Lot 1076 - A218 Sammlung Dr. Peter Ducret - Donnerstag, 17. September 2026, 14.00 Uhr
SELTENE TABATIÈRE
Crailsheim, um 1757. Die Bemalung Johann Heinrich Klug zugeschrieben.
Fayence mit Muffelfarbendekor. Rechteckige Form mit geschweifter Front und gewölbtem Deckel. Die Bemalung mit Blumendekor und gelb eingefassten Kanten. Auf der Innenseite des Deckels eine Schäferszene mit weintrinkendem Paar in einer Parklandschaft umrandet von einer violettfarbenen Rocaillebordüre. Mit vergoldeter Kupfermontierung. Gemarkt W in Purpur auf der Unterseite.
8,1 × 6,1 cm.
Haarriss an der Seite.
Provenienz:
- Antique Porcelain Company, London.
- Sammlung Helmut Joseph, Berlin.
- Sammlung Peter Ducret, Kilchberg, von obigem 1981 erworben.
Literatur:
Nach einer graphischen Vorlage aus dem Verlag des Johann Michael Probst in Augsburg um 1750. Die Marke W weist eher auf eine Besitzer- als auf eine Manufakturmarke (ebd.).
Die Manufaktur Crailsheim (1732–1827 (?))
Zur Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach gehörend, gibt es erste Versuche für eine Fayenceherstellung vom Hafner Georg Veit Weiss bereits 1715. Wann er das Privileg zur Fayenceherstellung erhielt, steht nicht fest. Sein Betrieb wird 1732/33 jedoch als „Porcelain-Fabrique“ bezeichnet. Unter dem Sohn des Gründers, Johann Georg Weiss (1714–1769) und unter dessen Sohn (1738–1800) blühte die Fabrik auf. Die Witwe heiratete Johann Friedrich Schäfer, der die Fabrik bis zum Tod 1827 weiterführte.
Der gute Ruf der Manufaktur reicht weit und die Absatzmärkte gehen bis Hannover in der einen und in die Schweiz in die andere Richtung. Bei den Muffelfarben erreicht die Manufaktur hohe Qualität, auch durch den 1740 aus Ansbach kommenden Johann Wolfgang Meyerhöffer. Glanzstücke der Fabrik sind die Erzeugnisse der sog. "Gelben Familie" (in Anlehnung an die Ansbacher "Grüne Familie"), mit starker Verwendung von Gelbtönen und oft den Ansbacher Erzeugnissen ähnelnden Dekoren.
Die Manufaktur Crailsheim (1732–1827 (?))
Zur Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach gehörend, gibt es erste Versuche für eine Fayenceherstellung vom Hafner Georg Veit Weiss bereits 1715. Wann er das Privileg zur Fayenceherstellung erhielt, steht nicht fest. Sein Betrieb wird 1732/33 jedoch als „Porcelain-Fabrique“ bezeichnet. Unter dem Sohn des Gründers, Johann Georg Weiss (1714–1769) und unter dessen Sohn (1738–1800) blühte die Fabrik auf. Die Witwe heiratete Johann Friedrich Schäfer, der die Fabrik bis zum Tod 1827 weiterführte.
Der gute Ruf der Manufaktur reicht weit und die Absatzmärkte gehen bis Hannover in der einen und in die Schweiz in die andere Richtung. Bei den Muffelfarben erreicht die Manufaktur hohe Qualität, auch durch den 1740 aus Ansbach kommenden Johann Wolfgang Meyerhöffer. Glanzstücke der Fabrik sind die Erzeugnisse der sog. "Gelben Familie" (in Anlehnung an die Ansbacher "Grüne Familie"), mit starker Verwendung von Gelbtönen und oft den Ansbacher Erzeugnissen ähnelnden Dekoren.
CHF 1 500 / 2 500 | (€ 1 550 / 2 580)
Verkauft für CHF 1 875 (inkl. Aufgeld)