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Lot 3051* - A218 Gemälde Alter Meister - Freitag, 18. September 2026, 14.00 Uhr

RACHEL RUYSCH

(1664 Amsterdam 1750)
Stillleben mit Blumen und einer Raupe auf einer Marmorplatte.
Öl auf Leinwand.
Unten rechts signiert: R. Ruysch.
31,2 × 25,8 cm.

Provenienz:
- Kunsthandel Xaver Scheidwimmer, München, 2006.
- Süddeutsche Privatsammlung.

26 Jahre nach der bislang einzigen umfassenden Monographie zu Rachel Ruysch, die Marianne Berardi 1998 als Dissertation verfasste, widmeten die Alte Pinakothek in München (26.11.2024–16.3.2025), das Toledo Museum of Art in Toledo (13.4.–7.7.2025) sowie das Museum of Fine Arts in Boston (23.8.–7.12.2025) der Künstlerin eine bedeutende Ausstellung. Der begleitende Katalog liefert wichtige neue Erkenntnisse zu Ruyschs aussergewöhnlicher Karriere und unterstreicht erneut ihre herausragende Stellung innerhalb der niederländischen Blumenmalerei des 17. Jahrhunderts. Siehe Ausst.-Kat. Rachel Ruysch: Nature into Art, Boston 2024.

Als Tochter des bedeutenden Botanikers und Anatomen Frederik Ruysch (1638–1731) wuchs Rachel Ruysch in Amsterdam in einem wohlhabenden, von Kunst und Wissenschaft geprägten Umfeld auf. Geboren in Den Haag, liess sie sich mit ihrer Familie spätestens 1675 in Amsterdam nieder, wo sie bei Willem van Aelst (1627–1683) das Malen erlernte. 1693 heiratete sie den Maler Jurriaen Pool (1666–1745), der ihre künstlerische Laufbahn zeitlebens unterstützte. Dennoch signierte sie ihre Gemälde weiterhin mit ihrem Mädchennamen, wie auch im vorliegenden Fall.

Zwischen 1708 und 1716 stand Rachel Ruysch im Dienst des Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz (1658–1716) und seiner Gemahlin Anna Maria Luisa de' Medici (1667–1743) in Düsseldorf. Das enge Verhältnis zum kurfürstlichen Paar zeigt sich unter anderem darin, dass sie ihren zehnten Sohn, Jan Willem (getauft im 1711), nach ihrem Gönner benannte und der Kurfürst und seine Gemahlin übernahmen zudem die Patenschaft. Nach dem Tod Johann Wilhelms brachte Anna Maria Luisa de' Medici einen bedeutenden Teil ihrer Kunstsammlung, darunter auch Werke Rachel Ruyschs, in den Palazzo Pitti in Florenz, wo sie sich noch immer befinden.

Das hier angebotene Gemälde ist ein schönes Beispiel für die von Marianne Berardi als "Gebinde" (kleiner Strauss) bezeichnete Gruppe von Blumenstillleben. Diese beschreibt sie auf elegante Weise wie folgt: "Diese Blumenarrangements strahlen eine anmutige, ja sogar leicht ungeordnete Lässigkeit aus, als hätte die Person, die die Blumen gepflückt hat, um sich an ihrer Farbe und ihrem Duft zu erfreuen, sie gerade erst für einen Moment abgelegt." Siehe "The Artful Nature of Rachel Ruysch: What Distinguishes Her Painted World", in: Ausst.-Kat. 2024, S. 58. Eine vergleichbare Komposition mit einem bunten Blumenstrauss, einer Libelle, einem Marienkäfer und zwei Schmetterlingen befindet sich im Fitzwilliam Museum in Cambridge (Öl auf Leinwand, um 1690, Inv.-Nr. PD.38-1975).

Das Gemälde ist im RKD, Den Haag, als eigenhändiges Werk von Rachel Ruysch dokumentiert.

Dr. Fred G. Meijer bestätigt die Eigenhändigkeit dieses Gemäldes anhand einer Fotografie, wofür wir ihm danken, und datiert es in die Mitte der 1690er Jahre.


Dr. Marianne Berardi hat sich bereit erklärt, auf Wunsch eine kunstgeschichtliche Analyse zu erstellen.


CHF 60 000 / 80 000 | (€ 61 860 / 82 470)

Verkauft für CHF 462 500 (inkl. Aufgeld)