Lot 1064 - A218 Sammlung Dr. Peter Ducret - Donnerstag, 17. September 2026, 14.00 Uhr
TELLER DER "GRÜNEN FAMILIE" MIT KARPFENTEICHDEKOR
Ansbach, um 1730–40.
Fayence mit Muffelfarbendekor. Formstück eines Speisetellers mit gewelltem Rand und bemalt im Famille-Verte Stil der Kangxi-Periode (1662–1722), in gelblichem Grün, Gelb und Eisenrot. Im Spiegel mit einer Gartenlandschaft mit Karpfen, Vögeln und Insekten inmitten blühender Päonien, Lotus und grünen Gewächsen sowie vier Reserven mit Prunusblüten-Zweigen auf der Fahne. Verso drei eisenrote Päonienzweige. Ohne Marke.
Ø 22 cm.
Restauriert.
Provenienz:
- Sammlung Peter Ducret, Kilchberg, von obigem 1993 erworben.
Das reizvolle Famille-Verte Dekor auf Ansbacher Fayence, deren hohe Qualität schon im vergangenen Jahrhundert äusserst geschätzt wurde, gehört seit je zu den gesuchtesten Sujets auf deutscher Fayence und ist auch in den massgeblichen deutschen und internationalen Museen bis New York vertreten.
In den beiden historischen Weinmüller Auktionen der bedeutenden deutschen Fayencesammlungen von Igo Levi und Ulrich Seiler (Weinmüller 1962, Lot 41, Taf. 7 und Weinmüller 1973, Lot 97) wurden Teile aus diesem Service zu beachtlichen Preisen versteigert.
Weitere Vergleichsobjekte: S. Ducret 1962, Nr. 147 (Slg. Igo Levi); Museum für Franken Würzburg (Kat. Würzburg 2023, S. 163); Residenz Ansbach, Inv.-Nr. AnsRes.K0145, AnsRes.K0147-K0148; Bayerisches Nationalmuseum München, Inv.-Nr. 17/269; Bayer 1959, S. 130-134; Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Inv.-Nr. Ke524, Ke938; Ziffer 2005, Nr. 11-13, S. 32, Anm. 6 (mit einer Zusammenstellung aller bekannter Speiseteller).
Die Fayencemanufaktur Ansbach (1709/10-1804)
Ansbach war eine der bedeutendsten Fayencemanufakturen im deutschsprachigen Raum. 1709 erteilte Markgraf Friedrich Wilhelm von Brandenburg-Ansbach das Privileg zur Gründung einer Fayencemanufaktur in Ansbach. In Ansbach waren von Beginn an hervorragende Maler tätig, so z.B. Johann Caspar Rib (1710-1712), der bis 1712 auch der erste künstlerische Leiter war, Johann Heinrich Wachenfeld und Georg Christian Oswald, der auch die künstlerische und technische Leitung der Fabrik übernimmt (bis 1733). Wie in Hanau markieren die Blaudekore in den Anfangsjahren den Produktionsstil der Manufaktur, 1741 wird der Betrieb an Johann Georg Christoph Popp verpachtet, der sie 1769 kauft. Dies ist die Zeit der großen Blüte der Manufaktur, die bis zur Auflösung 1804 in Familienbesitz bleibt.
Die seltenen Fayencen der sog. „Grünen Familie“ wurden ab ca. 1723/24 hergestellt. Sie gehören zu den Meisterwerken der deutschen Fayencekunst des 18. Jahrhunderts in Muffelfarben (Aufglasur), im Vergleich zu anderen Manufakturen mit einem einzigartigen Grün. 1749 ging das Geheimnis des Grüns der Grünen Familie verloren.
In den beiden historischen Weinmüller Auktionen der bedeutenden deutschen Fayencesammlungen von Igo Levi und Ulrich Seiler (Weinmüller 1962, Lot 41, Taf. 7 und Weinmüller 1973, Lot 97) wurden Teile aus diesem Service zu beachtlichen Preisen versteigert.
Weitere Vergleichsobjekte: S. Ducret 1962, Nr. 147 (Slg. Igo Levi); Museum für Franken Würzburg (Kat. Würzburg 2023, S. 163); Residenz Ansbach, Inv.-Nr. AnsRes.K0145, AnsRes.K0147-K0148; Bayerisches Nationalmuseum München, Inv.-Nr. 17/269; Bayer 1959, S. 130-134; Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Inv.-Nr. Ke524, Ke938; Ziffer 2005, Nr. 11-13, S. 32, Anm. 6 (mit einer Zusammenstellung aller bekannter Speiseteller).
Die Fayencemanufaktur Ansbach (1709/10-1804)
Ansbach war eine der bedeutendsten Fayencemanufakturen im deutschsprachigen Raum. 1709 erteilte Markgraf Friedrich Wilhelm von Brandenburg-Ansbach das Privileg zur Gründung einer Fayencemanufaktur in Ansbach. In Ansbach waren von Beginn an hervorragende Maler tätig, so z.B. Johann Caspar Rib (1710-1712), der bis 1712 auch der erste künstlerische Leiter war, Johann Heinrich Wachenfeld und Georg Christian Oswald, der auch die künstlerische und technische Leitung der Fabrik übernimmt (bis 1733). Wie in Hanau markieren die Blaudekore in den Anfangsjahren den Produktionsstil der Manufaktur, 1741 wird der Betrieb an Johann Georg Christoph Popp verpachtet, der sie 1769 kauft. Dies ist die Zeit der großen Blüte der Manufaktur, die bis zur Auflösung 1804 in Familienbesitz bleibt.
Die seltenen Fayencen der sog. „Grünen Familie“ wurden ab ca. 1723/24 hergestellt. Sie gehören zu den Meisterwerken der deutschen Fayencekunst des 18. Jahrhunderts in Muffelfarben (Aufglasur), im Vergleich zu anderen Manufakturen mit einem einzigartigen Grün. 1749 ging das Geheimnis des Grüns der Grünen Familie verloren.
CHF 2 500 / 3 500 | (€ 2 580 / 3 610)
Verkauft für CHF 11 875 (inkl. Aufgeld)