Lot 3482* - A215 Post-War & Contemporary - Donnerstag, 27. November 2025, 14.00 Uhr
BERNHARD LUGINBÜHL
(Bern 1929–2011 Langnau i.E.)
Grosse Giraffe. 1969.
Eisen, geschweisst, geschraubt, verzinkt und lackiert.
Am Hals unten rückseitig mit der eingeschlagenen Signatur: LUGINBÜH[L], sowie links neben den grossen Schrauben mit der eingeschlagenen Signatur und Datierung: luginbühl 69.
850 × 470 × 275 cm.
Dieses Objekt wird nicht in den Räumlichkeiten der Koller Auktionen AG ausgestellt. Eine Besichtigung des Werkes ist auf Anfrage gerne möglich.
Dieses Objekt wird nicht in den Räumlichkeiten der Koller Auktionen AG ausgestellt. Eine Besichtigung des Werkes ist auf Anfrage gerne möglich.
Provenienz:
Literatur:
- Hans Fischli: Eine Skulptur kommt zur Welt, in: Rückler Zytig, Hauszeitung der Schweizerischen Rückversicherungs-Gesellschaft, Zürich 1969, S. 10/12 (mit Abb.).
- Werner Jehle: Eines Bildhauers eiserne Pflanze, in: Woche [Olten], Olten 1969, Jg. 48, Nr. 43, S. 24/25 (mit Abb.).
- Ausst.-Kat. Bernhard Luginbühl. Plastiken, Kunsthaus Zürich (Hrsg.), Zürich 1972, Nr. 106.
- Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.), Kunstführer durch die Schweiz, Wabern 1975, Bd. 1, S. 775.
- Rolf Lambrigger: Zürich. Zeitgenössische Kunstwerke im Freien, Zürich 1985, S. 17 und S. 186/187 (mit Abb.).
- Giraffe auf Reisen, in: Impuls. Hauszeitung für die Mitarbeiter und Pensionierten der Schweizerischen Rückversicherungs-Gesellschaft, Zürich 1988, Jg. 2, S. 17 (mit Abb.).
- Kunst in der Schweizer Rück, in: Impuls. Hauszeitung für die Mitarbeiter und Pensionierten der Schweizerischen Rückversicherungs-Gesellschaft, Zürich 1989, Jg. 3 (mit Abb.).
- Roman Oberholzer: Wettlauf der Titanen bei den globalen Rückversicherern. Swiss Re und Münchnener Rück gelten als attraktive Akien, in: Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, Zürich 2002, 31.3.2002 (mit Abb.).
Bernhard Luginbühl gehört zu den prägenden Schweizer Bildhauern der Nachkriegszeit; sein Lebenswerk macht ihn besonders als "Eisenplastiker" bekannt. In den späten 1960er-Jahren entstehen mehrere Giraffen-Figuren aus geschweissten Metallteilen, von kleinen, beinahe spielzeughaften Varianten bis zur monumentalen "Grosse[n] Giraffe" aus dem Jahr 1969.
Luginbühls Giraffen sind keine naturgetreuen Tierabbildungen: Formen werden reduziert, gebrochen und aus gefundenen Maschinenteilen, Schrott, Rohren, Schrauben und Blechen komponiert. Die lange, geschwungene "Hals"-Geste der grossen Giraffe kontrastiert mit einem massigen, technisch wirkenden Rumpf. Dadurch entsteht eine Figur, die zugleich animalisch und mechanisch erscheint. Die sichtbaren Schweissnähte, Nietverbindungen und die rot farbig lackierte Oberfläche betonen den industriellen Ursprung des Materials und den handwerklich-industriellen Herstellungsprozess.
Die Giraffen gehören in eine Reihe sogenannter "Stengel" und hybridfigürlichen Arbeiten, bei denen Luginbühl organische Assoziationen, wie Tiere, Pflanzen oder Menschen, mit maschinellen Teilen verschmilzt. Diese Praxis passt in die grössere Tradition der Assemblage und des Readymade-Gestus, die seit den 1950er/60er-Jahren in Europa verbreitet ist. Luginbühl verarbeitete bewusst Industrieteile, um neue, eigenständige Plastiken zu schaffen. Eine Strategie, die seinem Werk eine rohe, aggressive wie auch ironisch-spielerische Gestik verleiht.
Die Grosse Giraffe ist im öffentlichen Raum Zürichs bekannt und ist mehrfach in Stiftungs- und Firmenbeständen dokumentiert. Kleinere Varianten oder Modellstudien befinden sich in Museen, Sammlungen und dem Archiv der Luginbühl-Stiftung; zahlreiche Versionen sind für den Aussenraum konzipiert und reagieren durch Massstab und Farbe auf ihren städtischen Kontext.
Luginbühls Giraffen sind keine naturgetreuen Tierabbildungen: Formen werden reduziert, gebrochen und aus gefundenen Maschinenteilen, Schrott, Rohren, Schrauben und Blechen komponiert. Die lange, geschwungene "Hals"-Geste der grossen Giraffe kontrastiert mit einem massigen, technisch wirkenden Rumpf. Dadurch entsteht eine Figur, die zugleich animalisch und mechanisch erscheint. Die sichtbaren Schweissnähte, Nietverbindungen und die rot farbig lackierte Oberfläche betonen den industriellen Ursprung des Materials und den handwerklich-industriellen Herstellungsprozess.
Die Giraffen gehören in eine Reihe sogenannter "Stengel" und hybridfigürlichen Arbeiten, bei denen Luginbühl organische Assoziationen, wie Tiere, Pflanzen oder Menschen, mit maschinellen Teilen verschmilzt. Diese Praxis passt in die grössere Tradition der Assemblage und des Readymade-Gestus, die seit den 1950er/60er-Jahren in Europa verbreitet ist. Luginbühl verarbeitete bewusst Industrieteile, um neue, eigenständige Plastiken zu schaffen. Eine Strategie, die seinem Werk eine rohe, aggressive wie auch ironisch-spielerische Gestik verleiht.
Die Grosse Giraffe ist im öffentlichen Raum Zürichs bekannt und ist mehrfach in Stiftungs- und Firmenbeständen dokumentiert. Kleinere Varianten oder Modellstudien befinden sich in Museen, Sammlungen und dem Archiv der Luginbühl-Stiftung; zahlreiche Versionen sind für den Aussenraum konzipiert und reagieren durch Massstab und Farbe auf ihren städtischen Kontext.
CHF 50 000 / 80 000 | (€ 51 550 / 82 470)
Verkauft für CHF 62 500 (inkl. Aufgeld)