Lot 3036* - A218 Gemälde Alter Meister - Freitag, 18. September 2026, 14.00 Uhr
JACOB ISAACKSZ. VAN RUISDAEL
(Haarlem 1628–1682 Amsterdam)
Stürmische See mit Segelschiffen.
Öl auf Leinwand.
Unten links monogrammiert: JvR.
51,3 × 66,5 cm.
Provenienz:
- Auktion H. van Ommeren, Utrecht, 6.5.1839, Los 289.
- Sammlung Baron Willem Joseph van Brienen van de Groote Lindt (1760–1839), Den Haag.
- Durch Erbschaft an seinen Sohn Baron Arnoud Willem van Brienen van de Groote Lindt (1783–1854), Amsterdam und Den Haag.
- Durch Erbschaft an seinen Sohn Baron Willem Diederik Arnoud Maria van Brienen van de Groote Lindt (1814–1873), Amsterdam, Amsterdam und Den Haag.
- Auktion Etienne Le Roy und Ferdinand Laneuville, Paris, 8.5.1865, Los 35.
- Sammlung Barthold Suermondt (1818–1887), Aachen.
- Sammlung Kaiser-Friedrich-Museum, Berlin, ab 1874 (verso mit Wachssiegel).
- Austausch vom oben erwähnten Museum mit dem Kunsthandel Van Diemen, Berlin, um 1924.
- Privatsammlung, Frankfurt am Main, 1928.
- Sammlung K.A. Volz, Den Haag.
- Sammlung August Wilhelm Volz (1873–1944), Den Haag. 1936/37.
- Sammlung Etienne Marie Louis Nicolas (1870–1960), Paris.
- Auktion Sotheby's, London, 27.6.1962, Los 30.
- Kunsthandel Alfred Brod, London, 1963.
- Auktion Sotheby's, London, 14.12.1977, Los 22.
- Galerie St. Lucas, Wien, um 1978/79.
- Sammlung Erna Weidinger, née Wertanek(1923–2021), Wien.
- Auktion Kinsky, 8.11.2022, Los 23.
- Europäische Sammlung.
Ausstellungen:
- Brüssel 1874, Catalogue de la collection de tableaux et dessins anciens et modernes de M. B. Suermondt, exposée dans un but philantropique, Musée Royal des Beaux-Arts, 1874, S. 58, Nr. 153.
- Den Haag 1936/37, Oude Kunst uit Haagsch bezit, Mauritshuis., Nr. 168
- London 1963, Kunsthandel Alfred Brod, 9.–30.5.1963, Nr. 17.
- Wien 1978/79, Old master paintings, Galerie St. Lucas, Winter 1978/79, Nr. 19.
- Dordrecht 2026, Turner. Water en licht, Dordrechts Museum 8.2.–14.6.2026.
Literatur:
- "Stüürmische See, Oelgemälde von Jak. Ruisdael in der Galerie Suermondt in Aachen", in: Zeitschrift für bildende Kunst 4, 1869, S. 240–43, mit der Radierung von L. Flameng in Bürger/Thoré 1869 illustriert.
- Carel Vosmaer: "Tentoonstelling van schilderijen en teekeningen te Brussel", in: De Nederlandsche Spectator 18, 1873, S. 148.
- René Ménard: "Exposition rétrospective de Bruxelles", in: Gazette des Beaux-Arts, 1873, S. 541.
- Paul Mantz: "La galerie de M. Suermondt", in: Gazette des Beaux-Arts, 1874, S. 453.
- Frederick Charles Willis: Die niederländische Marinemalerei, Leipzig 1911, S. 63.
- Cornelis Hofstede de Groot: Beschreibendes und kritisches Verzeichnis der Werke der hervorragendsten holländischen Maler des XVII. Jahrhunderts, Bd. IV, Esslingen/Paris 1911, S. 282, Nr. 942, S. 294, Nr. 978.
- Beschreibendes Verzeichnis der Gemälde im Kaiser-Friedrich-Museum, Berlin, Berlin/Leipzig 1921, Nr. 885B.
- Jakob Rosenberg: Jacob van Ruisdael, Berlin 1928, Nr. 582.
- Gerardus Arnulf Maria Janssen: Das Haus Herengracht 182 zu Amsterdam und seine Sammlung von Gemälden Niederländischer Maler des siebzehnten Jahrhunderts, München 1988, S. 117–18.
- Herbert Lepper: "Kunsttransfer aus der Rheinprovinz in die Reichshauptstadt. Der Erwerb der Gemälde-Sammlung des Aachener Industriellen Barthold Suermondt durch die Königlichen Museen zu Berlin im Jahre 1874. Ein Beitrag zur Museumspolitik Preussens nach der Reichsgründung", in: Aachener Kunstblätter 56–57, 1988/89, S. 304, Nr. 90.
- Seymour Slive: Jacob van Ruisdael. A Complete Catalogue of His Paintings, Drawings and Etchings, New Haven/London 2001, S. 463, Nr. 654.
- Susanna Avery-Quash: The Travel Notebooks of Sir Charles Lock Eastlake, Bd. I, London 2011, S. 543.
- Ausst.-Kat. Gestatten, Suermondt! Sammler, Kenner, Kunstmäzen, hrsg. von Peter van den Brink und Wibke Vera Birth, Aachen 2018, S. 366, Nr. 302.
- Susanne Randhage: Die Seebilder des Jacob van Ruisdael, Berlin 2021, S. 444, Nr. 18.
