GANDHARA ─ SCHMELZTIEGEL
DER KULTUREN
GANDHARA, EINE ANTIKE REGION IM HEUTIGEN NORDWESTPAKISTAN, ENTWICKELTE SICH IM JAHRTAUSEND UM CHRISTI GEBURT ZU EINEM BEDEUTENDEN KULTURELLEN KNOTENPUNKT ZWISCHEN DEM MITTELMEERRAUM, ZENTRALASIEN UND SÜDASIEN.
Auf Alexander den Grossen gehen klassische Einflüsse zurück, die sich mit parthischen, indischen und kuschanischen Elementen verbanden. Besonders fruchtbar war diese Synthese in der buddhistischen Kunst, die unter den Kuschan-Herrschern im 2. Jahrhundert n. Chr. eine Blüte erlebte.
Der Buddhismus erreichte Gandhara schon im 3. Jahrhundert v. Chr.; mit der Gründung von Klöstern und dem Errichten von Stupas, oft durch königliche Stifter, fasste die Religion Fuss. Reliquien spielten dabei eine zentrale Rolle. Ab dem 1. Jahrhundert n. Chr. entstehen Reliefszenen aus dem Leben Buddhas, später folgen ikonische Darstellungen wie Buddhas und Bodhisattvas aus Bronze, Schiefer oder Stuck für die rasch wachsenden Klöster. Der klassisch-griechische Einfluss zeigt sich in der naturalistischen Darstellung von Körpern und Gewändern und in monumentalen Figuren. Bis ins 7. Jahrhundert hinein lebten Stil und Inhalte vor allem in Afghanistan weiter – ein letzter Nachhall einer der faszinierendsten Kunstlandschaften Asiens.
SITZENDER
BUDDHA
Bronze, Gandhara,2.–5. Jh. H 46 cm.
Schätzung:
CHF 300 000 / 500 000
Der klassisch-griechische Einfluss zeigt sich in der naturalistischen Darstellung von Körpern und Gewändern und in monumentalen Figuren.
Ungewöhnlich gross für eine Bronzefigur ist der sitzende Buddha aus unserem Asiatika-Angebot, dessen Augen in Silber, die Lippen in Kupfer eingelegt sind. Mit einem eindrücklichen Bodhisattva-Kopf und zahlreichen Schiefer-Reliefs aus einer Tessiner Privatsammlung sind weitere Gandhara-Kunstwerke vertreten.









