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VORSCHAU AUF DIE AUKTION POST-WAR & CONTEMPORARY UND PRINTS & MULTIPLES VOM 27. NOVEMBER 2025
Porträts prägen Andy Warhols Werk seit den frühen 1960er-Jahren. Seine Darstellungen von Marilyn Monroe, Elvis Presley, Jackie Kennedy oder Mick Jagger erforschen das Phänomen medialer Ikonen und die Kraft der Wiederholung. Später wendet sich Warhol verstärkt Persönlichkeiten aus seinem Umfeld zu. Ein markantes Beispiel dafür ist «Patty Raynes and Son» von 1985: Anstelle von Popstars porträtiert er hier Menschen, die eine diskretere Form von Öffentlichkeit verkörpern und die gesellschaftliche Stellung und persönliche Ausstrahlung in den Fokus nimmt.
Patty Raynes entstammt einer prominenten amerikanischen Industriellenfamilie. Ihr Porträt vereint die Würde eines modernen Statussymbols mit der Intimität einer persönlichen Darstellung. Warhol interessiert sich weniger für Ruhm als für das Zusammenspiel von Erscheinung und Identität, also dafür, wie soziale Zugehörigkeit im Bild sichtbar wird. Die Komposition zitiert bewusst das klassische Motiv der Madonna mit Kind, das Warhol in die Gegenwart überträgt. Mit seiner Siebdrucktechnik verwandelt er die religiöse Ikonografie in ein zeitgenössisches Symbolbild: sakral in seiner Ruhe, doch distanziert in der Darstellung.
ANDY
WARHOL
Patty Raynes and Son. 1985.
Siebdruck und Acryl auf Leinwand.
102 × 102 cm.
Schätzung: CHF 180 000/280 000
© The Andy Warhol Foundation for the
Visual Arts, Inc. / 2025, ProLitteris, Zurich
Klare Konturen, vereinfachte Formen und das fast quadratische Format verleihen dem Werk eine feierliche Balance. Ein leuchtendes Gelb dominiert, während blaue Akzente in Augen und Kleidung hervorstechen. Die Farbflächen wirken wie emotionale Felder, die Wärme und Nähe ausstrahlen, ohne ins Sentimentale zu gleiten.
Warhols Doppelporträt zeigt, wie er gegen Ende seines Schaffens den Menschen hinter der Oberfläche sucht. Mutter und Kind erscheinen als Individuen und zugleich als zeitgenössische Ikonen, in denen Privates und Symbolisches miteinander verschmelzen.
ANDY
WARHOL
Mick Jagger. 1975.
Farbserigrafie. 217/250. 111,5 × 73,5 cm.
Schätzung CHF 80 000/100 000
© The Andy Warhol Foundation for the
Visual Arts, Inc. / 2025, ProLitteris, Zurich
Andy Warhols «Grevy’s Zebra» von 1983 stammt aus der Serie «Endangered Species», in der er bedrohte Tierarten in leuchtende Pop-Art-Ikonen verwandelte. Mit kräftigen Farben und scharfen Linien macht Warhol das Zebra zu einer glamourösen, beinah menschlichen Erscheinung. Zugleich thematisiert das Werk die Spannung zwischen Schönheit und Vergänglichkeit. Das Werk vereint eine ökologische Botschaft mit Warhols typischem Stil, der sich durch Wiederholung, Farbintensität und mediale Überhöhung auszeichnet. So wird das Tier zugleich zum Symbol der Natur und zum Spiegel einer konsumgeprägten Bildkultur.
ANDY
WARHOL
Grevy‘s Zebra. 1983.
Farbserigrafie. 123/150.
Blattmass 96,4 × 96,4 cm.
Schätzung: CHF 60 000/80 000
© The Andy Warhol Foundation for the
Visual Arts, Inc. / 2025, ProLitteris, Zurich

