Lot 3052* - A215 Schweizer Kunst - Freitag, 28. November 2025, 14.00 Uhr
FÉLIX VALLOTTON
(Lausanne 1865–1925 Paris)
Vue d'Honfleur, le soir. 1912.
Öl auf Leinwand.
Unten rechts signiert und datiert: F. VALLOTTON. 12.
142 × 108 cm.
Provenienz:
- Privatbesitz Henri Galilée, Nancy.
- Privatbesitz Maurice Christophe, Barr (Bas-Rhin).
- Auktion Drouot, Paris, Me Bellier, 24.2.1955, Los 138.
- Galerie Vallotton, Lausanne, Nr. 8992, an obiger Auktion erworben.
- Galerie Kurt Meissner, Zürich, 1960 (verso mit Etikett).
- Privatbesitz Willy Raeber, Basel.
- Schweizer Privatsammlung.
- Auktion Kornfeld, Bern, 12.6.2009, Los 167.
- Privatsammlung Deutschland, an obiger Auktion erworben.
Ausstellungen:
- Turin und Rom 1964, E. Bernard. F. Vallotton, Galleria Narciso; Galleria del Levante, 16.4.–4.5.1964; Oktober 1964, Nr. 6.
- Zürich 1965, Félix Vallotton, Kunsthaus Zürich, 10.4.–30.5.1965, Nr. 174 (verso mit Etikett).
- Bern und Martigny 2004/05, Félix Vallotton. Die Sonnenuntergänge – Les couchers de soleil, Kunstmuseum Bern, 29.10.2004–20.2.2005; Fondation Pierre Gianadda 18.3.–12.6.2005, Nr. 55.
Literatur:
- Ausst.-Kat. Félix Vallotton, Milano 1963, Nr. 22 (mit Abb.).
- L.B.: Mostre d'arte. Félix Vallotton, in: Corriere della sera, 1.11.1963.
- Pierluigi Albertino: Félix Vallotton, in Artecasa, Milano 1963/64, Nr. 49, Dezember 1963–Januar 1964, S. 41.
- Ausst.-Kat. Félix Vallotton, Zürich 1965, S. 88, Nr. 174 (mit Abb., Nr. III).
- Francis Jourdain: Félix Vallotton. Mit einer Studie von Edmond Jaloux, Zürich 1967, Nr. 43.
- Piero Bianconi: Vallotton, Paris 1968, Tafel 1.
- Rudolf Koella: Das Bild der Landschaft im Schaffen von Félix Vallotton. Wesen, Bedeutung, Entwicklung, Zürich 1969.
- Doris Jakubec: Vallotton à Honfleur, in L'Œil, Lausanne und Paris 1980, Nr. 299, Juni 1980, S. 42 (mit Abb.).
- Solange Lemaire: Félix Vallotton en Normandie, in: Le Pays d'Auge, Nr. 7–8, Juli–August 1993, S. 8.
- Marina Ducrey: Félix Vallotton (1865–1925). L’œuvre peint. Catalogue raisonné, Zürich und Lausanne 2005, Bd. III, S. 529, Nr. 916 (mit Abb.).
- Ausst.-Kat. Félix Vallotton. Die Sonnenuntergänge – Les couchers de soleil, Hrsg. Kunstmuseum Bern, Bern und Martigny 2004/05, S. 97, Nr. 55 (mit Abb.).
Landschaften nehmen in Félix Vallottons Schaffen einen besonderen Platz ein. "Vue d’Honfleur, le soir" zeigt den Blick auf die normannische Hafenstadt von einem seiner bevorzugten Aussichtspunkte, dem Mont Joli an der Côte de Grâce. Seit 1909 arbeitete Vallotton mit sogenannten "paysages composés", im Atelier aus der Erinnerung geschaffenen Landschaften. Seine Beobachtungen hielt er in Notizbüchern fest, um sie später zu präzise aufgebauten Kompositionen zu verdichten.
Für dieses Werk notierte er: "Blick auf Honfleur am Abend bei bedecktem Himmel, im Vordergrund grüner Hang, links Baumgruppe, beleuchtete Strassenlaternen." Der Aufbau folgt einer klaren Gliederung in horizontale Zonen von Vordergrund, Stadt und Himmel, die in ruhigem Rhythmus ineinandergreifen. Die dunklen, elegant geschwungenen Bäume links verleihen der Komposition Tiefe und bilden ein wirkungsvolles Gegengewicht zur lichten Weite der Seine Bucht.
Vallotton wollte Landschaften schaffen, die frei seien von jeder wörtlichen Treue zur Natur, rekonstruiert allein aus der Empfindung, die sie in ihm ausgelöst hatte, mit wenigen andeutenden Linien und gewählten Details. Dieses Streben nach einer geistig verdichteten, erinnernden Landschaft findet in "Vue d’Honfleur, le soir" seine überzeugende bildnerische Form. Mit feiner Abstufung von Grau, Blau und Grüntönen, belebt durch rosa und orange Reflexe, entsteht eine stille Erhabenheit, in der sich kompositorische Strenge und poetische Empfindung vollkommen vereinen.
Für dieses Werk notierte er: "Blick auf Honfleur am Abend bei bedecktem Himmel, im Vordergrund grüner Hang, links Baumgruppe, beleuchtete Strassenlaternen." Der Aufbau folgt einer klaren Gliederung in horizontale Zonen von Vordergrund, Stadt und Himmel, die in ruhigem Rhythmus ineinandergreifen. Die dunklen, elegant geschwungenen Bäume links verleihen der Komposition Tiefe und bilden ein wirkungsvolles Gegengewicht zur lichten Weite der Seine Bucht.
Vallotton wollte Landschaften schaffen, die frei seien von jeder wörtlichen Treue zur Natur, rekonstruiert allein aus der Empfindung, die sie in ihm ausgelöst hatte, mit wenigen andeutenden Linien und gewählten Details. Dieses Streben nach einer geistig verdichteten, erinnernden Landschaft findet in "Vue d’Honfleur, le soir" seine überzeugende bildnerische Form. Mit feiner Abstufung von Grau, Blau und Grüntönen, belebt durch rosa und orange Reflexe, entsteht eine stille Erhabenheit, in der sich kompositorische Strenge und poetische Empfindung vollkommen vereinen.
CHF 250 000 / 400 000 | (€ 257 730 / 412 370)
Verkauft für CHF 375 000 (inkl. Aufgeld)
Angaben ohne Gewähr.