Seestücke nehmen im umfangreichen Gesamtwerk von Jacob van Ruisdael eine besondere Rolle ein, da es sich von den rund 700 bekannten Gemälden des Künstlers nur bei etwa 30 Werken um Marinedarstellungen handelt. Ein überwiegender Teil dieser Seestücke befindet sich heute in den Sammlungen bedeutender Museen weltweit, darunter im Louvre in Paris, der National Gallery in London oder dem Museum of Fine Arts in Boston. Mit vorliegendem Gemälde bietet sich daher die seltene Gelegenheit, eine qualitätsvolle Marine Ruisdaels der eigenen Sammlung hinzuzufügen.
Die Seebilder Ruisdaels wurden bereits zu dessen Lebzeiten hochgeschätzt und übten auch auf bedeutende Meister nachfolgender Künstlergenerationen grossen Einfluss. Ein schönes Beispiel hierfür ist etwa Joseph Mallord William Turners (1775–1851) berühmtes Werk "Port Ruysdael" von 1826/27 (Yale Center for British Art, New Haven, CT, Inv.-Nr. B1977.14.80), welches sogar den Namen des niederländischen Meisters im Titel trägt. Noch bis Mitte Juni dieses Jahres hing unser Gemälde im Dordrechts Museum in der Ausstellung "Turner. Water en licht" gegenüber von eben jenem "Port Ruysdael" von Turner. Diese Gegenüberstellung verdeutliche besonders schön die Bedeutung Ruisdaels auf den britischen Romantiker Turner und die damit einhergehende grosse kunsthistorische Bedeutung, die Jacob van Ruisdaels Seestücken beigemessen werden kann.
Ruisdaels Seestücken wohnen eine dramatische Atmosphäre und packende Dynamik inne, die auch in unserem Gemälde hervorragend zur Geltung kommen. Die vom Sturm aufgewühlte See, auf deren Wellen zahlreiche Segelboote im Wind tanzen sowie die dramatische Lichtführung des durch die Gewitterwolken durchbrechenden Sonnenlichts, das die aufbrausende See beleuchtet, sind dabei typische Elemente in der Marinemalerei Ruisdaels.
Als Ruisdael das hier angebotene Gemälde schuf, hatte er sein malerisches Ausdrucksrepertoire, um imposante und zugleich flüchtige Wetterlagen darzustellen, perfektioniert. Besonders wirkungsvoll sind die monumentalen Wolken, die die Komposition dominieren, während ein Wetterumschwung die Gesamtstimmung des Gemäldes prägt. Die der Naturgewalt ausgelieferten Boote veranschaulichen dabei die Zerbrechlichkeit des menschlichen Daseins, was die gezeigte Szenerie auf eine kontemplative Ebene hebt.
Unser Gemälde kann zudem mit einer makellosen und illustren Provenienz aufwarten. So befand sich das vorliegende Werk unter anderem in der berühmten Sammlung des deutschen Unternehmers Barthold Suermondt (1818–1887) in Aachen, was die Qualität dieses Meisterwerks zusätzlich unterstreicht.
Die Seebilder Ruisdaels wurden bereits zu dessen Lebzeiten hochgeschätzt und übten auch auf bedeutende Meister nachfolgender Künstlergenerationen grossen Einfluss. Ein schönes Beispiel hierfür ist etwa Joseph Mallord William Turners (1775–1851) berühmtes Werk "Port Ruysdael" von 1826/27 (Yale Center for British Art, New Haven, CT, Inv.-Nr. B1977.14.80), welches sogar den Namen des niederländischen Meisters im Titel trägt. Noch bis Mitte Juni dieses Jahres hing unser Gemälde im Dordrechts Museum in der Ausstellung "Turner. Water en licht" gegenüber von eben jenem "Port Ruysdael" von Turner. Diese Gegenüberstellung verdeutliche besonders schön die Bedeutung Ruisdaels auf den britischen Romantiker Turner und die damit einhergehende grosse kunsthistorische Bedeutung, die Jacob van Ruisdaels Seestücken beigemessen werden kann.
Ruisdaels Seestücken wohnen eine dramatische Atmosphäre und packende Dynamik inne, die auch in unserem Gemälde hervorragend zur Geltung kommen. Die vom Sturm aufgewühlte See, auf deren Wellen zahlreiche Segelboote im Wind tanzen sowie die dramatische Lichtführung des durch die Gewitterwolken durchbrechenden Sonnenlichts, das die aufbrausende See beleuchtet, sind dabei typische Elemente in der Marinemalerei Ruisdaels.
Als Ruisdael das hier angebotene Gemälde schuf, hatte er sein malerisches Ausdrucksrepertoire, um imposante und zugleich flüchtige Wetterlagen darzustellen, perfektioniert. Besonders wirkungsvoll sind die monumentalen Wolken, die die Komposition dominieren, während ein Wetterumschwung die Gesamtstimmung des Gemäldes prägt. Die der Naturgewalt ausgelieferten Boote veranschaulichen dabei die Zerbrechlichkeit des menschlichen Daseins, was die gezeigte Szenerie auf eine kontemplative Ebene hebt.
Unser Gemälde kann zudem mit einer makellosen und illustren Provenienz aufwarten. So befand sich das vorliegende Werk unter anderem in der berühmten Sammlung des deutschen Unternehmers Barthold Suermondt (1818–1887) in Aachen, was die Qualität dieses Meisterwerks zusätzlich unterstreicht.
CHF 60 000 / 80 000 | (€ 61 860 / 82 470)
Verkauft für CHF 87 500 (inkl. Aufgeld)