Sie haben noch kein Login?

Klicken Sie hier um sich zu registrieren »


Wenn Sie bereits registriert sind - Login:




Lot 1216* - A144 Möbel, Porzellan & Dekoration - Montag, 17. März 2008, 10.00 Uhr

ZYLINDERBUREAU,

Louis XVI, J.F. LELEU (Jean François Leleu, Meister 1764) zuzuschreiben, Paris um 1780/85.
Mahagoni "moucheté" und kanneliert. Rechteckiger Korpus auf bogenförmig ausgeschnittener Zarge mit kannelierten Säulenbeinen. Front mit herausziehbarer, mit grünem, goldgepresstem Leder bezogener Schreibplatte über breiter Zentralschublade über der Beinaussparung, flankiert von je 2 Schubladen, die rechte 1 grosse Schublade mit Schliessfach bildend. Inneneinteilung mit 6 Schubladen auf 2 Reihen. Dreigeteilte Kopfschublade. In durchbrochene Bronzegalerie gefasste "Carrara"-Platte. Bronzebeschläge und -sabots. Zum Freistellen. Etwas zu überholen. 141x53x(offen 92)x120 cm.

Sehr bedeutendes, feines Zylinderbureau von hoher Qualität. Die ausserordentlich akkurate Ausarbeitung und das exquisite Furnier weisen auf den Ebenisten J.L. Leleu hin. J.F. Leleu gehörte zu den talentiertesten Ebenisten seiner Zeit. Wie viele seiner Berufskollegen verbrachte er die Lehrzeit in der Rue du Faubourg-Saint-Antoine in Paris. Später trat er als "compagnon" in das Unternehmen des berühmten Jean-François Oeben ein, dessen Werkstatt sich im "Arsenal" befand. Hier traf er auf Jean-Henri Riesener, mit dem er sich auf beruflicher Ebene sehr gut verstand, weit weniger gut allerdings auf der persönlichen. Nach Oebens Tod bemühten sich beide intensiv um dessen Nachfolge als "Ebéniste du Roi". Riesener übernahm schliesslich die Führung der Werkstatt, beendete den berühmten Louis- XV-Schreibtisch, der von Oeben entworfen und begonnen worden war, wurde Lieferant des Königshofes und heiratete Oebens Witwe Françoise Marguerite Vandercruse. Ausgeschlossen und abgewiesen ersuchte Leleu um die Meisterwürde und eröffnete sein eigenes Atelier. Trotzdem machte Leleu eine brillante Karriere. Zunächst arbeitete er in der Chaussée de la Contrescarpe, nur wenige Schritte von der Bastille und dem "Arsenal" entfernt. Einige Monate später fand er in der Rue Royale grössere und geeignetere Räumlichkeiten und zog um. Sein Ruf als talentierter Ebenist verbreitete sich rasch; Leleu erhielt Aufträge von der Comtesse du Barry und vom Prince de Condé, der sein bester Kunde wurde. Auch für den Palais Bourbon und für die Schlösser Chantilly und Saint-Maur stellte er Möbel her. 1780 holte Leleu seinen Schwiegersohn Charles-Antoine Stadler als Teilhaber in die Werkstatt. Fünf Jahre später wurden die beiden im Archiv des königlichen "Garde-Meuble" erwähnt, als sie einen Spieltisch lieferten. Vermutlich war dies das einzige Mal, dass Leleu für den Königshof gearbeitet hatte. Um 1792 überliess Jean-François Leleu das Unternehmen seinem "associé" Stadler und zog sich aus dem Berufsleben zurück. Lit.: P. Kjellberg, Le mobilier français du XVIIIe siècle, Paris 1989; S. 505-520 (biogr. Angaben). J. Nicolay, L'art et la manière des maîtres ébénistes français au XVIIIe siècle, Paris 1976; I, S. 274f. (biogr. Angaben). A. Pradère, Die Kunst des französischen Möbels, München o.J.; S. 333-341 (biogr. Angaben).

CHF 15 000 / 25 000 | (€ 15 460 / 25 770)

Verkauft für CHF 18 000 (inkl. Aufgeld)