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Lot 3025* - A218 Gemälde Alter Meister - Freitag, 18. September 2026, 14.00 Uhr

JAN BRUEGHEL d. Ä.

(Brüssel 1568–1625 Antwerpen)
Weg zum Markt. 1606.
Öl auf Kupfer.
Unter links signiert und datiert: BRVEGHEL 1606.
Auf der Rückseite der Kupferplatte: Stempel von Pieter Stas.
29,5 × 44 cm.

Provenienz:
- Auktion Philips, Sussex, 1822 (verso mit Etikett).
- Sammlung John Vivian (1925–2005), 4. Baron Swansea.
- Auktion Sotheby's, London, 6.7.1966, Los 117.
- Sammlung Lady Beamish.
- Auktion Sotheby's, London, 11.7.1979, Los 15.
- Privatbesitz, Grossbritannien.
- Auktion Christie's, 3.12.1997, Los 15.
- Kunsthandel Richard Green, London.
- Aussereuropäischer Privatbesitz.

Ausstellung:
London 1999, The Cabinet Picture, Kunsthandel Richard Green.

Literatur:
- Ausst.-Kat. The Cabinet Picture, London 1999, S. 166–67, mit Abb. Nr. 189.
- Klaus Ertz: Jan Brueghel der Ältere, Köln 1979, S. 580, Kat.-Nr. 136.
- Weltkunst, Mai 2000, S. 885.
- Klaus Ertz und Christa Nitze-Ertz: Jan Brueghel der Ältere (1568-1625). Kritischer Katalog der Gemälde, Bd. I, Lingen 2008, S. 124–25, Nr. 30 (mit Abb.).

Zwischen 1603 und 1607 widmete sich Jan Brueghel d. Ä. dem Thema "Weg zum Markt" mit einer weiten Landschaft, in der zahlreiche Passanten mit Körben und Tonkrügen, beladene Kutschen und Reiter zu Pferd zu sehen sind. Dabei wird die Bildtradition des 16. Jahrhunderts der Weltlandschaft weiterentwickelt und die anfänglich klare Aufteilung der einzelnen Ebenen farblich vermischt und der Horizont herabgesetzt.

Diese Entwicklung findet sich auch bei dem 1606 datierten und signierten Landschaftsgemälde von Jan Brueghel d. Ä. Neben den Marktleuten, die ihre Waren in Richtung des im Mittelgrund zu sehenden Städtchens tragen, finden sich auch Edelleute zu Pferd mit Flinte und Degen. Einer der Edelmänner mit Federhut ist vom Pferd abgestiegen und lässt sich von seinem Diener die Sporen richten.

Das Gemälde kann mit der Landschaft etwas kleineren Formates von 1604, ebenfalls auf Kupfer gemalt und heute in der Sammlung des Fürsten von und zu Liechtenstein (Inv. Nr. 561; siehe Ertz, 2008, S. 120–21, Nr. 28 mit Abb.), verglichen werden. Diese Komposition mit den zentral platzierten Laubbäumen, um die sich der Weg windet, basiert auf einer Zeichnung von circa 1595/96, Landschaft mit Tobias und dem Engel, im Szépmüvészeti Museum, Budapest (Ertz, 2008, S. 122–23, Nr. 29 mit Abb.). In dieser befasst sich Jan Brueghel erstmals mit dieser Thematik, die prägend für die Folge der Gemälde „Weg zum Markt“ werden sollte. Im Lichtenstein Gemälde, wie auch bei der hier angebotenen Landschaft ist der Standpunkt herabgesetzt, so dass der Betrachter stärker in die Szenerie integriert wird. 1605 entwickelt Brueghel dieses Phänomen weiter in dem Gemälde „Überfall durch Banditen auf dem Weg zum Markt“, in der Eremitage in St. Petersburg, das eine vergleichbare Ortschaft im Hintergrund, wie bei unserem Gemälde, erkennen lässt.

Hervorzuheben ist auch, dass in dieser Auktion sich die Brüder Jan Brueghel d. Ä. und Pieter Brueghel d. J. (1564–1638) künstlerisch gegenüberstehen und ihre individuelle meisterliche Kunstfertigkeit vorgestellt wird (siehe Los 3018). Während Pieter sich vorwiegend auf das künstlerische Erbe des Vaters spezialisierte und dieses komplettierte, reiste Jan in den Jahren zwischen 1589–96 nach Italien, wo er künstlerische Impulse aufgriff. Zurück in Antwerpen übernahm er diese in seine Malerei, die sich durch eine Feinheit und Eleganz auszeichnet und die auch bei diesem stimmungsvollen Landschaftsgemälde zum Ausdruck kommt.

Dieses Gemälde ist im RKD, Den Haag, als eigenhändiges Werk unter der Nummer 45025 archiviert.

CHF 350 000 / 500 000 | (€ 360 820 / 515 460)

Verkauft für CHF 646 400 (inkl. Aufgeld)