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Lot 3436 - A185 PostWar & Contemporary - Samstag, 30. Juni 2018, 14.00 Uhr

SERGE POLIAKOFF

(Moskau 1900–1969 Paris)
Composition abstraite. 1964.
Gouache auf Papier.
Unten rechts signiert: Serge Poliakoff.
49 x 62 cm.
Winzige, professionelle Restaurierung.

Das Werk ist im Archives Serge Poliakoff, Paris, unter der Nummer: 864065 registriert. Wir danken Thaddée Poliakoff für seine freundliche Unterstützung.

Provenienz:
- Galerie im Erker, St. Gallen.
- Galerie Proarta, Zürich.
- Vom heutigen Besitzer bei obiger Galerie erworben, seitdem Privatsammlung Schweiz.

Literatur: Poliakoff, Alexis: Catalogue raisonné de l’œuvre de Serge Poliakoff, volume IV 1963-1965, München 2012, Nr. 64-174, S. 201 (mit Abb.)

Der russischstämmige Franzose Serge Poliakoff gehört zu den wichtigsten abstrakten Malern der Nachkriegszeit und Vertretern der Nouvelle École de Paris. Schon zu seinen Lebzeiten erlangt er eine starke Präsenz auf dem internationalen Kunstmarkt.

Serge Poliakoff wird 1900 als dreizehntes von vierzehn Kindern geboren. Seine gläubige Mutter geht täglich in die Kirche, wo er eine Faszination für die Ikonen-Malerei entdeckt. 1914 beginnt er seinen ersten Zeichenunterricht, lernt hervorragend Gitarre und begeistert sich für Mathematik und Algebra. Als sich die Lage in Moskau im Jahr 1918 durch die Russische Revolution anspannt, beschliesst Poliakoffs Vater seine Familie auf dem Land in Sicherheit zu bringen. Während der Zugfahrt flieht Serge Poliakoff in der Absicht, sich der weissen Armee anzuschliessen und endet in Konstantinopel, wo er bei seiner Tante, der Sängerin Nastia Poliakoff, unterkommt und sie auf der Gitarre begleitet. Nachdem sie zwei Jahre lang in ganz Europa auf Konzerttouren sind, entscheidet Poliakoff im Jahr 1923 in Paris zu bleiben.

Zunächst verdient er seinen Unterhalt als Musiker und beginnt gleichzeitig mit einem intensiven Studium der Malerei; er studiert an der Pariser Académie Frochot, an der Académie de la Grande Chaumière sowie auch in der Londoner Chelsea School of Art und Slade School of Art. Seine Kunst ist anfänglich figürlich und akademisch, bis er um 1935, zurück in Paris, die Bekanntschaft mit Kandinsky macht, dessen Kunst ihn entscheidend beeinflusst und ihm den Weg zur Abstraktion aufzeigt. Sein enger Freundeskreis zu dieser Zeit besteht aus Robert und Sonia Delaunay sowie Otto Freundlich.

Serge Poliakoff entwickelt seine ganz eigene Form der abstrakten Malerei. Er strebt nicht nach gegenständlichen Bezügen, sondern nutzt die Farbe als Farbe. Seine Farbkompositionen erhalten eine starke Präsenz durch die zunächst fast einfache Erscheinung von Simultankontrasten von bunten Farbflächen. Flächen, die aneinander in unregelmässigen Formen platziert werden, und die sich zugleich rein aber auch in einer vibrierenden überlappenden Anordnung folgen. Es entstehen vollkommene, autonome Gesamtbilder, welche sich nur von der Notwendigkeit leiten lassen, eine Plastizität und emotive Qualität der Farben wiederzugeben. Auch wenn seine Kompositionen teils willkürlich erscheinen mögen, erkennt man in seinem Gesamtoeuvre Linien, die sich in vielen Werken wiederfinden: vertikale, horizontale oder diagonale Achsen, die das Blatt spalten und welche die Farbflächen auf das Blattzentrum konzentrieren.

Sein Frühwerk in den 1940er Jahren kennzeichnet sich eher durch braun-graue Farbtöne aus. Zehn Jahre später erweitert er seine Palette und setzt starke, farbfrohe Töne nebeneinander, bis er sich in den 60er Jahren seiner Neigung zur monochromen Farbkompositionen hingibt und wieder Einheiten in der Farbauswahl sucht.

Sein umfangreiches Oeuvre besteht aus über 3500 Gemälden und Gouachen, welche bereits in den 1950er und 1960er Jahren in den bedeutendsten europäischen und amerikanischen Museen gezeigt werden. Seit seinem Tod in Paris im Jahr 1969 wurden ihm 11 Retrospektiv-Ausstellungen gewidmet.

CHF 50 000 / 70 000 | (€ 50 000 / 70 000)

Verkauft für CHF 72 500 (inkl. Aufgeld)
Angaben ohne Gewähr