benannt nach einem Stützpunkt der Niederländisch-Ostindischen Handelsfirma in der Hafenstadt Bantam auf Java. Bantam war eine der Zwischenstationen für die Lackarbeiten auf ihrem Weg nach Europa. Früher wurde bei der Coromandel-Lackierung der meist aus Kiefernholztafeln zusammengefügte Untergrund mehrmals mit einer Grundierung überzogen, die aus Rohlack, Ton oder Kreidestaub und Schweineblut bestand, danach poliert und mit mehreren Schichten braunen oder schwarzen Lacks bemalt. Nach der Aushärtung wurden meist szenische oder florale Darstellungen in vertiefter Relief-Technik hineingeschnitzt und mit Farben oder leimversetzten Goldpulver aufgefüllt.
CHF 4 000 / 7 000 | (€ 4 120 / 7 220)
Verkauft für CHF 13 200 (inkl. Aufgeld)