Sie haben noch kein Login?

Klicken Sie hier um sich zu registrieren »


Wenn Sie bereits registriert sind - Login:




Lot 3332* - A146 Gemälde des 19. Jahrhunderts - Freitag, 19. September 2008, 16.00 Uhr

RUSSLAND, 14./15. JAHRHUNDERT

Prozessions Ikone. Doppelseitig. Vorderseite: Muttergottes mit Kind. Rückseite: wohl die Heilige Paraskeva, fragmentarisch erhalten.
Eitempera auf Holz.
60,3 x 50,6 cm.

Gutachten: Dr. Victor H. Elbern, Oktober 1987. Die vorliegende Ikone ist in Temperatechnik auf Holz mit Pawoloka gemalt Anhand des 13,6 cm breiten Vorsprung an der unteren Kante des Trägers lässt sich erkennen, dass es sich um eine sogenannte Standartenikone oder Prozessionsikone handelt, deren Tragevorrichtung abgesägt worden ist. Die Vorderseite zeigt eine Gottesmutter mit Kind auf vergoldetem Grund. Maria ist in Halbfigur dargestellt, in einem Purpurmantel mit Maphorion über chrysographiertem blaugrünen Untergewand gekleidet. Sie ist leicht gewendet und zu ihrem Kind geneigt, das sie auf dem linken Arm trägt. Der Jesusknabe hält eine weisse Schriftrolle, der linke Arm ist gehoben und drei Finger seiner Hand sind segnend gespreizt. Beide Figuren sind durch punzierte Nimben ausgezeichnet und weisen ihre abgekürzten Nomina sacra auf. Der Goldgrund ist weitgehend erhalten, kleine Partien sind restauratorisch ergänzt. Am unteren Bildrand ist die Grundierung weitgehend erhalten. Die Darstellung lässt sich nur schwer einem geläufigen Bildtypen in der russischen Ikonenmalerei unmittelbar zuordnen, die ikonographischen Merkmale verweisen jedoch auf ältere Marientypen. Von der Darstellung auf der Rückseite ist nur etwa die Hälfte erhalten, in schlechtem Zustand. Obwohl die rechte Hälfte der Tafel nur mehr den Levkas mit Farbspuren aufweist, bleibt eine frontale Halbfigur einer weiblichen, nimbierten Gestalt vor grünlich-bräunlichem Grunde erkennbar. Spätere Übermalungen sind zu sehen, welche die genaue Datierung erschweren, der Zustand und die graphischen Strukturen deuten jedoch stark eine frühe Entstehung, vermutlich im 13. -14. Jahrhundert im Umkreis Nowogrod an, allerdings weist die Ikone Anzeichen einer späteren Umgestaltung in Moskau im 15. Jahrhundert auf.

CHF 0 / 0 | (€ 0 / 0)

Verkauft für CHF 366 000 (inkl. Aufgeld)